Testbericht: Olympus DM-450 und DM-550 MP3-Rekorder

Heute veröffentlichte Olympus eine neue Serie digitaler Aufnahmegeräte: den Olympus DM-450 und Olympus DM-550.  Sie stellen die Nachfolger der sehr erfolgreichen und praxiserprobten DS-Serie dar. Nachtrag vom 14.08.09: Heute haben wir vorab eines der ersten DM-550 in Europa ausgiebig testen können. Wir sind begeistert! Aufnahmequalität und Menüführung sind wirklich hervorragend. Hier unsere Eindrücke:

Zusatz 30.09.2009: Das Olympus DM-550 wurde im großen Vergleichstest digitaler Rekorder zum Preis-/Leistungsieger gekürt.
 

Zusatz 26.06.2011: Olympus hat mit dem LS-3 nun ein Gerät herausgebracht, dass bei gleichem Preis bessere Ergebnisse und Funktionen bietet als das DM-550. Schauen und Hören Sie dazu unseren Testbericht an!
 

Design

Wir haben uns direkt bei Olympus vor Ort in Hamburg das erste Gerät aus der Nähe angesehen. Schön und edel sieht er aus, der neue DM-450. Das Aussehen erinnert an die Vorgängerserie und trotzdem bieten das DM-450 und DM-550 gute Detailverbesserungen. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos, die Hülle besteht aus Metall - hier wackelt nichts. Es liegt satt in der Hand und ist doch nicht größer als der Vorgänger (etwa wie ein Schokoriegel, der so heißt wie unser Nachbarplanet).

Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind klarer platziert. Der zentrale Bedienkreis an der Vorderseite ist besser beschriftet, das Display stellt mehr Informationen dar und bleibt trotzdem gut lesbar. Verwundert mag man über die Taste "Scene" sein, mit ihr verändert man die Empfindlichkeit des Mikrofons, wählt also ein "Aufnahmeszenario" wie bspw. Hörsaal, Gespräch u.a. - praktisch!

Die Menüführung selbst hat sich nicht wesentlich verändert und ist auch ohne Handbuch in der Regel gut zu nutzen. Die leicht erhabenen Aufnahme-, Start- und Stoptasten an der Seite des Gerätes sind geblieben und durch ihr Profil leicht zu ertasten.

Hauptunterschied ist, dass das Mikrofon jetzt nicht mehr abnehmbar ist. Dies behebt eine potentielle Schwachstelle (Verlust oder Bruch des Mikros). Das Gerät gewinnt so deutlich an Stabilität.
Leider verhindert dies aber die Nutzung des Mikrofons als Krawattenklemmmikro, dass beim DS-65 mit einer Kabelfernbedienung wirklich pfiffig gelöst war. Dies ist der einzige, winzige Wehmutstropfen, doch lassen sich natürlich auch weiterhin externe (Krawatten-)Mikrofone anschließen.

Aufnahmeformate und Kapazität

Endlich! Olympus hat ein wichtiges Argument erkannt und bietet die Aufnahme nun direkt im MP3-Format an.  Damit sind alle Aufnahmen direkt auf einem Mac oder Linux-Rechner abspielbar. Das DM-550 unterstützt zusätzlich sogar die Aufnahme als unkomprimierte WAV-Datei. Das DM-550 ermöglicht zudem automatische und manuelle Aussteuerungˌ während das DM-450 lediglich automatische Aussteuerung erlaubt.

Auch an der Batterie- als auch Speicherkapazität hat Olympus deutlich geschraubt. Gespeichert wird nun auch über eine wechselbare (!) Micro-SD-Karte. Je nach Modell stehen 2 GB oder 4 GB Speicherkapazität zur Verfügung (doppelt so viel wie bisher). Im sinnvollen MP3-Format (128kbps) entspricht dies einer Aufnahmedauer von 69 bzw. 138 Stunden.

Die Batterielaufzeit beträgt nun laut Olympus gute 50 Stunden, das werden wir so bald als möglich nachprüfen, es wäre für jede Verleihstelle und natürlich auch die Umwelt ein Segen! Beim DM-550 ist sogar das direkte Laden der mitgelieferten Akkus direkt über den USB-Anschluss möglich - Netzteil adé!

