Sony PCM-M10

Testbericht mit Probeaufnahmen

Heute Mittag (10.12.09) war es dann soweit. Die erste Lieferung der neuen Sony PCM-M10 ist bei uns angekommen. Das Einführungsangebot hört sich vielversprechend an: 229 Euro für das Sony PCM-M10. Wir haben die Geräte sofort unter die Lupe genommen und die ersten Probeaufnahmen gemacht. Hier unsere ersten Eindrücke:

Optik und Haptik

Das Gerät ist kleiner als es auf den Fotos zunächst den Eindruck macht und liegt angenehm satt in der Hand. Es ist kleiner als das bekannte Zoom H2 (6,2cm*11,4cm*2,2cm). Obgleich Kunststoff das vorherrschende Material ist und lediglich die Vorderseite aus Metall ist, lässt die Verarbeitung nichts zu wünschen übrig. Die Vorderseite ist LS-xx-Niveau, der Rand und die Unterseite in der etwas einfacheren Zoom-Region angesiedelt. Die Bedienelemente sind allesamt gut zu fühlen, machen einen wertigen Eindruck. Lediglich der Lautstärkeregler an der Unterseite (?!) ist etwas wabbelig. Der Druckpunkt der Aufnahme und Wiedergabetasten ist perfekt, die Menütasten gehen uns allerdings zu schwer. Das Auspegelrad an der Seite ist angenehm schwergängig und geschützt, sodass ein versehentliches Verstellen in der Regel nicht passieren dürfte. Ansonsten gibt es noch mechanische Schalter für Geschwindigkeit, Indexmarken, Lowcut, Aussteuerung.

Bedienung und Funktionen

Der Sony PCM-M10 benötigt nach dem Einlegen der zwei AA Batterien etwas Zeit (5 Sekunden) für's Hochfahren. Der Batteriefachdeckel ist nicht abnehmbar und hängt in einer Verankerung. Auf dem großen Display bietet er genügend Raum für alle wichtigen Informationen, es ist größer als bei den Olympus-Mitbewerbern. Die Aufnahme ist sowohl im MP3 Modus (64, 128, 320kBit) oder WAV (bis 96KhZ, 24Bit) möglich, eine Monoaufnahme dagegen nicht.

Wie bei dieser Geräteklasse üblich, schaltet man den Aufnahmemodus über die Record-Taste scharf und kann dann in Ruhe alle Einstellungen vornehmen. Die Aufnahme selbst startet aber nicht durch ein zweites Anklicken, sondern durch die Pausetaste. Die Tasten selbst sind schick beleuchtet. Der optional einsetzbare Limiter hat bei unseren ersten Aufnahmen überraschend gute Arbeit geleistet, das ist ja sonst eher unüblich. Schön ist auch, dass man während der Aufnahme Indexmarken setzen kann. Diese lassen sich in der mitgelieferten Software Soundforge auch ansteuern, sodass die Marken also nicht nur im Gerät, sondern auch später am PC sinnvoll genutzt werden können. Wenn man eine Aufnahme wieder löschen möchte, wird nach Betätigen der Taste die Datei nochmal angespielt, so können auch Sehbehinderte mit dieser Funktion (wie auch mit allen weiteren, da das Menü statisch ist) gut umgehen. Negativ aufgefallen ist uns allerdings der integrierte, kleine Lautsprecher. Der ist so arg leise, dass er selbst im lautesten Modus im Prinzip nur sehr leise zu hören ist.

Eingänge hat das Sony PCM-M10 zwei - neben Line-in auch einen für Mikrofone mit 3,5mm Klinke. Ein Monitoring über den Kopfhöreranschluss ist möglich. Im Lieferumfang enthalten ist eine kabelgebundene Fernbedienung, die neben den Aufnahmefunktionen auch ermöglicht, Indexmarken zu setzen. Betrieben wird das Gerät wahlweise mit dem mitgelieferten Netzteil oder Akkus/Batterien (AA) und läuft damit bis zu 25 Stunden am Stück. Neben den 4GB internen Speicher speichert er alternativ auf MicroSD oder Mini-MemoryStick. Damit unterstützt Sony erstmals auch Kartentypen neben dem proprietären Sony MemoryStick, man möchte fast sagen "endlich".

Aufnahmequalität

Die Aufnahmequalität des Sony ist hörbar gut. Die Aufnahmen sind sehr rauscharm und die Tiefen sind angenehm deutlich. Bei den Probeaufnahmen haben wir stets ein Vergleichsgerät mit dazu genommen. Bei Sprachaufnahmen im Vergleich zum DM-550, der dort unsere Preis-Leistungsempfehlung ist, bei Atmo und Musik das LS-10 und schließlich noch eine Sprach-/Atmoaufnahme im Vergleich zum Olympus LS-11 (unserem Hörsieger). Grundsätzlich empfinden wir den Abstand der Geräte zu einander als nicht sonderlich groß. Das Sony zeichnet rauscharm auf, was vor allem bei Sprache gefällt. Allerdings zeigt das PCM-M10 bei der Detailwiedergabe einige Schwäche. Der fallende Regen, der Ende der ersten Aufnahme im Vergleich zum LS-11 zu hören ist, ist beim Sony nur sehr vage wahrnehmbar, beim LS-11 dagegen richtig deutlich. Rauscharm ja, aber scheinbar ein wenig auf Kosten des Detailreichtums.

