Vergleichstest "Atmo" - auf der Suche nach dem "guten" Klang

23.04.2010

Ziel dieses Vergleichstests ist es, das Aufnahmegerät für die bestmögliche Atmo-Aufnahme zu finden. Eine Aufnahme, die ohne Nachbearbeitung in Alltagssituationen sowohl das Gesamtbild, als auch feine Nuancen gut darstellen kann. Die Aufnahmen sollten sich so anhören, als ob man es sich auf einer Parkbank in der Marburger Innenstadt bequem gemacht hat und ein wenig in der Gegend umherhört. Dafür haben wir die wichtigsten, digitalen Rekorder gegeneinander antreten lassen. Wie die Geräte sich geschlagen haben und welche der Geräte wir letztlich für Atmo-Aufnahmen empfehlen, erfahren und hören Sie in unserem Vergleichsbericht.

Expeditionsstart: Rekorder packen und Einstellungen klären

Im Test geht es um die Aufnahmequalität, die man mit den eingebauten Mikrofonen bei gleichen Einstellungen erreichen kann.  Aspekte wie Handling, Windanfälligkeit, Batterielaufzeit, Displayhelligkeit, Anschluss externer Mikrofone usw. werden gesondert in einem der nächsten Testberichte unter die Lupe genommen.

In unserem Koffer befanden sich schließlich 16 aktuelle Audio-Rekorder, die alle im unkomprimieren WAV-Format aufzeichnen können. Alles Top-Geräte, die im Preisbereich zwischen 150 und 650 Euro angesiedelt sind: Kenwood MGR-A7,  Korg MR-1,  Marantz PMD621, Marantz PMD661, Olympus DM-550, Olympus LS-10, Olympus LS-11, Sony PCM-D50, Sony PCM-M10, Tascam DR-100, Tascam DR-08, Tascam DR-2d, Yamaha C24, Yamaha W24, Zoom H2 und Zoom H4n.

Die Geräte wurden vor dem Start der Aufnahme anhand eines Referenztones auf (annähernd) gleichen Pegel ausgesteuert. Auf allen Geräten schalteten wir die Mikrofonempfindlichkeit auf die höchste verfügbare Stufe, den Limiter (wo vorhanden) ein, die Mikrofonausrichtung auf möglichst 120 Grad, den LowCut auf aus und das Aufnahmeformat auf 48kHz/16kbps (WAV).

Als Aufnahme-Motive haben wir uns unseren Innenhof, die Treppen vor der Marburger Mensa und eine ruhige Seitenstraße mit Radweg vorgenommen. Bepackt mit jeder Menge Ersatz-Batterien, Speicherkarten und Aufnahmegeräten machten wir uns auf den Weg zur ersten Aufnahme.

Erster (Gegen-) Wind

Die Aufnahmen wurden an einem nahezu windstillen Tag durchgeführt. Dennoch wurden viele (nicht alle!) der ersten Probeaufnahmen durch Windgeräusche stark beeinträchtigt. Was also tun? Einen Windschutz zu nutzen läge nahe, doch nicht für alle Geräte wird ein passender Windschutz angeboten. Daher nahmen wir einheitlich ohne Windschutz auf, bis die gleiche Situation bei 16 Aufnahmegeräten nahezu windstörungsfrei im Kasten war. Kein leichtes Unterfangen! Vereinzelt hört man dennoch Windgeräusche, die aber bei unserer Hör-Auswertung bewusst nicht berücksichtigt wurden.

Unser Fazit hieraus ist nicht überaschend: Für sichere Außenaufnahmen benötigen alle Geräte einen echten (Fell-)Windschutz - nicht nur den einfachen mitgelieferten aus Schaumstoff. Ein richtiger Puschel ist schon ab Windstärke 1 unumgänglich und sichert Ihnen bei Außenaufnahmen ein gutes Ergebnis.

Expeditionswegweiser: Unser Bewertungssetting

Um uns nicht von Vorwissen über einige Geräte beeinflussen zu lassen, wurden die Aufnahmen aller Geräte beim Kopieren auf den Rechner anonymisiert. So war für uns nicht erkennbar, welche Aufnahme von welchem Gerät stammt. Die Auflösung der Anonymisierung wurde bis zum Ende der Auswertung in einem verschlossenen Umschlag aufbewahrt (und wir waren oft sooo neugierig).

Dann haben wir als Vierer-Test-Team jeder einzeln mit einem guten Studiokopfhörer die 16 Aufnahmen abgehört. Nach einem ersten Durchgang verständigten wir uns, mit welchen Worten man die Güte der Aufnahmen am besten beschreiben kann und anhand welcher Hör-Aspekte sich Unterschiede zwischen den Geräten erkennen lassen. Wir sammelten markante Hörereignisse in der Test-Aufnahmen: das Klickern des Fahrrads, ein Vogel, der von links nach recht fliegt, die wahrnehmbare Entfernung zwischen Parkscheinautomat und vorbeifahrendem Auto usw..

