Testbericht zum Diktiergerät Olympus DS-3400
09.06.2009
Eine Eigenschaft, die ein klassisches Diktiergerät immer benötigt, ist die Möglichkeit, gerade eben Aufgenommenes zurückzuspulen, um es wieder zu übersprechen - die so genannte „Editierfunktion“. So kann man eine falsche Aussage rasch übersprechen und muss später nur den richtigen Inhalt in schriftliche Form bringen (lassen). Genau so haben die alten Kassettendiktiergeräte mit Schiebeschalter immer schon gearbeitet und nur so macht es für das digitale Diktieren auch wirklich Sinn. Diese Editierfunktion wird aber nur von sehr wenigen Herstellern (Olympus, Grundig und Philips) praxistauglich umgesetzt. Günstigere Aufnahmegeräte können nämlich nur aufnehmen, nicht aber bereits Aufgenommenes übersprechen oder gar Passagen nachträglich einfügen. Das neue DS-3400 (349 Euro brutto) von Olympus ist ein solches "echtes" Diktiergerät, dass sowohl mit einem Mac- als auch Windows-Computer zusammenarbeitet. Es positioniert sich preislich zwischen den bestehenden Angeboten DS-2400 (279 Euro Brutto) und DS-5000 (589 Euro Brutto). Wir zeigen Ihnen, was Sie vom DS-3400 erwarten können und worin die wesentlichen Unterschiede zu anderen Diktiergeräten von Olympus bestehen.
Haptik, Optik und Handling
Nachdem ich das DS-3400 aus seiner Verpackung nehme, fällt mir sofort die hochwertige und metallartige Hülle auf. Hier klappert nichts, das Gerät liegt satt in der Hand und die Tasten haben fast alle einen optimalen Druckpunkt (die Funktionstasten sind ggf. etwas zu weich geraten). Das beleuchtete Display ist groß und die wichtigsten Daten sind auch mit schlechten Augen gut lesbar.
Neben dem Diktiergerät selbst wird als Zubehör eine wertige Ledertasche (die das Gerät beim Transport gut schützt und trotzdem bedienbar lässt), USB-Kabel für den Datentransport und eine SD-Karte mitgeliefert. Leider fehlt eine passende Docking-Station, lediglich das DS-5000 verfügt von Haus aus über diese praktische Erweiterung (optional für 99 Euro netto erhältlich). Das gedruckte Handbuch und die Software sind in deutscher Sprache. Als Energielieferant werden 2 AAA Batterien mitgeliefert, grundsätzlich wäre das DS-3400 aber auch über Akkus lauffähig (sogar mit dem Akku-Pack des DS-5000).
Die Datenübertragung erfolgt über das USB-Kabel oder die (optionale) Docking-Station. Sinnvollerweise nutzen Sie dafür die mitgelieferte Software, grundsätzlich wird das Gerät aber auch als USB-Device erkannt, sodass Sie ganz normal über den Windows Explorer zugreifen können. Der Vorteil der mitgelieferten Software ist aber deutlich spürbar. Sie erkennt das Gerät automatisch, lädt die Diktate auf den Rechner und verteilt sie ggf. direkt an Schreibkräfte. So werden die Diktate automatisch per E-Mail, FTP oder Netzwerkordner an eine (oder mehrere) Schreibkraft gesendet - eben echte Diktatverwaltung.

Diktiergerät Olympus DS-3400
Aufnahmequalität und Datenformat
Das Olympus DS-3400 nimmt im aktuellen Dateiformat für Diktate (DS2) auf. Dieses Format wurde von Olympus, Philips und Grundig entwickelt, ist besonders stark komprimiert und liegt nur im Monoqualität vor. Das bedingt einige Vor- und Nachteile:
Ein Vorteil ist sicher die geringe Dateigröße. So lassen sich die Daten auch längerer Aufnahmen gut per Mail oder Netzwerk versenden. Das DS2-Format lässt sich auch sicher verschlüsseln, was gerade bei sensiblen Inhalten und in großen Betrieben sinnvoll und wichtig ist.
