Schnellere Transkription durch Spracherkennung?

16.03.2009

Ist Spracherkennung in der Lage, Forschenden eine schnellere Transkription ihrer Interview-Audioaufnahmen zu ermöglichen als die bisher etablierte Form der manuellen Transkription? Die Untersuchung, über die hier berichtet wird, wirft einen ersten empirischen Blick auf die Möglichkeit, die Transkription von Interviews im sozialwissenschaftlichen Kontext durch den Einsatz von Spracherkennungssoftware zu bewältigen. Hierzu wurden von 20 Personen unter gleichen Bedingungen Transkripte sowohl manuell als auch unter Zuhilfenahme von Spracherkennungssoftware erstellt. Die Erfahrungen hiermit wurden qualitativ und quantitativ ausgewertet. Dabei lässt sich feststellen, dass Spracherkennung und manuelle Transkription etwa gleiche Bearbeitungszeiten benötigen, die Spracherkennung aber hinsichtlich ihrer Präzision und Bedienbarkeit deutliche Schwächen aufweist. Den Artikel finden Sie auf den Seiten des Foums Qualitative Sozialforschung: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-08/08-2-17-d.htm

Aus der FAZ vom 16.09.2008:
Alternative zum Abschreiben
; Eine gute Idee: Spracherkennung für die Verschriftlichung von Interviews / von Michael Spehr 16.09.2008 "Die Wissenschaftler-Gruppe um Thorsten Dresing hat dazu (Anmk. Spracherkenunng bei Interviews) unlängst eine interessante Untersuchung im 'Forum Qualitative Sozialforschung' veröffentlicht".

Zusatz vom 22.7.2008: Einen Testbericht zur Spracherkennung von Diktaten mit Dragon Naturally 9 und dem Olympus WS110 finden Sie hier.

Zusatz vom 10.04.2008: Das Fraunhofer Institut hat in einer neuen Delphi Studie (http://www.fazit-forschung.de/fileadmin/_fazit-forschung/downloads/Schriftenreihe_Band_10.pdf ) Experten nach wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Techniken befragt, die zukünftig die menschliche Kommunikation bestimmen werden. Gefragt wurde, wann diese Realität werden können, welche Auswirkungen dadurch zu erwarten sind und welche Hemmnisse einer Realisierung im Weg stehen könnten. Befragt wurden 681 beziehungsweise in der zweiten Runde 481 IT- und Medienexperten. Angegeben ist der Realisierungseitpunkt, den 50% der Antwortenden für wahrscheinlich halten (Median). Hieraus ein Zitat zu Spracherkennung: "Spracherkennungssoftware zu entwickeln, die eine überwiegende Zahl der Nutzer ohne Training erkennt und dabei eine Trefferquote von mehr als 90 Prozent erreicht, ist nach Ansicht der Experten bis 2016 möglich." (2007; Kuhls, Cempler; Delphi-Report: Zukünftige Informations- und Kommunikationstechniken; S.11)

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