Olympus LS-P1 & LS-P2

Die neue LS-Generation von Olympus für Interviews! Musik! Atmo ?

Anfang 2016 kündigte Olympus neue Geräte in ihrer bisher sehr erfolgreichen LS-Produktlinie an. Geärgert hatte uns beim letzten Update 2014 der Wechsel von Metall zu Kunststoff in der Außenhülle und einige weitere Dinge (siehe alter Testbericht). Daher freuen wir uns besonders, dass die neuen LS-P1 (UVP 149,90 Euro) und P2 (UVP 199,90 Euro) nun wieder mit deutlich mehr Metall aufwarten.

Ob die neuen Geräte unsere Trauer über die nicht mehr verfügbaren LS-10 und LS-5/11 auflösen und was wir sonst noch in den letzten drei Testwochen über den Olympus LS-P1 und LS-P2 herausgefunden haben, erfahren Sie wie immer in unserem ausführlichen Testbericht:  

LS-P1 und LS-P2 zusammen mit Schlüsseln als Größenvergleich abgebildet: Beide Geräte sind kürzer als zwei normale Schlüssellängen und schmaler als eine Schlüssellänge.
LS-P1 und LS-P2 zusammen mit Schlüssel als Größenvergleich abgebildet.

LS-P2 in Frontansicht

Haptik, Akku & Speicher

Der kleine Karton deutet es an und in der Tat: Lediglich ein Stativgewindeadapter, ein NiMH Akku und das Gerät an sich befinden sich im Lieferumfang. Leicht, klein und schmal erinnert der LS-P2 etwas an einen LS-3, nur noch etwas schlanker. Demnach reicht der Platz im Gerät auch nicht aus, um einen echten Line-In-Eingang zu verbauen. Lediglich Anschlüsse für einen Kopfhörer und ein externes Mikrofon sind vorhanden.

Trotz der Mini-Bauart verfügt der LS-P2 über gut fühlbare Tasten mit einem klaren Druckpunkt. Wer mit den Olympusgeräten bisher vertraut war, wird in der Anordnung und der Menüführung vieles direkt im LS-P2 wiederfinden. Er ist ein Handschmeichler und die Metallanteile fühlen sich gut an, allerdings liegt er durch seine abgerundeten Seiten auch etwas rutschig in der Hand.

Er kommt mit nur einem wechselbaren AAA-Akku aus und läuft nach unseren Tests damit 21,5 Stunden am Stück (bei einer Aufnahme mit 320 kbps im MP3-Format). Das ist richtig gut, bedenkt man, dass bisher immer zwei Batterien für solch eine Laufzeit vonnöten war. Und laden kann man diesen mitgelieferten Akku auch direkt am Rechner - das ist wunderbar unkompliziert.

Den Deckel des Batteriefaches sollte man vorsichtig öffnen, damit die Aufhängung nicht überstrapaziert wird. Hier befindet sich dann, ähnlich wie in manchen Handys, der Einschub für eine Micro-SD-Karte (bis zu 32 GB) mit der der Speicher einfach erweitert werden kann - schön, so kann die Karte nicht so leicht verloren gehen.

Toller MP3-Player & Fernbedienung via Smartphone

Wie schon aus der DM-Reihe bekannt, ist der LS-P2 auch ein guter Begleiter, wenn man unterwegs Musik oder Hörbücher hören möchte. Er verfügt über eine gutes Trackresuming (merkt sich die Stelle, an der das Hören unterbrochen wurde) und es lassen sich Lesezeichen setzen, die ein schnelles Wiederaufinden einer bestimmten Stelle ermöglichen.

Auch die Option das Smartphone als Fernbedienung über eine Bluetooth-Verbindung zu nutzen, gefällt uns gut. Aufnahme und Stopp lassen sich recht flüssig fernsteuern. Bisher ist das allerdings nur den Android-Nutzern vorbehalten und auch nur für Besitzer des LS-P2. Auch Bluetooth Lautsprecher werden unterstützt (beim LS-P1 geht beides nicht)!

