Tascam DR-05
14.03.2011
Für Anfang April hatte Tascam den neuen Rekorder DR-05 für UVP 139 Euro (Straßenpreis 119 Euro) angekündigt. Am 18.3. hatten wir die Gelegenheit einen ersten Höreindruck von dem neuen Rekorder zu bekommen. Die ersten Bilder, technische Daten und die Bedienungsanleitung ermöglichen schon einen guten Eindruck. Augenfälligstes Merkmal ist die für Tascam gänzlich neue Anordnung der Mikrofone und Tasten. Tascam hat sich von dem markanten Scrollrad verabschiedet und setzt eher auf ein schlankes, längliches Design, welches sehr an die Olympus PCM Recorder erinnert.

Klangbild
Die Aufnahme des Prototyps ist klar und präzise, das Klangbild lässt sich als kräftig, sonor bezeichnen. Nach unserem ersten Eindruck ist der Rekorder sehr gut für Sprachaufnahmen geeignet. Durch die Kugelcharakterisik der Mikrofone entsteht nur wenig Raumeindruck, dafür klingen jedoch Stimmen sehr deutlich und angenehm im Vordergrund. Für Ambienteaufnahmen und Klang-Puristen, die das natürliche und neutrale Klangbild des Tascam DR-2d mögen, ist der Tascam DR-05 hingegen wahrscheinlich nicht die optimale Wahl.
Mikrofone
Die Mikrofone sind anders als bei den Olympus PCM-Rekordern, die eine ähnliche Anordnung aufweisen, omnidirektional (also mit einer Kugelcharakteristik). Dies ist vor allem bei Interviewaufnahmen vorteilhaft. Wir sind gespannt, wie sich diese Charakteristik in den ersten Hör-Tests auf die Stereo-Verortung auswirkt.

Innovativer Limiter
Der Limiter des Tascam DR-05 pegelt ausschließlich nach unten. Droht die Aufnahme zu übersteuert, so regelt der Limiter den Eingangspegel herunter. Er verzichtet jedoch darauf, automatisch wieder nach oben zu pegeln, wenn die Lautstärke wieder leiser wird. Damit wird der ansonten oft störende "Pump-Effekt" verhindert.
Weitere Funktionen
Wie in allen Tascam-Mobilrekordern finden wir einige Funktionen, die relativ speziell auf Musiker zugeschnitten sind. Hierzu gehören variable Wiedergabegeschwindigkeit ohne Tonhöhenveränderung, Loopfunktion und Stimmgerät. Lediglich Overdub, welches beim DR-2d vorhanden ist fehlt.
Neu und auch für Reportagezwecke sehr sinnvoll ist ein Pre-Record, verzögerte Aufnahme und Datei-Teilung. Das Pre-Record puffert den Eingang kontinuierlich und ermöglich so die Aufnahme von Passagen bis zu 2 Sekunden vor dem Drücken des Aufnahme-Knopfes. Die verzögerte Aufnahme kehrt dieses Prinzip um und startet erst 5 oder 10 Sekunden nach Drücken des Aufnahmeknopfes. So verhindert man, dass unliebsame Bediengeräusche mit aufgezeichnet werden. Die Datei-Teilung kann während der Aufnahme entweder wie beim DR-2d automatisch, nach Dateigröße erfolgen oder über eine Taste auf der Geräteoberseite durchgeführt werden.


Gespeichert wird auf micro-SD Karte. Eine 2GB Karte ist laut Tascam im Lieferumfang enthalten. Ansonsten verspricht das Gerät alle Features, die akutell von einem mobilen Recorder erwartet werden können. Die komplette Liste der technischen Details finden Sie unter: http://www.tascam.de/dr-05.html
Eine Bedienungsanleitung finden Sie unter:
http://www.tascam.de/docs/DR-05_Benutzerhandbuch.pdf


