Roland R-05 Testbericht

01.06.2012

Der Roland R-05 wurde von der Stiftung Warentest als Rekorder mit dem "besten Klang" und als "rundum überzeugender" Rekorder bezeichnet (Test 1/2012). Vor allem die Unempfindlichkeit bei Griffgeräuschen wurde im Testergebnis hervorgehoben. Das hat uns neugierig gemacht, da dies ja besonders schwierig ist und bei vielen Rekordern misslingt. Der Preis von knapp 200 Euro ist erschwinglich - Gründe genug in unserem Einzeltest einmal genau hinzuschauen und hinzuhören.

Roland R-05   
Roland R-05
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Haptik & Optik

Der Roland R-05 ist kompakt und liegt wirklich gut in der Hand. Er ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und überwiegend aus Metall gearbeitet. Hochwertiger (nicht billiger) Kunststoff findet sich am umlaufenden Rand und den Bedienelementen. Die SD-Karte verschwindet unter einer gut haltenden Gummiabdeckung.

Auffällig sind Taster, mit denen man direkt hilfreiche Funktionen steuern kann. Auf der Rückseite die Mikrofonempfindlichkeit, den Limiter (und automatische Aussteuerung) und der LowCut Filter zum Herausfilterung tiefer Frequenzen. Prima, dass man das nicht über das Menü machen muss, so gelingt die Nutzung auch in hektischen Situationen schnell.

Auf der Vorderseite findet sich das Display. Dies ist rund 1/3 kleiner als beim Olympus LS-5. Die Menüführung ist trotz der recht kompakten Darstellung sehr übersichtlich und eingängig. Die Menüsprache ist leider Englisch oder Chinesisch. Auf der Vorderseite findet man neben den Tasten für Aufnahme, Aussteuerung und Menü auch Funktionen wie die Wiedergabegeschwindigkeit (bei gleicher Tonhöhe), Hall (Reverb) und eine wirklich gelungene Taste "Rehearsal" mit der der R-05 die passende Aussteuerung vornimmt. (s.u.)

Der Roland R-05 verfügt über einen echten Line-In-Eingang (prima zur Digitalisierung alter Platten oder MiniDiscs) und einen separaten Mikrofoneingang, beide als 3.5mm Anschluss. Ein Metall-Stativgewinde ist auf der Rückseite. Die vier kleinen Gummifüße leisten ebenfalls gute Dienste, sodass das Gerät auch ohne Stativ problemlos auf einen Tisch gelegt werden kann. Das Standardbatteriefach nimmt 2 AA-Batterien, der Deckel sitzt ähnlich gut wie beim LS-5. Einen kleinen Lautsprecher vermisst man allerdings, ein direktes Abhören gelingt also nur mit Kopfhörer oder eben nach der Übertragung auf den Rechner. Da solch kleine Lautsprecher eh keine besondere Wirkungskraft entfalten, ist das zwar schade, aber verschmerzbar.

Besondere Funktion - Aussteuerung durch "Tonprobe"

Neben der gängigen Aussteuerung "manuell" oder "automatisch" ermöglicht der R-05, wie der große Bruder Roland R-26, die Aussteuerung anhand einer "Tonprobe". Mit einem Druck auf die Rehearsal-Taste misst der Rekorder für eine bestimmte Zeit (z.B. 30 Sekunden) die Umgebungslautsärke und stellt die Aussteuerung automatisch auf einen passenden Wert ein. Geniale Funktion wie wir finden. Im Display erscheint sogar einen Hinweis, falls man die Mikrofonempfindlichkeit über die Taste auf der Rückseite anders einstellen sollte.

Im Praxistest lieferte das Gerät danach gut ausgesteuerte Aufnahmen. Die Aussteuerung ist eher etwas zu leise, man hat also stets etwas Puffer nach oben. Voraussetzung hierfür ist natürlich, das die Schallquelle einigermaßen im gleichen Lautstärkebereich bleibt wie zum Zeitpunkt der Messung. Wenn das gegeben ist, findet man so ohne Kontrollhören schnell einen angemessenen Pegel. Für den schnellen Einsatz finden wir dieses Feature sehr hilfreich. Es entlastet deutlich und hilft in schwierigen Situationen wie einem Konzert oder Liveatmo die passende Aussteuerung automatisch finden zu lassen. Bitte verwechseln sie diese Funktion nicht mit der automatischen Aussteuerung. Diese regelt den Aufnahmepegel während der Aufnahme selbstständig und passt sich der Situation selbst stetig an. Das verhindert zwar ein Übersteuern, führt aber in der Regel zu hörbarem "Pumpen" und vernichtet die natürliche Dynamik der Aufnahme, was vor allem bei Musikaufnahmen deutlich stört.

Roland R-05-2

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Aufnahmequalität

Natürlich muss sich der Roland R-05 mit den Platzhirschen Zoom H2n und Olympus LS-5 messen, um im Preisbereich bis 200 Euro seinen Platz zu gewinnen. Daher haben wir ihn gegen diese beiden antreten lassen, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen. Im botanischen Garten haben wir uns mit Fellwindschützen bewaffnet zu einem kleinen Gespräch eingefunden. Dabei kann man sowohl die Atmo, als auch das Gespräch gut einfangen. Hier unsere Hörproben:

Aufnahme mit Rehearsal-Aussteuerung:

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 Roland R-05 (download)

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Olympus LS-5 (download)

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Zoom H2n (download)

 

Aufnahmen mit automatischer Aussteuerung

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 Roland R-05 (download)

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Olympus LS-5 (download)

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Zoom H2n (download)

 

In der Aufnahme, die wir per Rehearsal ausgesteuert haben, ist der Roland deutlich leiser als die beiden Mitbewerber. Die Sprecher rücken dadurch in den Vordergrund, der Verkehrslärm im Hintergrund ist fast gar nicht mehr wahrnehmbar.

