Hessischer Gruenderpreis

Verfasst von Thorsten Dresing am 25.01.2009

Auch Edirols Nachfolger
findet nicht 100% unser
gefallen.

Edirol R 09

Flashrekorder nehmen Audiodateien auf eine auswechselbare SD-oder CF-Speicherkarte auf. Der größte Vorteil dieser Bauart ist im Normalfall, dass die Aufnahme nicht beeinträchtigt wird, weder durch Geräusche, die am Gerät durch das Laufwerk entstehen, noch durch Geräusche von externen Mikrophonen, welche sich zu nahe am Gerät befinden. Leider arbeitet der Flash-Rekorder Edirol 09 jedoch nicht gänzlich entsprechend dieser Prämisse. Bei besonders leisen Aufnahmen oder entfernten Sprechern ist ein kräftiges Grundrauschen zu vernehmen.

Verarbeitung

Das Gehäuse besteht zum größten Teil aus Plastik und ist bei starker Nutzung und häufigen Transport sehr anfällig. Die seitlichen Gummiverstrebungen, in denen ebenfalls Bedienungsknöpfe eingelassen sind, wölben sich schnell und stehen dann unschön vom Gehäuse ab. Die Funktion ist davon nicht direkt beeinflusst, die vorher geschützten Anschlüsse sind dann jedoch nur noch unzureichend gegen Staub und Jackentaschen-Krümel geschützt. Anfällig wirkt das Batteriefach. Man benötigt ausgeprägte Feinmotorik, um die Batterien auszutauschen und läuft bei unvorsichtiger oder schneller Handhabung Gefahr, eines der kleinen Plastikteilchen abzubrechen.

Bedienung und Kapazität

Das Gerät zeichnet sich ansonsten durch benutzerfreundliche Bedienbarkeit und die leichte Menüführung aus. Es können qualitativ unterschiedliche Aufnahmen erstellt werden, einerseits im MP3-Format (64 bis 320 KBPS), andererseits im unkomprimierten WAV-Format (24-bit/48kHz oder 44.1kHz). Für den digitalen Datentransfer auf den PC gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten: via Kabel über die USB-Schnittstelle oder über das Einlegen einer SD-Card in ein Notebook oder einen externen Card-Reader. Dieser direkte Weg ist wesentlich schneller als der Datentransfer übers Kabel,  trotz USB 2.0. So braucht eine 1-GB-Aufnahme über SD-Card ca. 1.40 Min während sie über den USB-Kabel-Weg erst in knapp 6 Minuten übertragen ist. Mignon Batterien halten bei Dauerbetrieb ca. 5,5 Stunden. Die Mitgelieferte SD-Karte reicht für ganze 3 Minuten Aufnahme im mp3-Format (mit 128 kbps). Seit dem letzten Firmware-Update kann man jedoch Karten bis 8GB nutzen, die Kapazität für 136 Stunden Aufnahmen liefern.

Die Aufnahme

Das Gerät ist gut für Interviews oder zur Aufzeichnung von Kleingruppen-Besprechungen zu verwenden. Bei Aufnahmen größerer Gruppen in weiteren Räumen, bei denen eine Vollaussteuerung nötig ist , wirkt sich das relativ hohe Eigenrauschen des internen Vorverstärkers deutlich negativ aus. Das Edirol 09 ist auch mit externen Mikrofonen verwendbar, zum Beispiel mit dem Sony mt 907.

Fazit

Das Edirol wurde speziell für Podcasts und Musikaufnahmen konzipiert. Hierbei ist das Eigenrauschen des Gerätes jedoch ein deutliches Manko. Der Preis von 380 Euro UVP liegt bei den Leistungsmerkmalen zu hoch, vergleicht man den Edirol z. B. mit dem Zoom H2. 

Nachteile im Telegramm: - instabile Verarbeitung und Gehäuse - kein interner Lautsprecher - kein Marken setzen - kein Track Resuming  - nach Ausschalten des Gerätes beginnt der Edirol wieder bei Track Nr. 1, Rückspulen in einen vorherigen Track ist ebenfalls nicht möglich - Kanäle links und rechts können nicht getrennt ausgesteuert werden -
Vorteile im Telegramm: + sehr klein und leicht + variable Qualität (.wav und .mp3) + internes Mikro mit hoher Qualität + Aussteuerung automatisch und abschaltbar + Bassfilter und Mikrofonemfindlichkeit einstellbar + Stereo- / Monoaufnahmen mit externem Mikrofon möglich +

 

Technische Daten:
Gewicht: 145 gr. mit eingelegten Batterien und SD-Card; Maße: 63 mm x 102 mm x 29 mm;

