Musiktest 2013

Für unseren Vergleichstest haben wir dieses Mal eine konkrete Aufgabenstellung genutzt: Es galt das Semesterabschlusskonzert des Marburger Studenten-Sinfonieorchesters möglichst gut aufzunehmen, um die Videoaufzeichnung des Auftritts zu vertonen. Um zu entscheiden, welche Geräte zum Einsatz kommen sollten, haben wir zur Generalprobe folgende Testgeräte eingepackt:  Roland R26, Zoom H2n, Olympus LS 11, 14 und 100 sowie die Kunstkopf-Mikrofone.

Testlauf 

Die Generalprobe lieferte uns eine erste Klangprobe. Das LS 14 nahm ohne das omnidirektionale dritte Mikrofon auf, der R 26 im "Konferenzmodus", Zoom H2n in Surround und die beiden Olympus-Geräte mit "XY". Nehmen Sie sich auf jeden Fall einen guten Kopfhörer, um hier die Unterschiede herauszuhören.

 Olympus LS-100 (download)

 Olympus LS-11 (download)

 Olympus LS-14 (download)

 Olympus LS-5 mit OKM (download)

 Roland R-26 (download)

 Zoom H2n (download)

Qualifying - unsere Auswahl für den Live-Einsatz

Zur Bewertung haben wir die Aufnahmen - wie immer - anonymisiert angehört und diskutiert. Erst nach der Diskussion wurde entschlüsselt, welches Gerät hinter welcher Aufnahme steckt. Unsere Bewertung: Zwei Aufnahmen ragen durch Ihre Stereobreite hervor: Zoom H2n und die, auf vielfachen Wunsch am LS 5 hängenden, OKMs. Letztere waren uns für diesen Einsatz jedoch etwas zu flach im Klangbild, etwas unnatürlich (Hall kehrt wieder zurück), auch klingt der Stereoeindruck viel zu breit mit einer Lücke in der Mitte, gerade so, als säße man direkt im Orchester.

LS 100 und Roland wirken auch gut, haben aber nicht diese Stereobreite. Das LS 100 besticht zum Ausgleich jedoch durch eine äußerst klare Wiedergabe, die auch den Raum zwischen den Instrumenten erhören lässt. Das LS 11 klingt nach wie vor gut, im Vergleich mit den übrigen aber etwas zurückhaltend und weit weg. Endtäuscht waren wir etwas vom LS 14, das in diesem Setting seine Stärken nicht ausspielen konnte. Die Aufnahme klingt etwas distanziert, als würde man weit entfernt vom Orchester stehen. 

Für das eigentliche Konzert entschieden wir uns also für den Zoom H2n und LS 100.

Die finale Aufnahme

Auszug aus: Dvorak-Sinfonie Nr. 9-Adagio-Allegro molto

 Olympus LS-100 (download)

 Zoom H2n (download)

Unser Fazit

Alle Rekorder spielen in der 1. Liga und liefern tolle Aufnahmen, die für eine private CD-Aufnahme für Bekannte und Freunde sehr gut verwendet werden können. Die Auswahl des richtigen Aufnahmemodus und die Kontrolle der Aussteuerung stellt eine kleine aber überwindbare Hürde dar. Wir empfehlen, den Pegel während der Aufnahme kontinuierlich per Kopfhörer zu konrollieren.  So kann durchaus  eine "semi-Profi-Aufnahme" ohne größeren Aufwand entstehen. 

Das Olympus LS 100 konnte uns durch sehr klare Aufnahmen überzeugen. Dennoch schneidet das Zoom H2n in der Aufnahmequalität für uns als Gewinner ab. Dieses kleine Gerät vermag eine unglaubliche Breite aufzunehmen, ohne an Kraft zu verlieren und trotzdem wirkt die Musik natürlich und klar.