Testbericht zum Olympus WS-450 bis WS-560M

Die digitalen Notetaker der WSxxx Serie sind seit 2005 unsere Empfehlung für günstige Interviewaufnahmegeräte. Im Mai 2009 ist nun die aktuelle Überarbeitung der WS-Modellreihe (WS-450 UVP 99,90 Euro,  WS-550 und WS-560) erschienen. Die Preise haben sich im Vergleich zu den Vorgängern deutlich reduziert. Das WS-550 liegt bei 109,90 Euro, also 30 Euro weniger als der vergleichbare Vorgänger WS-321. Das WS-560M wahrscheinlich bei 159,90 Euro. Was Preis und eingebauten Speicher angeht, gelingt Olympus also ein deutlicher Attraktivitätsgewinn. Wir haben die Geräte näher angeschaut und getestet - lesen und hören Sie im Folgenden unsere Eindrücke:

Ausstattung, Optik und Verarbeitung

Die neuen WS-Geräte gibt es in unterschiedlichen Farben. Das WS-550 ist wahlweise in blau, silber oder braun, das WS-450 weiß und das WS-560 braun. Die Kunststoffhülle wirkt etwas weicher als früher, die Maße sind aber identisch klein geblieben: 94,8 x 38 x 11 mm bei 46g - ein absolutes Leichtgewicht und sehr unauffällig.

Wirklich neu ist die Anordnung der Bedientasten. Diese sind (bis auf zwei sinnvolle Ausnahmen) alle auf die Vorderseite gewandert und praktisch mit dem Daumen gut zu erfühlen und zu bedienen. Das Display hat sich minimal vergrößert und wurde mit einer deutlich besseren Hintergrundbeleuchtung versehen. So lassen sich mehr Informationen darstellen, allerdings bei kleinerer Schrift.

Die Batterielaufzeit wurden erneut verbessert und reicht nach unserem Daueraufnahmetest für etwa 16/17 Stunden. Genutzt wird eine handelsübliche AAA Batterie. Pfiffig: Es besteht die Möglichkeit, vorhandene Akkus im Gerät über den USB-Anschluss zu laden. Das ist wirklich toll und spart Geld.

Leider gibt es auch eine Neuerung, die wir kritisch bewerten. Bisher waren die WS-Modelle ausklappbar, verwandelten sich so in einen schmalen USB-Stick und konnten einfach an einen PC angeschlossen werden. Die neuen Geräte lassen sich nicht ausklappen, sondern verfügen über einen herausschiebbaren USB Anschluß. Im Prinzip gut, allerdings passt der USB Anschluß jetzt nicht ohne weiteres an jeden PC, die Nische des Computers ist ggf. (wie bei uns) zu klein. Notfalls muss man eben auf ein mitgeliefertes Kabel ausweichen.

Speicher und Aufnahmequalität

Die neuen WS Geräte sind mit 1, 2 bzw. 4 GB ausgestattet, also jeweils doppelt so viel wie bei den Vorgängern. Das reicht für 17 Stunden (WS-450) bis 69 Stunden (WS-560) Aufnahmen im besten WMA Format. Mit dem großzügigen Speicherplatz von bis zu 4 Gigabyte spricht die Olympus WS-Serie vor allem jene Nutzer an, die das Gerät nicht nur zum Aufnehmen, sondern auch zum Wiedergeben von Podcasts, Hörbüchern und Musik nutzen möchten.

Die Aufnahmequalität hat sich unserer Einschätzung nach ganz leicht verbessert, obgleich dies auch fast eine Geschmacksfrage sein könnte. Die neue Serie klingt etwas rauschärmer, aber auch dumpfer, was unserer Ansicht nach bei Einzelinterviews die Verständlichkeit verbessert. Trotzdem ist auch etwas mehr Räumlichkeit wahrzunehmen. Aber hören und entscheiden Sie selbst. Wir haben ein WS-321 und ein WS-450 zeitgleich für zwei Aufnahmen genutzt.

Fazit 

Das Gerät eignet sich auf Basis dieser Einschätzung ideal für Einzel- oder Kleingruppengesprächen. Der deutlich günstigere Preis bei höherem Speicherplatz machen die neue WS-xxx zu unserem Preis-Leistungs-Favoriten für einfache Interviewsituationen von Einzelinterviews bis zu Vier-Personen-Gesprächen. 

Alternativen

Hochwertige Musikaufnahmen, Gruppensitzungen, Tagungen oder ähnliches lassen sich allerdings nicht gut damit aufzeichnen. In Bedarfsfall sollten Sie dann eher auf Modelle wie dem Olympus DM-550, LS-10 oder Tascam DR-07 zurückgreifen. Alle anderen machen bei diesem Produkt nichts verkehrt und haben einen verlässlichen Begleiter in Wissenschaft und Forschung.