Schließlich charakterisierte jeder unabhängig voneinander mit Hilfe der vereinbarten Kriterien alle 16 Aufnahmen und erstellte eine grobe Rangliste. Anschließend verglichen wir unsere Ergebnisse miteinander, diskutierten darüber und protokollierten unsere Differenzen und Schwierigkeiten beim Bewerten.

Folgende Aspekte haben wir für die Charakterisierungen als geeignet herausgearbeitet, um die verschiedenen Ausprägungen der Aufnahmequalität zu beschreiben:

Breite - Ist das Klangbild eher breit oder eng?
Breit: Sony PCM-D50

 

Eher eng: Kenwood MGR-A7

 

Stereo-Verortung - Wie genau lassen sich jeweils Töne links/rechts verorten?

Ausgeprägt: Olympus LS-10

Wenig: Korg MR-1

 

Raumtiefe - Eröffnet der Klang einen Eindruck für Entfernung? Wie gut
lassen sich Entfernungen vorne/hinten differenzieren?

Ausgeprägt: Olympus DM-550

Wenig: Korg MR-1

 

Klangfarbe  - hell & klar oder dunkel & satt? Höhen bzw. Bässe werden deutlich wiedergegeben.

Hell & Klar: Tascam DR-2d

Dunkel & Satt: Zoom H4n

Gesamtkomposition - eine der subjektivsten Kategorien. Ist das
Klangbild insgesamt ausgeglichen, mit vielen Details ohne dass ein
Merkmal (z.B. Bass) besonders hervorsticht?

Ausgeprägt: Sony PCM-D50

Weniger: Yamaha C24

 

So sind wir innerhalb der Testwoche zu einem recht fundierten Meinungsbild über die erstellten Aufnahmen und die Aufnahmequalität der Geräte gelangt.

Zum Nachhören hier alle 16 Aufnahmen - verschlüsselt mit Lösung. Am besten abhören über Kopfhörer, in mehreren zufälligen (shuffle) Durchgängen. Ähnlich wie beim Eintauchen der Hände in kaltes oder warmes Wasser ändert sich die Emfindung des jeweils nächsten Eindrucks. Eine bassige Aufnahme direkt nach einer hohen Aufnahme angehört, wird schnell als dumpf empfunden und umgekehrt.

 

Expeditionsfund: Ein Koffer voller Klangfarben und kein einziger Flop

Unser Fazit nach mehrtägigen Hörtests, Hörprotokollen, heißen Diskussionen und erneuten Kopfhörersitzungen: 1. Alle Testgeräte produzieren sehr gute Aufnahmeergebnisse. 2. Deutliche Unterschiede finden sich in der Klangfarbe der Aufnahme. Hier gibt es ein breites Spektrum von "satt und bassbetont" bis "detailiert und höhenbetont" - jeweils mit unterschiedlich breitem Stereobild.  3. Als günstig für eine Atmo-Aufnahme sehen wir ein Klangbild, das über eine gute Stereo-Breite und -Differenzierbarkeit verfügt. Der Klang wurde vor allem dann als natürlich wahrgenommen, wenn er ein helles & klares Klangbild aufweist. So erhält man einen guten Eindruck von der Tiefe des Raumes und Entfernungen der Klänge zueinander. 4. Eine Gruppe von 6 Geräten empfanden wir unabhängig voneinander als besonders herausragend. Deren Klangbild eignet sich nach unserer Einschätzung für Atmo-Aufnahme besonders gut (in alphabetischer Sortierung):

Olympus DM-550 - heller, detailreicher, etwas trockener Klang mit breitem Stereobild und einer guten räumlichen Verortung.

Olympus LS-10 - heller, detailreicher, natürlicher Klang mit breitem Stereobild und einer guten räumlichen Verortung.

Olympus LS-11 -  satter Klang, dennoch sehr detailreich mit breitem Stereobild und einer guten räumlichen Verortung

Tascam DR-2d - sehr klares und ausgewogenes Klangbild mit natürlichem Stereobild und einer guten räumlichen Verortung.

Sony D-50 - hell und klar, ausgesprochen differenziert mit ausgeprägtem Stereobild und sehr guten räumlichen Verortung

Zoom H4n - Klangfarbe eher neutral, dennoch detailreich, gutes Stereobild und gute räumliche Verortung.

 

Expeditionsergebnisse: Klangcharakter der Audiorekorder

Wir sehen in unserem Test große Ähnlichkeiten zu einer Weinverkostung. In unserem Testkoffer befinden sich ausschließlich technisch einwandfreie Geräte. Daher kann es letztlich nur darum gehen, die Feinheiten, den besonderen Charakter eines jeden Produktes herauszukitzeln. Ein guter säuerlicher Moselwein ist nicht besser oder schlechter als ein schwerer Pomerol. Zum Spargel passt nicht unbedingt ein Retzina, aber mancher kann zu allem seinen Apfelwein trinken. Entsprechend haben wir viele Hörfacetten entdeckt: Das eine Gerät wirkt etwas satter, wuchtiger, das nächste etwas leichter und präziser und das dritte eröffnete den Raum ein bißchen besser. Das macht den jeweils individuellen Charakter der Geräte aus. Je nachdem, was man persönlich präferiert, votiert man das passende Gerät natürlich weiter vorne. Eine genaue Notenfestlegung macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn. Technisch gesehen macht man mit keinem der Geräte fundamental etwas falsch. Jetzt fehlt nur noch die Kür eines Testsiegers. Doch das geht nicht! Jeder in unserem Team (und damit sicher auch Sie als LeserInnen) hat eine leicht andere Hör-Präferenz und bewertet daher etwas anders. Sie gewinnen deutlich mehr davon, wenn wir Ihnen unsere eigene Erfahrung authentisch und nicht in einer Gesamtnote verwaschen darstellen. So bleibt der Raum offen, Ihren persönlichen Favoriten selbst zu finden.

