Test: Olympus LS-100 mit XLR

Der neue Olympus LS-100 ist als Vorserienmodell bei uns eingetroffen und wir hatten knappe 2 Tage Zeit, um ihn ausführlich zu testen. Er ist überaus solide, verfügt als erstes Olympus-Modell über XLR-Eingänge und kann sich in der Aufnahmequalität mit Mitbewerbern mit ähnlicher Ausstattung messen. Dennoch haben wir auch zwispältige Gefühle. Lesen und Hören Sie hier unsere ersten Einschätzungen zum Vorserienmodell des LS-100.
 

Gegen wen und für wen?

Der LS-100 steigt mit 449 Euro preislich weit oben ein und stellt sich gegen etablierte XLR-Rekorder wie Zoom H4n, Roland R-26 und Tascam DR-40 und DR-100 MK2. Preislich rückt er außerdem in die Nähe unseres Atmo-Siegers Sony D-50, der allerdings nicht über die XLR Anschlüsse der anderen verfügt. Der LS-100 ist eindeutig ein Angebot für komplexere Aufnahmesituationen mit Multi-Track-Aufnahme oder ein flexibler Einsatz mit verschiedenen Eingängen, seien es externe Mikrofone, Line-Signale oder Atmo. Es zielt damit zunächst klassisch auf den Musiker oder Journalisten, die mit externen Mikros auf O-Ton Fang sind. Auch der Ornitologe und Klangsammler gehört zur potentiellen Nutzergruppe des LS-100.

Haptik und Optik

Keine Frage, der LS-100 ist wirklich sehr solide - ähnlich wie die sowieso schon wirklich gut verarbeiteten LS-5/10/11. Und Metall überwiegt bei der Materialwahl, allerdings gibt es auch deutliche Plastikanteile, wie der gesamte Außenrahmen, die Verstrebungen zwischen den Mikrofonkapseln und einige Bedientasten und Regler. Vermutlich schwächt das nicht die Haltbarkeit, aber das Griffgefühl beim Halten und Bedienen des Gerätes schmälert es dennoch. Ein Sony D-50 oder sogar ein LS-5 fühlen sich für uns Tester einfach hochwertiger an. Trotzdem, gegenüber dem "Kunststoffvertreter" H4n ist die Haptik des LS-100 deutlich besser.

Der LS-100 ist mit 159 x 70 x 33,5 mm fast genau so groß wie der Zoom H4n und mit 280 Gramm (inkl.  Akku) etwas leichter. Das D-50 ist zwar ebenfalls so groß, aber im Gegensatz gut 80 Gramm schwerer. Der Roland R-26 ist im Vergleich der größte und schwerste unter allen. Den DR-100MK2 gibt es erst ab Ende Dezember zum testen, sein Vorgänger war aber deutlich größer und schwerer als der neue LS-100.

Bedienung

Die Bedienlogik der Knöpfe erschließt sich, ganz untypisch für Olympus-Rekorder, nicht auf den ersten Blick. Die Oberfläche wirkt komplex und unruhig. Es ist kein einfach zu bedienendes Gerät, aber dieses Schicksal teilt es mit dem D-50, R-26, DR-100 und H4n und ähnlichen. Von daher bleibt es "genreüblich" unübersichtlich.  Klar ist: Geräte mit XLR-Anschluss erfordern einen Funktionsumfang, der über ein "einfach mal aufnehmen"-Bedienkonzept hinausgeht. Keines der Vergleichsgeräte ist "einfach" zu bedienen. Nach den klar strukturierten LS-5 und LS-11 Geräten hätten wir hier von Olympus jedoch mehr erhofft.

Das Einschalten dauert etwa 4 Sekunden und damit etwa so lange wie bei den Mitbewerbern. Dann befindet man sich auf einer Auswahlebene. Das Farbdisplay zeigt fünf Optionen an:  Tuner,  Metronom, Rekorder, Multitrackrekorder und Lissajous. Im Gegensatz zum LS-5  verlieren die Tasten des LS-100 aber manchmal ihre Bedeutung, je nachdem wo man sich befindet. Einmal im Menü, kommt man nur mit der Menü-Taste wieder heraus, nicht wie beim LS-5 einfach mit jeder anderen - warum so umständlich? Nimmt man auf, und das LS-100 blendet das Display nach 30 Sekunden zum Stromsparen aus, muss man einen Bedienknopf zweimal drücken, um eine Funktion auszulösen. Hier wird ein Firmware-Update hoffentlich für Verbesserung sorgen.

