Testbericht zur Grundig Digta ConferenceStation

25.03.2009

Grundig, vor allem bekannt durch seine analogen Diktier- und Transkriptionslösungen wie bspw. der Stenorette, bietet ebenso digitale Diktier- und Aufnahmelösungen an. Eine dieser Lösungen ist ein spezielles Mikrofon für die Aufnahme von Konferenzen: Die Digta Conference Station (UVP 592,62 Euro inkl. MwSt.). Grundig bietet diese sowohl alleine, als auch im Set mit dem Diktiergerät Digta 4015 DS Premium und diversem Zubehör an (UVP 1129,31 Euro inkl. MwSt.), das uns für den Praxistest vorlag. Messen muss sich das System mit den bereits im Januar 2009 getesteten Lösungen von Olympus und Philips. Den Test können Sie hier inkl. Hörproben nachvollziehen.

Die Digta Conference Station ist laut Grundig ein „Akustikradar“ am Konferenztisch, weil das Mikrofon automatisch erkennt, woher die lauteste Schallquelle (idealerweise der Redner) sitzt. Die Digta Conference Station eigne sich daher für Konferenzaufzeichnungen von bis zu 20 Personen mit maximal 10 Meter Abstand. Das Mikrofonset, das aus 8 Einzelmikrofonen besteht, fokussiert automatisch den jeweiligen Sprecher, um diesen besser aufzuzeichnen. Störende Geräusche sollen während der Aufnahme reduziert werden. In unserem Test haben wir das System auf Herz und Nieren getestet. Lesen Sie im Folgenden unsere Eindrücke und hören die dazu passenden Probeaufnahmen.

Grundig Digta ConferenceStation

Grundig Dicta Conference Station

Aufbau und Bedienung

Das Set wird mit einer geräumigen Notebooktasche ausgeliefert und ist darin gut verstaut. Der erste Aufbau gelingt gut - es gibt allerdings einiges an Kabeln anzuschliessen und das Mikrofon benötigt eine eigene Stromversorgung (also nicht via Batterie mobil nutzbar). Nach knapp 10 Minuten haben wir das Set startklar mit SD-Karte versehen und sind im Aufnahmemodus. Die Bedienung der Conference Station ist denkbar einfach, es gibt lediglich zwei Schalter, die selbsterklärend sind und den Aufnahmeradius bzw. die Anzeige-LED variieren lassen. Ganz pfiffig gelöst, wobei uns der Sinn während der Aufnahme noch nicht ganz klar ist: Über 5 Lampen wird signalisiert, woher die lauteste Geräuschquelle kommt. Das Mikrofon selbst lässt sich drehen und gut auf einen Tisch positionieren und ist knapp 30 cm breit und 10 cm hoch. Das Aufnahmegerät besprechen wir hier nicht gesondert, es nimmt leider nur Mono im DSS-Format auf - das ist eigentlich ein Ausschlußkriterium für Konferenzaufnahmen - eine Begründung dafür finden Sie im Philips & Olympus Konferenz-Set Testbericht ganz unten.

Aufnahmequalität

Für die erste Aufnahme haben wir unsere Büroräume genutzt (etwa 6 mal 3,5 Meter) und haben uns mit etwa 3 Metern Abstand zu den Mikrofonen befunden. Wir haben im gleichen Moment eine Vergleichsaufnahme im 128kBit MP3-Format mit dem Olympus LS-10 ohne externes Mikrofon erstellt.

Ziel des Grundig-Sets soll es ja sein, eine Gesprächsrunde mit gut 10 Personen sauber aufzunehmen, damit die Aufnahme später transkribiert oder via CD oder Podcast verbreitet werden kann. Diesem Ziel wird die Lösung von Grundig leider nicht gerecht. Nach unserer ersten Aufnahme fällt uns beim Wiederanhören auf, dass die Aufnahmequalität schlecht ist. Die Aufnahme rauscht sehr deutlich, die Stimmen wirken dumpf, viele Frequenzen gehen durch das DSS-Format verloren und Kompressionsartefakte, die wie metallisches Klirren klingen, sind die Folge.  Beispielsweise sind gleichzeitig sprechende Personen nicht mehr gut zu differenzieren. Sie können in den Probeaufnahmen hören, dass die Aufnahme des LS-10 (obwohl übersteuert) klarer, voller und authentischer klingt. Um sicher zu gehen, das es nicht am Grundig-Aufnahmegerät alleine begründet ist, haben wir danach das Mikrofon-Set direkt an ein LS-10 angeschlossen, um damit das DSS-Format zu umgehen. Das Resultat ist leider ähnlich.  Das Grundig Paket ist mit dieser Aufnahmequalität nicht für die Aufzeichnung von Aufnahmen, die nachher auf CD oder als Podcast genutzt werden sollen, zu empfehlen. Die Grundidee des Mikrofons, die Optik und Größe sind gut, die Resultate bleiben leider hinter preislich vergleichbaren Produkten zurück.

Gerade bei Gruppenaufnahmen ist eine rauscharme bis rauschfreie Aufnahme absolut notwendig, um leise Stimmen oder gleichzeitige Sprecher gut zu unterschieden. Ebenso unverzichtbar ist eine Steroaufnahme, nur so gelingt beim späteren Anhören die richtige Verortung der Sprecher.

Lieferumfang des kompletten Sets (UVP 1129,31 Euro inkl. MwSt.)

  • Digta Conference Station (Mikrofon)
  • Netzteil 485 mit EU- und US-Adapterkabel
  • Audiokabel
  • Hochwertige Transporttasche mit Fächern für alle Teile des Set
  • Digta Card
  • Akku 462 (Reserve-Akku)
  • Digta Earphone 951
  • Digta 4015 DS Premium (Digta 4015 DS mit Management-Lizenz, Netzteil 473, Akku 462, Batterien, Digta Station 441, USB-Kabel, Etui, PC-Software DigtaSoft)
  • Komplettset Grundig

    Komplett-Set mit Dicta 4015

Technische Daten

  • 8 interne Mikrofone
  • 5 grüne Positionsleuchten zur Anzeige der Schallrichtung (lautester Sprecher)
  • Netzteil 485: 6 V DC, 1 A
  • Audioausgang: Klinkenbuchse 3,5 mm, angepasst an Handdiktiergeräte mit Buchse für externes Mikrofon (Mikrofoneingangspegel, kein „Line“)
  • Schmalwinkelmodus +/- 45°, Weitwinkelmodus +/- 90°, wählbar am Feldschalter
  • bis ca. 10 m (entspricht einem Raum mit Konferenztischen für bis zu 20 Personen)
  • graues Kunststoffgehäuse mit Metallbodenplatte, Mikrofongehäuse schwenkbar für Tischaufstellung oder Wandmontage
  • (B x H x T) ca. 455 x 105 x 70 mm
  • ca. 700 g

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

* Pflichtfeld

Interessantes Mikro-
konzept, leider mit
Schwächen in der
Aufnahmequalität.

Fragen Sie uns!

Tel. 06421 5909790
       Mo - Fr 9-16 Uhr
info@audiotranskription.de

 

 

 

Schnelle Lieferung &
einfache Bezahlung mit:

Logistik, Lieferung
Zahlungsweisen