LS-P2 mit ausgeschobenem USB-Anschluss

Bedienung

Dank der schlanken Bauweise ist eine Einhandbedienung natürlich problemlos möglich. Auch handelt es sich um einen der schnellsten Rekorder, die Olympus bisher entwickelt hat. Das Menü ist olympustypisch aufgebaut, wirklich Neues bis auf die „Normalisierungsfunktion“ ist nicht hinzugekommen.

Geändert und verbessert hat sich aber der USB-Anschluss. Ähnlich der früheren Bauweise mancher WS-Geräte bringen die LS-P1 und P2 einen USB-Anschluss mit, der sich aus dem Gerät schieben lässt, ein Verbindungskabel entfällt. Bis heute erreichen uns Anrufe von Kunden, die sich genau diese Bauweise zurückwünschten, insofern also eine gute „Rückentwicklung“. Ein wenig wackelig wirkt der Anschluss allerdings.

Beim LS-P2 (nicht beim P1) gibt es auch diesmal eine gesprochene Menüführung, so dass auch blinde und sehbehinderte Nutzer das Gerät weitestgehend alleine bedienen können. Allerdings sind die einzelnen Dateien und der Kalender lediglich über Piepstöne zu erkunden, Datum und Uhrzeit werden hingegen gesprochen. 

LS-P1 in Frontansicht

Aufnahme und Aufnahmequalität

Aufnehmen kann der LS-P2 in PCM WAV bis 96/24 und in MP3 mit 320 und 128 kbps (auch eine Monoaufnahme ist möglich). Bei der Aussteuerung geht das neue Gerät den Weg der DM-Reihe bzw. des LS-3. Die Pfeiltasten rechts und links dienen bei der manuellen Aussteuerung der Pegelanpassung. Für den Fall der Fälle hilft aber auch ein Limiter aus, der für Sprache oder Musikaufnahmen eingesetzt werden kann. Wer sich mit dem genaueren Anpassen nicht herumschlagen will, nutzt die automatische Auspegelung, entweder mit hoher, mittlerer oder niedriger Mikrofonaussteuerung. Die Funktion „Automatisch“ nimmt dem Nutzer jeglichen Einstellungsfrust und übernimmt komplett die Steuerung, sinnvoll für kurzfristig einberufene Gesprächsrunden. 

Bei den Mikrofoncharakteristika hat Olympus neben der klassischen Mono-Aufnahme auch wieder sechs Zoom-Mic-Einstellungen (Richtcharakteristiken) und drei Wide-Einstellungen bereitgestellt. Ein Lowcut-Filter, den man ein- und ausschalten kann, runden die Aufnahmeeinstellungen ab. Leider gibt es keine Pre-Record-Funktion, es fehlt den Geräten auch das Aussteuerungsrädchen und ein echter Line-In. Eine Nutzung als USB-Mikrofon ist weiterhin möglich und kann in den USB-Einstellungen eingerichtet werden (aber USB-Verlängerung nötig oder Sie müssten sich unter den Tisch zum PC setzen *g*).

Die Aufnahmequalität ist für ein so kleines Gerät wirklich überragend. Olympus hat nochmals seine Mikrofone deutlich überarbeitet. Die Sprachaufnahmen wirken schön klar und das Stereobild detailliert. Das dritte omnidirektionale Mikrofon (nur beim LS-P2), das ein- und abgeschaltet werden kann, verleiht dem Klang ordentliche Tiefen ohne überladen zu wirken. Dank der verbesserten Mikros machen die Zoom- und Wide-Funktionen viel Spaß und klingen nicht mehr so unnatürlich. 

Draußen sollte man mit dieser Funktion allerdings behutsam umgehen, Mikrofonempfindlichkeit und drittes Mikrofon können vorbeifahrende Autos schnell zu Monster-LKWs vergrößern. Zu Beginn sind uns draußen nur wenige Aufnahmen gelungen, die hohen Ansprüchen genügen. Das Gerät ist äußerst griff- und windempfindlich. Hier wird auf jeden Fall ein Fellwindschutz benötigt, Olympus bietet den WJ-2 für rund 40 Euro an. Selbst mit diesem, der geräteentsprechend klein ausfällt und ziemlich fummelig aufzusetzen ist, gelingen nicht so gute Außenaufnahmen, wie bei größeren Aufnahmegeräten mit größerem Fellwindschutz. Wir sehen diesbezüglich den LS-P2 nicht als Nachfolger der besten Outdoor-Geräte LS 5-10-11, die es ja leider nicht mehr gibt.