Probeaufnahmen:

Erste Probeaufnahme Sony PCM-M10 (download)

Zum Vergleich Olympus LS-11 (download)

Alphörner Sony PCM-M10 (download)

Alphörner Olympus LS-10 (download)

Dampflok Sony PCM-M10 (download)

Dampflok Olympus LS-10 (download)

Sprache Sony PCM-M10 (download)

Sprache Olympus DM-550 (download)

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist als Eröffnungsangebot erfreulicherweise nicht nur das Gerät selbst, sondern auch ein Sony Kopfhörer, ein Windschutz, 4 Akkus und ein einfaches Ladegerät dabei. In der Verpackung findet sich zudem eine Produkt-CD mit Bedienungsanleitungen in verschiedenen Sprachen (.pdf), die Software "Sound Forge 9.0", eine Kabelfernbedienung (Aufnahme, Pause, Stopp, T-Marks), kleines Netzteil, Handbücher und 2 x Batterien.

Interessante Zubehörteile gibt es auch und zwar einen tragbaren Wiedergabelautsprecher mit Batterieversorgung. Dies könnte vor allem für Sprachaufzeichner (Logopädie, Gesang, Unterricht) eine lohnende Investition sein.

Fazit

Der Sony PCM-M10 ist erheblich günstiger als seine größeren Sony-Brüder. Trotzdem ist Sony mit dem PCM-M10 ein wirklich kompakter Rekorder gelungen, der uns auch von der Aufnahmequalität überzeugt. Seine Stärken hat er besonders bei Sprachaufnahmen und dürfte für Podcaster, Journalisten und Radioreporter sehr interessant sein. Für unseren Geschmack wirken Musik- und Naturaufnahmen etwas dumpf (hören Sie das Beispiel mit den Alphörnern). Zu bemängeln gibt es auch den internen Lautsprecher, aber wer mit Kopfhörer arbeitet, für den spielt das keine Rolle. Leider ist am Sony inzwischen viel Plastik verbaut worden, lediglich der vordere Rahmen ist aus Metall. Auch das Batteriefach wirkt etwas wackelig. Das Bedienkonzept erweist sich dagegen als intuitiv, hier merkt man die langjährige Mini-Disc-Erfahrung von Sony, auch die Tasten sind hochwertig. Mechanische Schalter für zahlreiche Einstellungen und eine unterschiedliche Haptik der Tasten sowie das direkte Setzen von T-Marks (die sich auch mit der Fernbedienung setzen lassen) runden die Bedienung ab. Lediglich der Lautstärkeregler wurde etwas ungünstig auf der Rückseite platziert. Die beigefügte Software "Sound Forge 9" lässt sich ebenfalls gut bedienen. In ihr findet man auch zuverlässig alle gesetzten Markierungen wieder. Von daher platziert sich der Sony PCM-M10 als spannende Alternative.
 

Das Handbuch zum Gerät finden Sie hier: Handbuch / Bedienungsanleitung

Die Sony Werbebroschüre mit einigen Infos gibt es hier: Sony PCM-M10 Infoflyer

Ausführliche Informationen für sehbehinderte und blinde Nutzer

1. "Was ist eigentlich in der Verpackung?"  Sony PCM-M10 (1:32) (download)

2. "Ausführliche Gerätebeschreibung" Sony PCM-M10 (7:41) (download)

3. "Außenaufnahmen" Sony PCM-M10 (7:41) (download)

Händlerinfos für Deutschland:

Der PCM-M10 ist SONY´s neuer 96kHz/24Bit-fähige Handheld-Recorder mit internen Elektret Kondensator Stereomikrofonen, 4 GB Flash-Speicher und einem MicroSD/Memory Stick Micro™ Steckplatz für zusätzlichen Speicher (max. +16GB).
Weitere Merkmale des PCM-M10 sind ein integrierter Lautsprecher, Cross-Memory-Aufzeichnung über alle vorhandenen Medien, digitale Tonhöhenänderung, der digitale Limiter, Low-Cut-Filter, Track-Mark-Funktionen, ein 5 Sekunden PreRecord Buffer und eine A-B Repeat-Funktion. Der Recorder verfügt über einen USB 2.0 HighSpeed Port für den einfachen Datenaustausch von nativen WAV oder MP3 Audiodateien zu und von Windows®- oder Macintosh® Computern. Das Gehäuse des PCM-M10 ist, wie auch alle anderen Recorder von SONY, aus Leichtmetall gefertigt und stellt somit eine äußerst robuste Konstruktion dar, die auch dank der langen Akkulaufzeiten mit konventionellen AA-Batterien oder Akkus für den täglichen Einsatz bestens gerüstet ist.

Kurzübersicht:

* Aufnahmen in Linear Audio max.24/96 oder MP3
* Hochwertige Elektret-Kondensator-Stereomikrofone
* Interner Monitorlautsprecher
* Flexible DSP-Wiedergabefunktionen
* Cross-Memory Aufzeichnung über alle Medien (max. 20 GB)
* Digitale Tonhöhenänderung, Limiter und Low-Cut Filter
* 5 Sekunden Pre-Record Buffer
* Manuelle oder automatische Aufnahmepegel-Steuerung
* 2-stufiger Bass-Boost für Playback
* USB-2.0 Standard für einfachen Up- und Download
* Software SoundForge Audio Studio LE
* Leichtmetallgehäuse
* Menüsprache Deutsch (auch Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Italisch)
* im Lieferumfang: Windschutz, Steckernetzteil, Kabel-Remote, 2x AA Batterien und USB Kabel
* 2 Farbvarianten: anthrazit oder bordeauxrot (ab Frühjahr 2010)
* Optionales Zubehör: Windschutz, Tragetasche und Transportcase mit 2 Passivlautsprechern
* Erstauslieferung für Ende November geplant (wird aber nicht eingehalten werden können)