Olympus DM-901 und DM-7

Olympus DM 901 / DM 7, die Oberklasse im Test. Olympus hat uns bestätigt, dass die Interview-Testsieger DM 650 und 670 in den nächsten 2 Jahren weiterhin verfügbar bleiben. Das DM 901 und DM 7 sind also keine Nachfolger, sondern Produktlinienergänzungen, die sich vom Funktionsumfang und preislich oberhalb einordnen. In unserem Testbericht erfahren Sie alles Wesentliche.

Bedienung und Haptik

Vieles wirkt olympustypisch vertraut - und doch hat der Hersteller einige Tasten verändert und anders positioniert. So sind die Lautstärketasten und der Ein-/Aus-Schiebeschalter auf der rechten Geräteseite positioniert, genauso wie der USB-Anschluss. Links befindet sich nun der SD-Kartenschacht (keine Micro-SD-Karte mehr!) und der WLAN-Ein-/Ausschalter. Auf der Vorderseite sind die zentralen Bedienelemente. So gibt es eine extra Löschen-Taste und eine Home-Taste, die den Nutzer direkt auf die Hauptebene zurückbringt. Die drei Funktionstasten unter dem Display sind kontextbezogen und haben, je nach Anwendung eine leicht unterschiedliche Funktion. Sie sind aber zum Glück nicht mehrfach belegt, wie bei den Vorgängermodellen. Hilfreich ist zum Beispiel die F2-Taste, die Lesezeichen setzt, oder F1 die den Anwender stets eine Ordnerebene zurückbringt. Alles in allem sind die Tasten übersichtlich angeordnet und haben einen guten Druckpunkt.

Wir geben zu, wir sind anspruchsvoll, was Haptik und Verarbeitung angeht. Manche mögen uns das als Spleen auslegen, aber vergleichbar mit den angenehm verarbeiteten Modellen der übrigen DM-Serie sind die neuen Modelle leider nicht. Positiv formuliert sind die neuen DMs etwas leichter, das bedeutet aber auch viel glattes Plastik. Die Abdeckung für den Akku ist durch einen Schiebeschalter geschützt, wirkt aber etwas klapprig und knarzt beim Öffnen. Das DM 901 ist in schwarz, das DM 7 in weiß gehalten und verfügt über eine "Klavierlack"-Oberfläche. Der Lautsprecher ist für diese kleine Geräteklasse relativ laut, allerdings sehr höhenbetont und dadurch schnell klirrend im Klang.

Das Menü von Olympus Geräten haben wir schon oft wegen der Übersichtlichkeit gelobt. Das neue Menü hat eine Schlankheitskur erfahren und viele Punkte wurden zusammengefasst. So wurden bspw. eher versteckte Untermenüs eingespart. Mikrofonempfindlichkeit und Aufnahmepegel sind in einem Punkt zusammengefasst (hoch, mittel, niedrig und manuell). Auch das Aufnahmeformat kann zügiger gewählt werden (WMA8 KBPs mono, 32 KbPs mono, MP3 128 und 256 Kbps sowie PCM WAV 44/48 16).

"Zoom" nennt Olympus die Einstellung für die Stereobreite der Mikrofone. Diese können wieder in neun Stufen, je nach Situation, angewendet werden. Apropos Situation, mit der "Scene-Taste" oberhalb der Lautstärkenknöpfe können schnell Aufnahmeprofile gewählt werden, die Olympus vordefiniert hat. Mit der F3-Taste werden hier die Eigenschaften überprüft und ggf. verändert.

Der perfekte MP3-Player

Endlich funktioniert das sogenannte Trackresuming ordnerübergreifend. Wechseln Sie häufig zwischen gehörten Podcasts und Büchern, merkt sich das Gerät die zuletzt gehörte Stelle und setzt hier wieder ein. Der Ordner Musik eignet sich perfekt für zahlreiche Hörbücher und die Musiksammlung. Bis zu zwei Unterordner können Sie anlegen. Jeweils 999 Dateien lassen DM 7 und 901 pro Ordner zu.

Preise

Das DM-7 wird UVP 299 Euro inkl. MwSt. (inkl. Tasche und Netzteil, USB-Kabel) kosten. Das DM-901 wird UVP 199 Euro kosten.

Die neue WLAN-Funktion

Über Google-Play oder in Apples App-Store kann die kostenfreie App "Olympus Audiocontroler" heruntergeladen werden. Mit Hilfe der eingebauten Handykamera kann der WLAN-Schlüssel des Gerätes erfasst und so eine Verbindung aufgebaut werden. Die App fungiert dann als Fernbedienung, Aufnahme, Pause und Stopp können dann über das Handy gedrückt werden. Auch lassen sich Lesezeichen setzen und mit Bildern verknüpfen. Ferner können die Dateien vom Gerät auf das Handy oder direkt in die Dropbox übertragen werden. Bei unseren bisherigen Tests unter Android funktionierte dies weitesgehend, allerdings sehr langsam. Unter IOS hatten wir Probleme die Verbindung zu halten. Ganz ausgereift scheint diese Funktion wohl noch nicht zu sein. Wenn Sie den WLAN-Betrieb nicht brauchen, schalten Sie den linken Schiebeschalter nach unten, das spart viel Akku.