Testaufnahmen

Die Probeaufnahmen sind alle mit einem LS-P2 entstanden, bei den Bahnhofsaufnahmen können die Unterschiede zwischen LS-P1 und 2 nachempfunden werden. Hier wurde, unter gleichen Aufnahmebedingungen, das 3. Mikro abgeschaltet.
 

Am Bahnhof

(download)
Probeaufnahme am Frankfurter Hauptbahnhof mit eingeschaltetem zentralen Mikrofon.

(download)
Probeaufnahme am Frankfurter Hauptbahnhof ohne zentrales Mikrofon. Entspricht der Aufnahme eines LS-P1

(download)
Probeaufnahme am Frankfurter Hauptbahnhof mit "Wide 3"

Reporter

(download)
Probeaufnahme am Frankfurter Hauptbahnhof. Das Aufnahmeformat ist PCM in Mono. Hier handelt es sich um eine klassische Reportersituation in der man nicht zu viele Geräusche in Stereo haben will und trotz vieler Hintergrundgeräusche noch eine klar hörbare Stimme möchte.

(download)
Probeaufnahme bei Wind mit Windschutz, eingeschaltetem zentralen Mikrofon und PCM in Mono. Eine weitere klassische Reportersituation, in der man live von draußen berichten möchte. Der Sturm ist nur im Hintergrund hörbar.

Vorbeifahrender Zug

(download)
Aufnahme eines schnell fahrenden ICs mit manueller Aussteuerung, Limiter (Music), dem zentralen Mikrofon an, "Wide 3" und einem Windschutz. Trotz der extremen Lautstärke meistert der Rekorder diese Herausforderung gut; auch der sich entfernende Zug ist am Schienennachklang zu hören, klingt wie in einem Hörspiel.

Gruppenaufnahme mit 8 Leuten

(download)
Automatische Aussteuerung und mit zentralem Mikrofon, 8 Leute stehen um einen Tisch, können Sie alle Stimmen verorten?

Unterschiede zwischen dem LS-P1 und P2

LS-P1 LS-P2
149,90 € 199,90 €
silber schwarz
4 GB interner Speicher 8 GB interner Speicher
erweiterbar per SD auf 32 GB erweiterbar per SD auf 32 GB
  Gesprochene Menüführung für Blinde und Sehbehinderte
  Bluetooth
  3. zentrales Mikrofon
  Normalisierungsfunktion

Fazit

Wir empfinden den neuen Olympus LS-P1 und P2 als sehr gelungene Weiterentwicklung des LS-3 und Alternative zum DM-650. Sehr gut geeignet ist er für alle, die einen kleinen MP3-Player mit einem hochwertigen Aufnahmegerät vereint suchen. Aufnahmen kleinerer und größerer Gruppen mit bis zu 8 Metern Abstand zum Gerät stellen kein Problem dar. Und aufgrund der sehr guten Batterielaufzeit sind auch längere Aufnahmerreisen völlig unproblematisch.

Erfreuen werden sich daher alle, die Interviews oder Vorträge aufzeichnen oder Musikproben festhalten wollen. Aber Achtung: Außenaufnahmen sind zwar möglich, allerdings würden wir es dem ambitionierten Naturaufnehmer nur bedingt empfehlen. Den LS-P1 und P2 fehlt einfach ein größerer und damit wirksamer Fellwindschutz, die Aussteuerungsmöglichkeit mittels Drehrädchen und eine weitestgehende Griffunempfindlichkeit.

Zufrieden mit dem Testbericht und Interesse am Gerät?
Beide Geräte können ab sofort bei uns im Shop gekauft werden (versandkostenfreie Lieferung in D)!

  Olympus LS-P1 / LS-P2 versandkostenfrei in D kaufen

Hier geht es zum Pressebericht und zur spezielle LS-P1/P2 Website von Olympus.