Eingebaute Stereomikrofone (mit Kugelrichtcharakteristik); 2 Spuren; (Stereo)Signalverarbeitung: AD/DA Wandlung: 24 Bit, 44.1/48 kHz; Datenformate: MPEG 1, Audio Layer 3 (MP3), Sampling Rate: 44.1/48 kHz, Bit Rates: 64/96/128/160/192/256/320 kbps, Format: WAV, Sampling Rate: 44.1/48 kHz, Bittiefe 6/24Bit; Speicherkarte: SD Card (unterstützt 32 MB–8GB - nach Firmware Update) Audioeingänge:Interne Stereo Mikrofone, Externer MIC Eingang (Stereominiaturbuchse, plug-in powered mic), LINE IN (Stereominiaturbuchse), Internes Mic (stereo), MicEingangsbuchse (Stereominiaturbuchse, plug-in power), Lineeingangsbuchse (Stereominiaturbuchse)

 

 

 

 

 

 

 

Edirol R09

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufnahme mit dem Edirol R09 (download 1MB)

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15.10.2009 - Anonymous (nicht überprüft) sagt:

hab noch nie ein deart unqualifizierten Test gelesen.
Ich habe den Edirol r09hr seit ca 1,5 Jahren im fast täglichen Dauereinsatz. Das Gerät ist robust, sehr gut ablesbar und bedienbar, und das Rauschverhalten ist auch gut. Ich habe auch den Zoom H2, den Zoom H4 und den Tascam dr-1 und den Sony 50 getestet. Von all diesen Geräten hat mir der Edirol am besten gefallen.

16.10.2009 - Thorsten Dresing sagt:

Hallo Anonymer,
gerne stellen wir uns der Kritik. Allerdings sind die Fakten für uns ziemlich eindeutig. Anhand der Probeaufnahmen die wir von allen wichtigen Geräten erstellt haben (nachzuhören in unserem großen Vergleichstest) kann jeder für sich nachhören wie gut oder schlecht das Edirol im Vergleich klingt. Das für uns eindeutig via Kopfhörer nachzuvollziehende Fazit lautet: Das Edirol ist schlechter in der Aufnahmequalität als die meisten seiner Mitbewerber. Um das genau nachzuvollziehen, bitte in unserem großen Vergleichstest nachlesen und -hören:
http://www.audiotranskription.de/vergleichstest-digitaler-rekorder.htm
Wir fanden es selbst überraschend, aber es ist sehr deutlich hörbar. Über die weiteren Vor- und Nachteile des Edirol haben wir ja oben nachlesbar Auskunft gegeben. Sollten Fehlinformationen dabei sein, korrigieren wir diese gerne. Ziel für uns ist eine transparente Darstellung der Geräte.

18.12.2009 - Klaus (nicht überprüft) sagt:

@Anonymous
So ist das nun mal bei Tests. Auch ich war erstaunt, den Edirol bei diesem Test gar nicht ganz vorne zu finden, obwohl z.B. "Video Aktiv" den Recorder mit "Preis/Leistung sehr gut" bewertet hat und ich auch sonst viel Lob im WWW lesen konnte.

Immerhin gestehen die Tester ja selbst:

"Wir verdienen unseren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Rekorder. Damit sind wir natürlich nicht ganz unabhängig."

Bezeichnenderweise wird der Eridol auch nicht im Shop angeboten. Ein Schelm, der böses dabei denkt!

Im übrigen kann man genauso gut negative Beurteilungen im www über den „Testsieger“ LS 11 finden, z.B. hier:

Muss meine erste Begeisterung für das Gerät wohl revidieren. Wenn man den noisefloor samples auf www.wingfieldaudio.com glaubt scheint das Ding eine ziemliche Rauschschleuder zu sein.
Bestes und klarstes Ergebnis liefert hier am mic in der Sony PCM M10 sogar besser als der Edirol R-09HR der im Vergleich dazu ein wenig dumpf klingt. Von den internen micros ist er vielleicht nicht so klar aber auch passabel..."

Quelle:
http://www.minidiscforum.de/forum/viewtopic.php?f=28&t=20119

Da hilft für mich nur eins: Den bestellten R09 abwarten und selbst testen!
Auf meine Ohren ist Verlass!

18.12.2009 - Thorsten Dresing sagt:

Hallo Klaus, danke für deine offenen Skepsis. Wir orientieren uns natürlich an unseren eigenen Ohren und vielleicht unterscheidet sich die Wahrnehmung. Aber wir machen es ganz transparent und für jeden nachhörbar. Und ich finde es ganz offensichtlich in den Situationen die wir aufgenommen haben: LS-11 rauscht kaum, Edirol wirkt wie durch einen Schleier - jeder kann es im Vergleichstest selbst nachhören, da haben wir die Originalaufnahmen zum Download!

Die beste Lösung ist natürlich es selbst auszuprobieren und zu vergleichen! Edirol würden wir übrigens umgehend verkaufen, wenn wir davon überzeugt wären :-)

Wer uns direkt vorführen kann, wie man mit dem Edirol und seinen internen Mics eine bessere Aufnahme machen kann als mit dem LS-11 ist herzlich eingeladen uns in Marburg zu besuchen!

Viele Grüße
Dr. Thorsten Dresing

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