Testbericht zur Olympus DS-Reihe

DS-30, DS-40 und DS-50

Mittlerweile sind die Olympus DS-30, DS-40, DS-50 veraltet, da Olympus neue Geräte mit deutlich mehr Speicherplatz auf den Markt gebracht hat. Was in puncto Aufnahmequalität, Verarbeitung und Bedienbarkeit für die alten Geräte galt, gilt jedoch auch für die neueren Geräte. Daher finden Sie hier weiterhin unseren Testbericht über das Olympus DS-30.

1. Optik und Verarbeitung

Das Olympus DS-30 kann sich sehen lassen. Der erste Eindruck nach dem Auspacken erfreut. Das Gerät besteht aus einem anthrazitfarbenen Gehäuse, liegt gut und satt in der Hand und wirkt edel und wertig. Es ist genauso hoch und etwas dicker als die WS-Geräte, aber noch immer sehr handlich.

Eine sehr deutliche Verbesserung gegenüber der WS Serie: Das Gerätedisplay ist etwa doppelt so groß wie vorher, mit angenehmer, blauer Hintergrundbeleuchtung und allen wesentlichen Informationen versehen (Aussteuerung, Batteriestand, Ordner, Zeit etc.).

2. Batterie und Netzanschluss

Bezüglich der Batterielaufzeit hat Olympus gut zugelegt. Nun sitzen zwei auswechselbare Batterien im Gerät, die eine Aufnahmedauer von bis zu 30 Stunden oder eine Wiedergabe bis zu 25 Stunden mit Ohrhörern ermöglichen.

Wem das nicht ausreicht, der kann sich für günstige 20 Euro ein Netzteil dazu kaufen. Das ist klasse und kein selbstverständliches Feature bei Produkten dieser Art. Man merkt, dass sich hier die Entwickler wirklich Gedanken gemacht haben.

3. Bedienung

Die Anordnung der Tasten ist deutlich verbessert. Alle Tasten sind besser zu sehen und zu spüren als bei der WS Serie. Hier wurde laut Olympus explizit Wert darauf gelegt, das Gerät auch für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit gut bedienbar zu gestalten.

Dazu gehören die gut aufzufindenden und ergonomischer angeordneten Tasten, das verbesserte Display und die Möglichkeit einer Menüführung in Form eines "sprechenden Menüs". Jeder Menüeintrag kann also auch angesagt und erläutert werden. Dadurch ist nach ein wenig Übung auch eine "blinde" Bedienung möglich. Ein Podcast des Projekts Incobs (http://incobs.podspot.de/) beschäftigt sich mit der Bedienbarkeit des Gerätes für Menschen mit Sehbehinderung. (Standardmäßig sind die Sprachmeldungen auf Englisch. Gerne installieren wir Ihnen auf Anfrage auch eine deutschsprachige Menüführung.)

Ein größerer Lautsprecher befindet sich auf der Rückseite des Gerätes. Ansonsten ist die Tastenbelegung und Menüführung wie im Vorgängermodell angenehm einfach. Grundfunktionen wie Aufnehmen, Abhören und Lautstärke sind intuitiv zu nutzen, auch ohne Handbuch.

4. Aufnahmequalität & Probeaufnahmen

Auffällige Neuerung am DS-30 ist das aufgesteckte Stereomikrofon, bei dem die Mikrofonkapseln hinter kleinen Metallgittern deutlich ins Auge fallen. Das Mikrofon passt direkt auf das Gehäuse und fügt sich in dessen Optik ein.

Die Aufnahmequalität des Mikrofons überzeugt. Wir waren überrascht, klingt doch dieses Stereomikrofon sogar noch besser als ein WS-300 mit gutem, externen Stereomikrofon (audiotechnica pro für 119 Euro), wie Sie in der Probeaufnahme selbst hören können. Die Aufnahme im WMA Format ist laut und klar verständlich. Im besten Aufnahmemodus wird ein hoher Frequenzgang unterstützt (50-19000 Hz), das bewirkt natürliche und klare Aufnahmen. Unter dem aufsteckbaren Stereo-Mikrofon befindet sich zusätzlich ein Mono-Mikrofon.