Die Haupt-Bedienknöpfe sind grundsätzlich die gleichen wie beim LS-5, haben aber wohl eine andere Platine spendiert bekommen, auf der sie nicht so knackig sitzen wie vom LS-5 bekannt, sie wackeln!

Das Aussteuerrad ist wirklich ein Drehrad und nicht wie bei vielen Mitbewerbern ein Kippschalter oder eine Wippe. Die Aussteuerung gelingt hiermit gut. Jeder Kanal kann getrennt ausgesteuert werden, aber leider nur schwer, da die beiden Rädchen sehr fest miteinander verbunden sind. Dafür verschiebt sich aber das gesamte Doppelrad sehr leicht und man verändert die Pegelung eventuell unbeabsichtigt. Schließlich ist das Pegelrad zwar griffig, aber aus Kunststoff und erzeugt beim Bedienen Knarzgeräusche auf der Aufnahme... Halte ich dagegen ein Sony D-50 in der Hand und pegle am Metallrad, dann fühlt man ein Potentiometer, das satte Bewegungen mit leichtem Widerstand vollführt - allerdings nur für beide Kanäle gleichzeitig. Der Metallrahmen und der leichte Widerstand schützt beim Sony vor unbeabsichtigtem Verändern der Aussteuerung.

Erfreulich ist eine Sprachführung im LS-100. Aktuell auf deutsch und französisch erzählt sie alle relevanten Stationen, so wie aktuell auch schon im LS-3. Einen Lautsprecher gibt es auch und klar, dass ein integrierter Lautsprecher keinen Raum beschallen kann, aber der Lautsprecher des LS-100 ist eher ein Leisesprecher. Aber immerhin einige der Mitbewerber haben gar keinen mit an Bord.

Stromversorgung und Akkuproblematik

Die Stromversorgung erfolgt über einen Li-Ion-Akku. Der Original Akku von Olympus (LI-50B) kostet satte 79 Euro UVP. Das macht sprachlos. Gerade wenn man bedenkt, dass "normale" AA oder AAA Akkus eben an jedem Kiosk zu bekommen sind. Grundsätzlich sehen wir den Akku an sich jedoch nicht als problematisch an - er ist klein und leicht und bietet für das spezielle Display und die XLR Anschlüsse gute Ressourcen. Wir haben mit Olympus abgeklärt: Man kann auch Akkus von Drittanbietern nutzen, ohne das die Garantie gefährdet ist. Damit liegt man nicht deutlich über sehr guten "normalen" Akkus. Auch in der Laufzeit und Funktion entstehen dadurch keine wesentlichen Nachteile.

Aufnahmequalität

Aufgenommen wird in Stereo (auch Mono möglich) mit bis zu 96kHz 24Bit (oder MP3 bis 320kbps). Der Frequenzbereich wird mit 20Hz-20.000Hz angegeben. Die Aufnahmequalität haben wir als sehr hochwertig wahrgenommen. Ebenso wie die genannten Mitbewerber liefert das Gerät eine klare, detailreiche und präzise Aufnahme. Die Klangcharakteristik ist dabei am ehesten mit der des Olympus LS-5/3 vergleichbar. Stellt man die Aufnahmen denen eines Roland R-26 oder Sony D-50 gegenüber, so ist die Klangfarbe vergleichsweise voll und bassbetont.