Der DM 7

Im Juni 2010 stellte Olympus seinen ersten blinden- und sehbehindertentauglichen Daisy-Player mit Sprachausgabe vor, den DM 5. Dank vieler Kundenrückmeldungen und zahlreicher Updates entwickelte sich das Gerät zu einem soliden MP3- und Daisyplayer mit sehr guten Aufnahmefunktionen.

Im DM 7 hat sich an der TTS "Steffi" im Vergleich zum DM 5 nicht viel verändert, jedoch reagiert das Gerät wesentlich schneller. Im Ordner Daisy kann der Nutzer seine Bücher ablegen und über den "Skip-Modus“ bestimmen, welchen Sprunginterval er nutzen möchte (Seiten, Gruppen, Satz, Phrase, Lesezeichen und Absatz. Mit der F1-Taste kann dann jeweils das Buch gesamt betrachtet werden. Daisystandard 2.0 und 2.02 werden unterstützt. Die Sprachausgabe kann inzwischen .txt, .doc, .docx und .html-Dateien vorlesen.

Die "Scene"-Taste, die oben bereits besprochen wurde, öffnet nicht nur die verschiedenen Aufnahmeprofile, sondern bei längerem Drücken kann auch die Spracheingabe aktiviert werden. Nach einem Piepston kann der Nutzer nun ein Schlüsselwort, z. B. "Music" sprechen und er landet dann im gleichnamigen Ordner. Ganz praktisch, da die F-Tasten teilweise verschiedene Funktionen haben, können die aktuell gültigen abgefragt werden. Einfach "Funktion“ ins Gerät sprechen und schon werden die Tasten angesagt. Zum DM 7 werden wir später auch noch einen kleinen Praxistest veröffentlichen.

Unterschiede DM 901 und DM 7

Auch wenn das DM 7 speziell für blinde und sehbehinderte Nutzer entwickelt wurde, verfügt das DM 901 ebenfalls über eine gesprochene Menüführung, allerdings nur über die olympustypischen Sprachpromts und keine vollwertige TTS. Datei und Ordnernamen, die der Nutzer hinzugefügt hat sowie Datum und Uhrzeit werden nicht gesprochen und nur mit Piepstönen bestätigt. Beide Geräte verfügen über einen Terminplaner, in den Sprachnotizen integriert werden können. Allerdings ist der des DM 7 für Blinde zugänglicher. Der DM 901 verfügt ferner über einen extra "Podcast-Ordner." Über die mitgeliferte Software Sonority können hier Podcasts automatisch abgelegt werden. Der DM 7-Nutzer legt am Besten im Ordner Musik einen Unterordner an und legt hier seine Podcasts ab. Da die Sonority Software kaum mit Screenreadern bedienbar ist, sollten die Episoden manuell kopiert werden.

Aufnahmequalität

Die ist olympustypisch sehr gut. Etwas weniger Eigenrauschen als die übrigen DM-Geräte und etwas mehr Fülle im Klang. Wer sich zutraut mit den Wide- bzw. Zoom-Mic-Einstellungen zu experimentieren, wird noch einiges Nützliches finden, wie z. B. eine Art Richtcharakteristik. Für tolle Sprachaufnahmen sind die Geräte allemal geeignet. Für Außenaufnahmen eignen sich diese portablen Rekorder kaum, da die Mikrofone sehr windempfindlich sind und Olympus einen notwendigen Fellwindschutz leider nicht anbietet.

Probeaufnahmen

Bei der Sprachaufnahme haben wir den DM 5 mit dem DM 7 verglichen und bei den Außenaufnahmen kamen die vermeintlich besseren LS 14 und LS 100 zum Einsatz. Bei der Sprachaufnahme klingt der DM 7 für unsere Ohren natürlicher und klarer, bei den Außenaufnahmen sind die größeren Modelle etwas detaillierter im Klangbild. Achten Sie bei der Lahnaufnahme auf den schlüsselklappernden Jogger, aber auch auf die Windgeräusche.

Olympus DM-5 Sprache (download)

Olympus DM-901 Sprache (download)

Olympus DM-901 Autos (download)

Olympus LS-14 Autos (download)

Olympus LS-100 Autos (download)

Olympus DM-901 Lahn (download)

Olympus LS-14 Lahn (download)

Olympus LS-100 Lahn (download)

Für wen sind die neuen Geräte?

Natürlich kann man mit den beiden DM-Geräten wunderbar Interviews und Vorlesungen aufzeichnen. Das können die deutlich günstigeren DM-650 oder 670 aber im Prinzip genau so gut. Der höhere Preis rechtfertigt sich besonders bei der Wiedergabe von Hörbüchern und der Nutzung durch blinde oder sehbehinderte NutzerInnen. Dank der guten Trackresuming-Funktion ist es ein durch und durch alltagstaugliches Gerät. Der Lautsprecher ist angenehm, wenn auch verständlicherweise keine Raumbeschallung damit möglich ist. Als günstigster Daisy-Player wird er sein Publikum finden. Ob die WLAN-Funktion auf Dauer Vorteile bringt, werden weitere Updates und Tests noch zeigen müssen.

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