Vergleichstest Olympus LS 10 und Zoom H2

Die digitalen Rekorder Olympus LS-10 und Zoom H2 erfreuen sich großer Beliebtheit. Ob für Musik-, Natur- oder Sprachaufnahmen, für Einzel- und Gruppeninterviews oder Notizen. Dennoch unterscheiden sie sich erheblich im Preis, Bedienbarkeit und der Aufnahmequalität. Welches Gerät ist nun das „bessere" für Sie? Eher der günstige H2 oder doch der etwas hochwertigere aber auch doppelt so teure LS-10? Wir haben die beiden Rekorder parallel in unterschiedlichen Aufnahmesituationen getestet und geben Ihnen die Möglichkeit, Ihr eigenes Urteil zu bilden. Für einen direkten Höreindruck haben wir für Sie direkte Vergleichsaufnahmen in verschiedenen Settings erstellt.

Wichtig sind zwei Fragen: Welches Einsatzgebiet möchten Sie nutzen? Und: Welche Eigenschaften sind Ihnen wichtig?

Grundsätzlich hängt die Aufnahmequalität von mehreren Faktoren ab:

1. Das Setting (die Umgebung) in der Sie aufnehmen.
2. Interne Mikrofoneinstellungen und Gerätekonfigurationen.
3. Externe- oder interne Mikrofone und wenn extern: welche Qualität?
4. Ganz wichtig: das Hörempfinden des Zuhörers. Mögen Sie mehr Höhen oder Bass?

Probeaufnahmen

Sprachaufnahme: ein Sprecher

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Interviewsituation: zwei Sprecher mit Hintergrundgeräuschen in einem Büro

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Auf einer Autobahnbrücke: können Sie die verschiedenen Fahrspuren trennen?

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Zug in der Ferne: Wie viele Grillen hören Sie?

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Flusswehr, Fahrräder, Autos

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Musik, Chor

(mit bestem Dank an das Capella Moguntina Ensemble )

Zoom H2 (download)

LS-10 (download)

Besonderheiten der Geräte im direkten Vergleich:

Olympus LS 10

Hochwertig verarbeitetes Gehäuse, klare Struktur der Tasten, interner Speicher. Gute Qualität mit externem Mikrofon gut, lange Batterielaufzeit (8-9 Stunden). Die Voreinstellungen für die internen Mikrofone (Zoom-Mic) weisen ein konstantes und natürliches Mikrofonverhalten auf. Lediglich die Einstellungen „Wide" und „Standard" zeigen - auch bei Line-In-Aufnahmen - eine gewisse Eigendynamik: Das Gerät pegelt bei Übersteuerung selbstständig herunter. Die nachfolgenden 20 Sekunden werden ungewöhnlich leise aufgenommen. Im „Wide"-Modus ändert sich der Raumklang selbständig, je nach Geräuschkulisse.

Zoom H2

Gehäuse aus Plastik, Tastendruck undeutlich, externes Mikrofon nur mit starkem Rauschen, interne Mikrofone sehr gut, schlechte Batterielaufzeit von 2- 4 Stunden. Die vom H2 erstellten MP3-Dateien werden bei Nachbearbeitung am Rechner (Normalisierung und Hinzufügen von Effekten) verzerrt und rauschen. Der eingebaute Encoder scheint minderer Qualität. Ohne Nachbearbeitung sind die Dateien jedoch nach wie vor in der Spitzenklasse anzusiedeln, vor allem für Sprachaufzeichnung. Für die Nachbearbeitung empfiehlt sich die Aufnahme im WAV-Format.

Mikrofoneinstellungen - Empfehlungen:
- 90 Grad Front: für Sprachaufnahmen
- 120 Grad Rear: klingt eher dumpf und unnatürlich
- 2 Ch: bestens geeignet für Musik- und Naturaufnahmen im Stereoklang

Fazit

Beide Rekorder sind hochwertig in ihrer Aufnahme und bieten zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten um diese noch zu verfeinern. Der Preisunterschied von rund 200 Euro lässt sich beim genaueren Testen der Geräte nachvollziehen - achten Sie auf die Grillen in der Probeaufnahme. Verarbeitung, Bedienbarkeit und interner Encoder sind beim Olympus wesentlich besser. Der Zoom H2 bietet in seiner Preisklasse aber eine sehr gute Aufnahmequalität.