Olympus LS-100 (download)

Olympus LS-5 (download)

Roland R-26 (download)

Sony PCM D50 (download)

Tascam DR-40 (download)

Zoom H4n (download)

Fazit

Wir gestehen: Wir hatten sehr hohe Erwartungen. Unser Ideal war ein Gerät mit der Aufnahmequalität des Sony-D50, zusätzlichem XLR-Eingang und der Verarbeitung und der einfachen Bedienbarkeit der bisherigen Olympus LS-Reihe. Wir sehen den LS-100 als solides Gerät mit XLR-Anschlussmöglichkeit an, das über eine hervorragende Aufnahmequalität verfügt. In Bedienbarkeit, Verarbeitung und Stromversorgung werden leichte Abstriche in dieser Preislage verlangt. Wer eine robuste Verarbeitung und XLR-Eingänge sucht, sollte vielleicht auch einen Blick auf den (deutlich teureren) Marantz PMD-661 werfen. Für Klangliebhaber, die flexible Einflussmöglichkeiten auf Klangfarbe und Mikrofoncharakteristik wünschen empfiehlt sich ein Vergleich mit dem Roland R-26.

Produktinformation von Olympus

Professionelle Sound-Aufnahmen – immer und überall

Olympus LS-100 Linear-PCM-Recorder: Mobiles Multi-Track-Recording und XLR-Anschluss

Hamburg, 14. Dezember 2011 – Kompromisslose Klangqualität, maximale Mobilität und vielseitige Aufnahmemöglichkeiten sind seit jeher die Kennzeichen der bekannten Olympus LS-Serie. Der neue LS-100 – ein hochmodernes Arbeitsgerät für Mehrspuraufnahmen in Studioqualität – toppt sie alle. Wie die anderen Mitglieder der LS-Familie liefert auch der LS-100 ultimativen Sound im unkomprimierten 96 kHz/24 Bit-PCM-Format. Absolutes Highlight: Ab sofort sind die Aufnahme von acht Spuren sowie Overdubbing möglich. Aus einzelnen Klängen und Tracks entstehen so beeindruckende vollständige Kompositionen. Neben den integrierten Stereo-Mikrofonen verfügt der LS-100 über zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen für den einfachen Anschluss professioneller externer Mikrofone oder anderem Musik-Equipment. Darüber hinaus ist er in der Lage, mit einem maximalen Schalldruckpegel von bis zu 140 dB umzugehen. Der robuste Olympus LS-100 Multi-Track-Linear-PCM-Recorder im schicken Metallgehäuse wird ab Februar 2012 für UVP 449,00 € / bzw. 499,00 CHF erhältlich sein.

Makellose Tonaufnahmen mit reinstem Klang
Profis erwarten von ihrem Equipment exzellenten Klang und der LS-100 liefert ihn. Neben 320 kbps MP3s (natürlich stereo) garantiert das unkomprimierte 96 kHz/24 Bit-Linear-PCM-Format die beste Aufnahmequalität. Dank des weiten Frequenzbereichs von 20-20.000 Hz wird der dumpfe Schlag einer Basstrommel genauso wirklichkeitsgetreu aufgezeichnet wie der schrille Gesang eines Vogels. Da der LS-100 mit Schalldruckpegeln bis zu 140 dB umgehen kann – das sind ca. 10 dB mehr als bei einer ohnehin schon lauten Rockband – stellt auch die Höhe der Schallintensität kein Hindernis für perfekte Aufnahmen dar. Separate Platinen für Audio und System mit getrennter Stromversorgung sowie die verbesserten, im 90-Grad-Winkel angeordneten Mikrofone mit regelbarer Empfindlichkeit ermöglichen eine natürliche Soundaufzeichnung. Die integrierten Effektgeräte Limiter und Kompressor sowie das Automatic Gain Control (AGC) bringen die Signale auf ihren optimalen Pegel. Und ein schaltbarer (300 Hz/100 Hz) Low-Cut-Filter verbessert Aufnahmen, indem störende Hintergrundgeräusche minimiert werden.

Kontaktfreudig
Der LS-100 ist das erste und bisher einzige Modell der Olympus LS-Reihe mit zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen (mit 48 V/24 V-Phantomspeisung). Dadurch können Musikinstrumente und professionelle externe Mikrofone direkt an das Gerät angeschlossen werden. Die Schnittstelle ist mit einem unabhängigen Instrumentenverstärker ausgestattet, wodurch Aufnahmen mit geringem Rauschen und hohem Signal-Rauschabstand problemlos gelingen – selbst bei großer Kabellänge. Der Pegel kann über einen integrierten Einstellring je nach Instrument für den rechten und linken Eingang separat geregelt werden.