Die Empfindlichkeit des Mikrofons kann je nach Situation passend eingestellt werden. Es stehen die Modi Diktat, Konferenz und Vorlesung zur Verfügung, bewirken wirklich eine hörbare und sinnvolle Veränderung und bieten damit viel Spielraum. Die Aufnahmen haben eine gute räumlichen Abbildung und ein geringes, aber vorhandenes Hintergrundrauschen. Es lassen sich allerdings Kompressionseffekte als leichtes Klirren wahrnehmen. Daher eignet es sich sicher nicht für Konzertmitschnitte, sondern ist ideal für Sprach- bzw. Interviewaufnahmen.

Es kann zusätzlich jederzeit ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Allerdings wird selbst durch das audiotechnica pro24 die Qualität der Aufnahme nicht wirklich verbessert. Somit ist im Grunde eine weitere Geldausgabe für externe Mikrofone nicht unbedingt notwendig, außer ggf. für eine diskretere Aufnahme durch ein Mikrofon am Kragen. Durch die Speisespannung können auch batterielose Electret-Mikrofone angeschlossen werden.

Olympus DS 30 mit Stereomikrofon im STHQ - Modus
(download 1,6MB)

Olympus WS-311 mit Mikrofon und DS-30 im Vergleich (download)

Podcast des Projets INCOBS zur Olympus DS-Serie
Zur Webseite des Projekts
Download des Podcasts (mp3; 6,6 MB)

5. Datenübertragung und Kapazität

Ein bisschen wehmütig sind wir schon: Das DS-30 lässt sich nicht mehr so schön zu einem USB-Stick auseinander ziehen wie die WS Serie. So brauchte man bisher an keinerlei Kabel zu denken. Beim DS-30 wird nun ein USB-Kabel mitgeliefert, das Sie zum Übertragen der Audioaufnahmen anschließen müssen (natürlich Mac und PC kompatibel). An sich ist das nicht tragisch oder problematisch, aber eben nicht mehr ganz so unkompliziert wie bei der WS Serie. Das Übertragen klappt aber genauso einfach (USB Mass Storage) per Explorer oder Finder.

Die Speicherkapazität von 256 MB ist nicht üppig, da hätten wir mehr erwartet. Es reicht aber immer noch für etwa 8 Stunden Interviewaufnahme am Stück.

Nachtrag:

Die Nachfolgemodelle des DS-30 beheben nun dieses kleine Manko mehr als ausreichend. Die Modelle verfügen über folgende Speicherkapazitäten:

DS-55: 1 GB, 16 Stunden Aufnahme

DS-65: 2 GB, 32 Stunden Aufnahme

DS-75: 4 GB, 64 Stunden Aufnahme

Die Angaben beziehen sich auf die beste Qualitätsstufe "Stereo-XQ", durch die Wahl geringerer Qualitätsstufen lässt sich die maximale Aufnahmedauer vervielfachen. Das Umschalten auf die nächst-"schlechtere" Qualitätsstufe "Stereo-HQ" beispielsweise ist kaum hörbar und verdoppelt die Aufnahmedauer. 

6. Abspielen: MP3, WMA, Audible u.a.

Das DS-30 kann aber nicht nur aufnehmen, sondern auch abspielen. Und das eben nicht nur die eigenen Aufnahmen, sondern alles, was Sie als MP3, WMA oder sogar Audible-Datei übertragen und darüber hinaus auch Podcasts und audible-Hörbücher. Also genügend Spielraum, um das Gerät auch als ordentlichen Audioplayer für unterwegs zu nutzen, wenn da nicht die doch recht knappe Speicherkapazität von 256MB wäre.

7. Empfohlene Einsatzgebiete

Aus der Aufnahmequalität und dem Bedienkonzept der Olympus DS-Serie ergeben sich folgende sinnvolle Einsatzgebiete:
- Aufnahme von Einzel- und Gruppeninterviews
- Therapiesitzungen
- Tagungen und Vorlesungen
- schnelle Notizen unterwegs

Natürlich werden auch Journalisten ihre Freude an diesem Gerät haben. Eingeschränkt können wir es sogar für die Podcastproduktion empfehlen. Es eignet sich hingegen nicht für professionelles Diktieren (z.B. kein Schiebeschalter), Musik- oder Hörbuchaufnahmen. Dafür sind andere Geräte wesentlich passender (vgl. Olympus DS-4000, Sony HiMD MZ-RH1, Hörbuchequipment).

8. Fazit

Super. Ein Modell mit gelungener Aufnahmequalität, durchdachtem Bedienungsdesign und sinnvollen Features bei angemessenem Preis.