Die Nachteile beziehen sich vor allem auf die Aufnahmequalität. Die starke Kompression erzeugt Fehler, ähnlich wie bei einem Bild, das stark als JPG komprimiert wurde. Diese sind hörbar, bei Diktaten noch akzeptabel, bei Interviewaufnahmen aber störend. Die Monoaufnahme erschwert bei Gruppengesprächen das Auseinanderhalten von Redebeiträgen, wenn Personen gleichzeitig sprechen. Ein weiterer Nachteil ist, dass das DS2 Format proprietär und geschützt ist, d.h. es ist nur von der Hardware der oben genannten Hersteller auch einfach wieder zu transkribieren. Wer etwas Umwandlungsarbeit nicht scheut, kann mit der beim DS-3400 mitgelieferten Software die DS2 Dateien in WAV umwandeln (geht auch automatisiert).
Die Probeaufnahmen wurden mit einem Diktiergerät DS-3400 und eine Notetaker von Olympus, dem neuen WS-450 (99 Euro brutto), erzeugt. Dabei haben wir keine Diktiersituation nachgestellt (von der wir wissen, dass das DS-3400 sie gut meistert), sondern eine Gesprächsituation aufgezeichnet. Uns interessierte, ob sich das DS-3400 auch für solche Situationen eignet. Die Probeaufnahmen können sie am besten mit einem Kopfhörer nachvollziehen.
Probeaufnahmen:
Diktiergerät Olympus DS-3400 (download)
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Notetaker Olympus WS-450 (download)
Fazit: Das DS-3400 ist vom Anwendungsgebiet hauptsächlich auf "Diktieren" ausgerichtet, weniger auf die Aufnahmen von Gesprächen. Dafür sind andere, ggf. günstigere Geräte besser geeignet, die dann allerdings keine Diktierfunktion besitzen. Wer ab und zu auch ein Gespräch aufzeichnen möchte, hauptsächlich aber diktiert, hat mit dem DS-3400 eine passable Lösung, die beides ermöglicht.
Transkriptionslösungen
Nach der erfolgten Aufnahmen müssen die Daten natürlich in schriftliche Form gebracht werden. Spracherkennung stehen wir skeptisch, aber offen gegenüber, aktuell scheint sie nur für wenige Anwender wirklich sinnvoll zu sein. Schneller ist in der Regel das manuelle Abtippen durch eine Schreibkraft. Und diese benötigt, so wie man es seit Jahrzehnten kennt, ein Fußpedal und für den Computer eine entsprechende Software. Olympus hat zwei verschiedenen Sets im Angebot, das AS-2400 (159 Euro brutto) und das AS-5000 (284 Euro brutto). Letzteres wird mit der passenden Softwareversion zum DS-3400 geliefert und unterstützt die ausgefeilten Netzwerkfunktionalitäten des Diktiergerätes. Die Aufnahmen lassen sich aber auch mit dem AS-2400 abspielen, wenn man auf einige Automatisierungsschritte verzichtet (z.B. automatischer Diktatempfang per MAPI-Mail, Empfang per FTP und einige mehr).

Schreibplatz Olympus AS-2400/5000
Vergleich mit DS-5000 & DS-2400
Kurz gesagt handelt es sich bei dem DS-3400 um ein (schwarzes) DS-2400 mit der „Pro“-Version der DSS-Player Software. Die Pro-Version bietet unter anderem Vorteile in Verschlüsselung und Diktatmanagement, mit dem die Diktate automatisch an voreingestellte Adressen versendet werden können. Dies ist auch mit personalisierten Regeln möglich, wie zum Beispiel: Briefe per E-Mail an xy versendet, Gutachten per FTP hochgeladen. In der günstigeren Softwareversion des DS-2400 müssen die Diktate hingegen von Hand in das E-Mail-Programm gezogen werden. Zudem bietet die Pro-Version Unterstützung gängiger Terminal-Server Lösungen.
Vom DS-5000 unterscheidet sich das DS-3400 zunächst augenfällig durch den nicht vorhandenen Schiebeschalter. Während der Schiebeschalter für einige ein gewohntes „Muss“ ist, kann man sich an die Bedienung durch Drucktasten durchaus recht schnell gewöhnen. Sie scheint uns sogar etwas ergonomischer, da der Daumen während des Diktierens deutlich weniger bewegt werden muss. Letztlich aber wohl eher eine Gewohnheits- und Geschmacks-, schließlich auch Preisfrage. Deutlicher ins Gewicht fällt da eher, dass das DS-3400 keine Batterieladefunktion im Gerät verfügt! Eventuell eingesetzte Akkus müssten also in externen Ladegeräten aufgeladen werden.