Aufnahmebereit – auf acht Spuren
Der LS-100 ist allen möglichen Ansprüchen gewachsen: Natürlich kann er alles komplett in einem Take aufnehmen, aber eben auch auf bis zu acht Spuren. Für jede Spur lassen sich Lautstärke und Panorama einzeln einstellen. Schließlich kann der Mix-Down der finalen Komposition erstellt werden.

Weitere intelligente Funktionen
Overdubs sind mit dem LS-100 ebenso möglich, wobei der Ton über den Originalton aufgenommen wird und dabei gleichzeitig gesteuert werden kann. Mit Playback Synchro Recording lässt sich eine zusätzliche Spur aufzeichnen, während eine andere abgehört wird.

Dank der Pre-Recording-Funktion fehlen nie wieder die ersten Töne, denn die Aufnahme beginnt hier bereits zwei Sekunden, bevor die Taste gedrückt wird. Voice Sync ermöglicht den Aufnahmebeginn, sobald die Lautstärke ein definiertes Niveau erreicht hat. Indexmarkierungen erleichtern das spätere Auffinden von bestimmten Passagen. Und verschiedene Wiedergabemodi, darunter A-B Repeat, erlauben das zielgerichtete Abhören beliebiger Tracksequenzen.

Ein digitales Metronom sorgt für exaktes Timing und der Tuner stellt sicher, dass die Instrumente richtig gestimmt sind. Zur Anzeige der Phasenverschiebung zwischen rechtem und linkem angeschlossenem Mikrofon auf dem 5,1 cm (2 Zoll) großen Backlight-Display kann die Lissajous-Funktion aufgerufen werden. Für die Speicherung der Aufzeichnungen steht ein interner Speicher (4 GB) zur Verfügung, der sich durch Speicherkarten (SD bis zu 2 GB, SDHC bis zu 32 GB und SDXC bis zu 64 GB) erweitern lässt.

Mit dem robusten und kompakten Multi-Track-Linear-PCM-Recorder LS-100 gibt Olympus Musikern und Journalisten ein leistungsfähiges mobiles Mehrspur-Aufnahmestudio in die Hand, das alle ihre Bedürfnisse abdeckt: von der Single-Track-Aufnahme bis zur vollständigen Komposition – und das in bestmöglicher Audioqualität. Das Meisterwerk im Metallgehäuse wird ab Februar 2012 für 449,00 € bzw. 499,00 CHF (empfohlener Verkaufspreis) erhältlich sein.

LS-100 Multi-Track-Linear-PCM-Recorder – Hauptmerkmale:
• Aufnahmen in PCM (bis zu 96 kHz/24 Bit) und MP3
• Multi-Track-Recording (8 Spuren)
• Overdubbing
• Playback Synchro
• Voice Sync Recording
• Zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen mit Phantomspeisung (48 V/24 V)
• Stereo-Richtmikrofone im 90-Grad-Winkel
• Hochwertige Verstärkerschaltung mit geringem Rauschen, separate Platinen für Audio und System mit getrennter Stromversorgung
• Schalldruckpegel bis 140 dB
• Frequenzgang von 20-20.000 Hz mit eingebauten Mikrofonen
• Hoher Signal-Rauschabstand
• Low-Cut-Filter (300/100 Hz)
• Pre-Record-Buffer
• Metronom, Tuner und Lissajous-Funktion
• Index-Funktion
• Bearbeiten von Dateien
• Verschieben und Kopieren von Dateien
• MP3-Konvertierung
• CD-Brennfunktion, um Kompositionen auf externes CD-Laufwerk zu schreiben
• 4 GB interner Speicher und SD/SDHC/SDXC-Kartenfach
• 159 x 70 x 33,5 mm, 280 g (inklusive Akku)
• Lieferumfang: USB-Kabel, USB-/mini USB-Adapter, Handschlaufe, Netzadapter, LI-50B Akku, Tasche
 

Weitere technischen Daten finden Sie auf der Olympus Website.