Sprachmenü

Wie die Olympus DS-Geräte verfügt auch die DM-Serie über ein sprachgeführtes Menü, welches die blinde Bedienung des Gerätes erleichtert.  Der jeweils aktuelle Menüpunkt wird angesagt und beim Einschalten erhält man einen Hinweis auf den Batteriestatus.  Für routinierte Hörer lässt sich die Geschwindigkeit der Ansage zudem stark beschleunigen. Dies macht die DM-Serie zu einer blinden- und sehbehindertenadäquaten Lösung bei erschwinglichem Preis. Das Sprachmenü ist in 6 Sprachen vorinstalliert. Spezifische Fragen hierzu kann Ihnen unser Mitarbeiter Herr Georgi gerne erläutern: 06421-933426

Zubehör

Mitgliefert wird die neue Olympus-Software "Sonority". Hierüber können Podcast-Abos, Musik und Hörbüchern verwaltet werden. Optional erhätlich ist ein Netzteil (welches aber nicht wirklich nötig ist). Im Lieferumfang des DM-550 ist eine Tasche enthalten. Wir empfehlen ggf. noch ein externes Krawattenmikro und natürlich notwendiges Zubehör zur Transkription der Aufnahmen (Fußschalter und Software).

Absolut pfiffig ist, dass sich die DM-Reihe mit der gleichen Infrarotfernbedienung, die es beim Olympus LS-10 als Zubehör gibt, bedienen lässt. Zum einen kann die Fernbedienung für beide Gerätearten genutzt werden (wer den Luxus geniesst, beide zu besitzen). Zum anderen ermöglicht es für 59 Euro Aufpreis eine elegante und einfache, drahtlose Steuerung der Aufnahme aus einer Entfernung bis etwa 6 Metern.

Zusatz 28.08.2009: Nachdem heute die ersten DM550 für den Verkauf bei uns eingetroffen sind, konnten wir feststellen, dass die im Lieferumfang enthaltene Schutztasche durch Umklappen des Halters gleichzeitig als Ministativ für den Tischeinsatz geeignet ist - durchdachtes Feature, finden wir!

Zusatz 29.01.2010: Für alle, die das hochwertige DM auch im Außeneinsatz nutzen wollen, waren Windgeräusche leider ein negativer Nebeneffekt. Olympus bietet, anders als bei der LS-Reihe, keinen eigenen Windschutz an, das ist schade. Daher haben wir nun einen Windschutz erstellen lassen und in unser Angebot aufgenommen: Tribble - der Windschutz. Er reduziert merklich vorhandene Windgeräusche und lässt sich einfach aufsetzen. Dabei können Kopfhörerausgang und Aufnahmetaste weiter gut bedient werden! In der Probeaufnahme haben wir die Situation mit einen Ventilator getestet - hören Sie selbst. Kostenpunkt 29 Euro.

Unterschiede DM-450 und DM-550

Folgende Zusatzfeatures bietet der DM-550 gegenüber dem günstigeren Modell DM-450:
- 4 GB interner Speicher (statt 2 GB beim DM-450)
- Aufnahme als Linear PCM 44.1/48kHz 16bit
- Dateien teilbar (PCM Aufnahmen)
- Teillöschung von PCM Aufnahmen
- Vereinfachte Dateifindung durch Intro-Scan
- Manuelle und automatische Mikrofonempfindlichkeits-Aussteuerung
 

Aufnahmequalität

Nachtrag vom 14.08.09

Heute haben wir vorab eines der ersten DM-550 in Europa ausgiebig testen können. Wir sind begeistert! Aufnahmequalität und Menüführung sind wirklich hervorragend!

Während beim Vorgängermodell noch Kompressionseffekte (Klirren) zu hören waren, ist die Aufnahme nun klar, nahezu rauschfrei und kommt somit in der Qualität deutlich in die Nähe bzw. ist teilweise sogar besser als Rekorder wie der Zoom H2 oder Tascam DR-07.  

Probeaufnahmen:

Olympus DM-550 (verdammt nah dran am LS-10) (download)

Olympus DM-550 - Interview vor lautem Hintergrund (download)

Olympus DM-550 - Vorlesung im Hötrsaalzentrum der Uni Frankfurt, vollbesetzt mit 600 Personen, aus der letzten Reihe (download)

Fazit

Olympus ist mit dem neuen DM-450 und DM-550 eine wirklich gute Weiterentwicklung der alten DS-Reihe (Testbericht DS-55 bis DS-75 - Testbericht DS-30) gelungen. Die Olympus DM-Serie überzeugt uns auf Anhieb. Was uns neben Aufnahmequalität, Funktionen und der Verarbeitung wirklich positiv beeindruckt, ist die Preisgestaltung - 149 Euro für ein Aufnahmegerät mit dieser Qualität setzt Maßstäbe.