Überraschend: Die Aufnahme mit automatischer Aussteuerung ist etwas zu träge für den schnellen Sprecherwechsel und lässt eine Stimme deutlich übersteuern. Das ist schade. Ansonsten gefällt uns das Klangbild des R-05 sehr gut. Die automatische Aussteuerung ist also eher für Ambiente-Aufnahmen geeignet, bei denen keine abrupten Lautstärkenänderungen zu erwarten sind. Hier ist es angenehm, dass die Aussteuerung eher behäbig eingreift und kein hektisches Pumpen verursacht.

Im Testergebnis der Stifung Warentest 1/2012 wurde hervorgehoben, dass der Roland R-05 gegenüber Handgeräuschen am Unempfindlichsten sei - im Vergleich zum Olympus LS-3 und Zoom H2n. Das wäre eine wirklich wichtige Fähigkeit, gerade für Reportageeinsätze, Interviews oder Konzertaufnahmen, bei denen man das Gerät in der Hand halten muss. Wir waren aber skeptisch und haben daher die Griffgeräusche auf den genannten Rekordern proviziert und als Probeaufnahme zur Verfügung gestellt. Wir konnten diese angebliche Stärke des R-05 gegenüber dem LS-5 nicht bestätigen. Die Unterschiede sind eher marginal. Warum bzw. das überhaupt diese Eigenschaft in einem anderen, prominenten Test so hervorgehoben wurde, ist uns schleierhaft.

Fazit

Der Roland R-05 ist eine echte Alternative zum LS-5 und H2n. Er ist der kleinste der genannten Rekorder, liegt gut in der Hand, hat gute Schalter und Funktionen. Das die Stiftung Warentest ihn als Rekorder mit dem "besten Klang" bezeichnet (test 1/2012), der besonders Unempfindlichkeit bei Griffgeräuschen sein soll, konnten wir zwar nicht bestätigen, dennoch bleibt auch bei uns das wirklich positive Resultat. Er ähnelt dem LS-5 im Klangbild und wirkt etwas heller und fokussiert nähere Objekte eher. Er hat viel Reserven bei lauten Aufnahmen. Mehr Infos und das Handbuch gibt es direkt auf der Website von Roland: http://www.rolandmusik.de/produkte/R-05     

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Schönen Tag auch,

man möge mich steinigen, dennoch empfinde ich die Aufnahme des LS 5 mit automatischer Aussteuerung als sehr unangenehm. Es pumpt gerade am Anfang ziemlich - da klingt der Roland deutlich angenehmer mit seinem konstanten Klangbild.

Welches Gerät bietet sich denn eher für den Bereich Reportage, Radio, Feature an und weshalb?

Danke

Dave

Hallo Dave,
ich würde dich nicht steinigen, wieso auch. Dafür stellen wir ja die Probeaufnahmen hier ein. Das LS-5 ist eben ein etablierter Vertreter mit vernünftiger Qualität und einfacher Bedienung - die Autoaussteuerung ist wie bei ganz vielen Rekordern aber wirklich murks. Nutzt man diese nicht, bzw. hat Situationen bei denen eine manuelle Aussteuerung völlig ausreicht, so hat man gute (aber nicht perfekte, weil leichtes Restrauschen) Aufnahmen. Diese werden in relevanter Größenordnung im Hörfunk auch eingesetzt. Für Reportage ist es aber oft so, dass man externe Mikrofone einsetzt (Griffgeräusche, Richtcharakteristik, Habitus uvm.) und hier ist die Gretchenfrage XLR+48V ja oder nein. Falls ja, wie häufig, so nutzt man eher ein Marantz PMD661, Zoom H4n, Roland R-26, Tascam DR-100 und hat eben richtige schweres Equipment dabei. Es gibt aber durchaus auch gute, externe Mikrofone mit Klinkeanschluss.... ich muss mich bremsen, das Thema ist vielschichtig und umfangreich. Lange Rede kurzer Sinn: das LS-5 und das Roland spielen in der gleichen Liga und sind beide einsetzbar, es geht noch besser, dann wird es aber teurer und schwerer.
Viele Grüße
Thorsten Dresing

Ups,

das ging ja flott. Danke. Ja. Ein Zoom H4 liegt hier noch bei mir. Die Betonung liegt auf "liegt". Kein Recorder, den man eben mal so mitnimmt. Daher geht es um was Portables.

Generell mag ich den Formfaktor des LS 5. Allerdings finde ich die Pre-Record Funktion am Roland verlockend, versuche aber gerade für mich zu begründen, wieviel Sinn sie bei 2 sec.Vorlauf bzw generell macht.

Der LS 5 startet dafür wohl wesentlich schneller. Auch gefällt mir das Drehrad am LS 5 für die Aufnahmeaussteuerung. Vorteil ist das geräuschfreiere Nachpegeln (nehme ich an).

Naja. Es eilt noch nicht. Aber eins der beiden wird es wohl werden.

Grundsätzlich sind beide gut gemachte Rekorder. Der Rest wird (schwierige) persönliche Abwägung :)
Guten Entscheidungsprozess!

Welche Felle kommen denn hier zum Einsatz?

Hier sind die Rode Deadkitten genutzt worden:
http://www.audiotranskription.de/shop/zubehoer/rode-windschutz.html

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