jetzt wurde auch noch die DR-07MKII angekündigt (auf tascam.de)
was ist da jetzt genau die Zielgruppe mit der DR-05 im Gegensatz zur DR-07MKII??
"Some DR-07mkII features that aren’t found on the DR-05 include Overdub mode, which records over your previous take but keeps a copy of the original. The portable recorder also includes Auto Record and Auto Mark settings for hands-off operation. A reverb effect is also provided to give your recordings that mastered polish."
http://tascam.com/product/dr-07mk2/
das ist alles?
ich bin mal gespannt auf die Mikroqualität - vielleicht beim nächsten Test? ;-)
mfg
Dominic
Hallo Dominic, das ist wirklich eine zentrale und spannende Frage. Wir haben eine Vermutung )DR05 eher Sprache, DR07MKII eher Musik), aber eine genaue Aussage dazu können wir verlässlich erst nach einem Vergleichstest geben - wie du schon vermutet hast :-) Wir werden diesen durchführen sobald wir das DR-07MKII bei uns haben. Das DR-05 soll schon Ende März bei uns sein, beim DR-07 wissen wir noch keinen Termin.
Hallo zusammen,
ich suche ein handliches und nicht zu teures Gerät zum Aufnehmen von Gesang bei Unterricht/Proben und für Auftritt- bzw Konzertmitschitte. Eine Kollegin ist total begeistert vom Zoom H1. Lohnt es sich, für dieses Einsatzgebiet auf den Test des DR-07MKII zu warten? Wißt Ihr schon, wann damit zu rechnen ist? Danke für die Antwort.
MfG
Eva
Hallo Eva,
das DR-07MKII wird voraussichtlich im Mai veröffentlicht.
Gibt es einen passenden Windschutz und Hülle/Tasche für das DR-05?
Windschutz: Rode (bei uns im Shop)
Tasche: Noch nicht
Hallo zusammen,
habe gestern den TASCAM DR-05 gekauft. Auf den ersten Blick ein sehr gutes Gerät. Einfache Bedienung. Vorbildliche Menueführung. Sehr gutes Display. Tonqualität bei WAV-Aufzeichnung sehr gut.
Ich kann mich aber dem allgemeinen Lobgesang über diese Kleinrecorder nicht anschließen. Man muß wissen, daß mit den eingebauten Mikros eine wirkliche gute Stereoaufnahme nicht möglich ist. Man kann aber externe Audioquellen über die Buchse aufnehmen, um diesen Nachteil auszugleichen, schleppt dann aber eine Menge Zeug mit sich herum.
Bei der AB-Stereophonie (Laufzeit-Stereophonie) mit Mikros mit Kugelcharakteristik (wie beim DR05) müssen diese einen Abstand von min. 45 cm haben wegen der erforderlichen Schalllaufzeit von mindestens 1,5 Millisekunden.
Bei XY-Stereophonie (Intensitäts-Stereophonie), mit den Mikros im Abstand Null und einem Winkel von 90 Grad zueinander, müssen solche mit Nierencharakteristik zum Einsatz kommen um einen guten Stereoeffekt zu erzielen. Ob das bei den Kleinrekordern die diese Anordnung nutzen, der Fall ist, weiß ich nicht.
Siehe Grundlagen der Mikrofonierung 1000-fach im WEB zu finden z.B. bei Sengpiel-Audio.
Wirklich enttäuschend am DR-05 ist die Qualität des MP3-Encoders. Ob andere Vertreter dieser Gattung besser sind ?...)
Was mein alter Billig-MP3-Winzling von TREKSTOR mit 64 KBit/s schafft, dazu braucht der DR-05 eine Datenrate von mindesten 128 KBits/s. Zu erkennen an den störenden Artefakten bei Zischlauten einer Sprachaufnahme mit den eingebauten Mikros (Sprich mal das Wort "Wasserschüssel" ins Mikro). Auch die Wiedergabe einer Radiosendung mit 96 KBits/s klingt viel besser, ganz zu schweigen von Aufnahmen die mit dem LAME-Encoder gewandelt wurden.
Wohlgemerkt im WAV-Format besteht dieses Problem nicht, es liegt also am Encoder.
Der DR-05 kann auch nur Dateien mit den im Handbuch angegebenen MP3-Datenraten wiedergeben.
Happy Recording
Kommentar hinzufügen