Testbericht Olympus WS210S

Nachtrag: Mittlerweile wurde die Produktion des WS-210 eingestellt. Wir empfehlen den Nachfolger Olympus WS-450

Der digitale Notetaker WS200S ist seit mehreren  Jahren eines der erfolgreichen Consumer Aufnahmegeräte, die Olympus anbietet. Zur IFA 2007 hat Olympus nun seinen Nachfolger präsentiert, den wir in diesem Bericht näher unter die Lupe nehmen.

1. Optik und Bedienung

Das WS210S ist gleich hoch und nur wenige Millimeter schmaler als sein Vorgänger, macht aber auf den ersten Blick einen hochwertigeren und moderneren Eindruck. Das Gerät ist klein und wirkt robust und ist damit optimal für den Arbeitsalltag geeignet. Neben dem größeren (unbeleuchteten) Display fällt vor allem das abgerundete Design auf. Aber auch die Bedienelemente sind besser geworden und ähneln mit der 4-Wege-Wippe und den hervorgehobenen Bedienknöpfen jetzt dem WS331M . Dies erleichtert auch eine Bedienung ohne Hinsehen. Der Ein/Ausschalter befindet sich nun griffiger und leichter erreichbar an der rechten Seite. So wird die Bedienung mit einer Hand gut ermöglicht. Der Lautsprecher des Gerätes ist auf die Rückseite gewandert und entspricht in etwa der Qualität des Vorgängermodells, ist aber sowieso nur für gelegentliches Probehören geeignet.

2. Preis und Kapazität

Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde die UVP des Gerätes deutlich gesenkt. 99 Euro statt bisher 149 Euro sind nun die Empfehlung und das bei einem vierfach gesteigertem Speichervolumen von 512 MB statt bisher 128 MB. Damit sind Aufnahmen in bester Qualität von etwa 8/17 Stunden möglich (Qualität STXQ/STHQ). Das ist eine wirklich beachtliche Verbesserung und macht das Gerät in dieser Hinsicht zu einem sehr attraktiven Nachfolger.

3. Batterie, Datenübertragung

Die Batterie (eine AAA) wird nach wie vor an der Unterseite des Gerätes eingelegt und hält nun 21 Stunden im Aufnahmemodus und 7 Stunden im Abspielmodus (statt vorher 13/6). Ein Anschluss für ein Netzteil ist nicht vorgesehen. Dafür aber die elegante Übertragung der Daten auf den Computer. Olympus ist dem USB-Stick ähnlichen Prinzip treu geblieben. So werden keine Kabel benötigt, da das auseinander geklappte Gerät direkt in den PC gesteckt werden kann. Auch die Übertragungsgeschwindigkeit hat ein wenig zugelegt.

4. Aufnahmequalität

Das WS210S hat wie sein Vorgänger ein integriertes Stereomikrofon und die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschliessen. Die Aufnahmen, durch eine rote Signalleuchte angezeigt, werden im WMA Format (vergleichbar mit MP3) aufgezeichnet und können auf PC und Mac (mit dem kostenfreien Plug-in Flip4Mac ) abgespielt werden. Während der Aufnahme wird keine Aussteuerung angezeigt, ein Spulen während der Aufnahme (wie bei Diktiergeräten) ist nicht möglich.

Die Aufnahmequalität kann leider nicht mit der des Vorgängermodells mithalten. Das Hintergrundrauschen ist etwas stärker, die Aufnahme wirkt nicht mehr so satt und das Raumgefühl ist deutlich herabgesetzt (im Conference-Mode, ohne LowCut und Voicefilter). Das Rauschen lässt sich durch die Einstellmöglichkeiten zwar reduzieren, trotzdem hat Olympus hier gespart. Vielleicht auch, um eine deutlichere Trennung zwischen WS3xx und WS2xx herzustellen und damit die höheren Preise der 3er Serie zu rechtfertigen. Das ist allerdings sehr schade, denn damit sind die Aufnahmen zwar immer noch gut verständlich (siehe Hörprobe), lassen sich aber sicher nicht für O-Ton, Podcast oder Gruppengespräche empfehlen. Für eigene Notizen und Einzelinterviews ist es aber nach wie vor die preisgünstigste Lösung. 

5. Fazit

Mit dem WS210S kann man Notizen und Gespräche aufzeichnen, sollte aber keine Wunder bei der Aufnahmequalität erwarten. Dafür bekommt man ein äußerst günstiges, digitales Aufnahmegerät mit Speicherreserven und einem sehr guten Handling an die Hand. Für einen Preis von unter 100 Euro bietet es eine angemessene Leistung und bleibt für Einzelinterviews unsere Preis-/Leistungsempfehlung.

Alternativen

Günstiger geht es nur schwer. Wenn, dann auf Kosten der Qualität und des Speichers. Wer häufig Interviews oder Tagungen/Sitzungen/Konferenzen aufzeichnen möchte, sollte etwas mehr investieren und sich die WS3xx oder DS-Reihe näher anschauen.