Fazit zum Olympus DS-3400
Das DS-3400 bietet hier in Kombination mit dem AS-5000 eine Profi-Lösung für etwa 630 Euro brutto. Im Vergleich zu einer Lösung mit dem DS-5000 rund 200 Euro günstiger bei gleicher Softwarefunktionalität, allerdings mit Einschränkungen in der Hardware (fehlende Ladefunktion und Docking-Station, kein Schiebeschalter). Wer auf den automatisierten Diktatversand und Netzwerkfunktionen komplett verzichten kann, hat mit dem kleinen Bruder des DS-3400, dem DS-2400 und passendem Schreibplatz AS-2400 für rund 400 Euro das aktuell günstigste Komplettdiktat-Set, das sinnvolles und flüssiges Arbeiten ermöglicht.
Das DS-3400 lohnt sich, wenn bereits Diktier- oder Schreibplätze DS-5000 oder AS-5000 vorhanden sind, da es sich problemlos in deren Funktionsumfang eingliedert oder wenn automatisierte Versandmöglichkeiten oder ein differenziertes Diktatmanagement gewünscht sind. Wenn es sich um eine Eins-zu-Eins-Lösung handelt (ein Diktiergerät und ein Schreibplatz), ist ggf. das DS-2400 mit passendem Schreibplatz AS-2400 die angemessenere Wahl.

Olympus DS-3400 Rückseite des DS-3400
Welches Diktiersystem für Ihren Arbeitsalltag im Unternehmen am besten geeignet ist, arbeiten wir gerne für Sie heraus und stellen es Ihnen vor. Wir freuen uns auf Ihren Anruf: 0 64 21 / 590 979 0
Technische Daten
Produktbeschreibung von Olympus.de
- Digital Voice Recorder im eleganten Metallgehäuse
- Steuerung über Drucktasten
- 3 programmierbare Smart Buttons
- Editierfunktionen: Einfügen, Überschreiben, Löschen, Schreibschutz
- Datenver- und entschlüsselung
- Sicherung durch Passwort
- Zentrale Navigationsschalter für einfache Dateneingabe und -einstellungen
- Über 30 Stunden Betriebszeit bei der Aufnahme
- Großes, beschichtetes LC-Display mit Hintergrundbeleuchtung
- Kommentar-Funktion (1 pro Datei)
- Fußnoten (bis zu 32 pro Datei)
- Indexmarkierungen (bis zu 32 pro Datei)
- Einstellbarer Vor-/Rücklauf
- USB 2.0 Hi-Speed, USB Storage/Audio/HID Class-kompatibel
- Vollduplex-USB-Mikrofon/-Lautsprecher
- DSS Dateiformat für hohe Datenkomprimierung
- 7 Ordner, 199 Dateien pro Ordner für die Dateiverwaltung
- Funktionsanpassung an Nutzerbedürfnisse
- Mikrofon-Empfindlichkeit: CONF/DICT
- Ansicht nach Prioriäten geordnet: Autoren ID, Arbeitsart oder Optionsitem
- Direktes Diktieren in den PC über USB Kabel


Liebe Leute,
ich wollte ein Olympus Diktiergeraet kaufen, moeglicheweiser ein DS 2400. Kann man das Diktierte auf den Komputer uebertragen ueber einen (gut traenierte) Voice recognition Program? Danach koennte man das Diktierte als Text korriegieren oder aendern.
Ist das moeglich?
Besten Dank fuer ihr antwort und freundlichen Gruessen,
Emilio Alvarez
Hallo Herr Alvarez,
ja das ist möglich, wenn sie die passende Version der Spracherkennungssoftware besitzen.
Viele Grüße
Thorsten Dresing
Hallo ATK-Team,
das DS-3400 erzeugt beim Einschalten stets ein neues File, auch wenn ich beim Diktat nur durch ein Telefonat o.ä. unterbrochen wurde und das Gerät abgeschaltet hat. Außerdem steht der Diktatzähler immer wieder auf dem letzten File. Wenn ich gerade an Diktat 12/27 etwas anfügte, bevor ich unterbrochen wurde, muß ich mich durch den halben Ordner klicken, um die Arbeit wieder aufzunehmen. Lässt sich diese Funktion ändern?
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas K.
Hallo Thomas K.,
der Zeitraum für den automatischen Ruhezustand lässt sich im Dictation Modul unter Gerät - Geräteeinstellungen verändern. Setzten Sie ihn einfach auf 30Min, 1h oder schalten Sie ihn ganz aus, dann stört kein Telefonat mehr den Arbeitsablauf.
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