 -david.jpgTestfazit - David Georgi

"Positiv überrascht hat mich der neue Tascam DR-2d. Klar, präzise und weich, genau die Eigenschaften, die ich mir bei Außenaufnahmen wünsche. In den verschiedenen Testsettings schaffte er es auf Anhieb immer in die vorderen Ränge. Den Windschutz werden wir in den kommenden Wochen noch testen, denn für alle Geräte ist dieser bei Außenaufnahmen ein Muss. Der Sony PMD-50 und Zoom H4n platzierten sich ebenfalls bei meinen Auswertungen vorn; wie auch das LS-10. Alle Aufnahmen liegen sehr eng beieinander, sodass in die Wertung auch das Handling mit einfließt. Das LS-10 erweist sich als sehr robuster, intuitiv bedienbarer Rekorder mit einem wirksamen Windschutz (WJ1)."

Testfazit - Oliver Leibrecht

"Beim Abhören der Testaufnahmen haben mich zunächst die Störgeräusche durch Wind vom eigentlichen Klang abgelenkt. Im ersten Durchlauf haben mir daher zunächst die auf Wind unempfindlich reagierenden Aufnahmen besser gefallen (Olympus LS-10, Sony PCM-D50, Tascam DR-2d, Zoom H4n). Insbesondere beim Tascam DR-2d empfinde ich das Stereo-Gefühl und die Raumtiefe breit und differenziert. Auch die weit entfernte Vogelstimme (Entenschnattern) konnte ich deutlich ausmachen und räumlich verorten. Das Klangbild finde ich ausgewogen, nicht zu basslastig, aber auch nicht zu spitz, sondern warm und gleichzeitig prägnant. Schade nur, dass die Batterielaufzeit mit ca. 3,5 Stunden dünn ausfällt. Wenn ich die Windstörungen außen vor lasse, gefallen mir besonders das Olympus DM-550 und das Olympus LS-11 gut. Beide mit angenehmer räumlicher Tiefe und breitem Stereopanorama. In der Klangfarbe das DM-550 ausgewogen, hell und klar, das LS-11 satt und durchaus tiefenbetont, ohne dabei dunkel zu wirken. Aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist daher das Olympus DM-550 mein persönlicher Atmo-Favorit."

Das Expeditions-Team

Zu einem objektiven Untersuchungssetting gehört auch die transparente  Darstellung der eigenen Rolle und Position. Nur so können Sie als  LeserInnen abschätzen, von welcher Warte aus wir unsere Bewertungen  getroffen haben.

Unsere Kernfähigkeit ist die Aufnahme von Gesprächssituationen zwecks wissenschaftlicher Analyse der Gesprächsinhalte. Wir haben jahrelang Interviews oder O-Töne aufgenommen und diese später selbst transkribiert. Etwas mit dem wir täglich konfrontiert sind, ist das Anhören von Aufnahmen via Kopfhörer. Unser Standpunkt ist folgender: Je besser die Aufnahme, d.h. je besser verständlich und realistischer die Darstellung ist, umso leichter fällt die nachträgliche Transkription und umso leichter kann man sich in die verschiedenen Stimmen einfinden/eindenken.

Wir haben ganz bewusst auf die Analyse mithilfe von Frequenzkurven  oder Rauschabständen verzichtet. Die Entscheidung, ob eine Aufnahme gut oder schlecht ist, treffen wir mit geschlossenen Augen und dem Kopfhörer  auf den Ohren.

Dr. Thorsten Dresing, Thorsten Pehl und Oliver Leibrecht sind  Erziehungswissenschaftler. David Georgi war lange Zeit im Journalismus  (BBC London) tätig und erstellt Reportagen in den Bereichen Sport,  Reisen und Natur. Oliver Leibrecht  unterstützt uns als freier Mitarbeiter. Er ist Sprecherzieher (DGSS) und arbeitet seit vielen Jahren für den Hessischen  Rundfunk.

Wir von audiotranskription.de verdienen unseren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Rekordern und Fußschaltern. Unser Ziel ist es, die Produkte so transparent wie möglich darzustellen und damit eine fundierte Information jenseits von Werbeversprechen und rein technischen Informationen zu bieten. Wenn Sie das auch so empfinden und unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Einkauf in unserem Onlineshop.

Auch das D50 ist bei uns im Shop zu finden :-)

Ach - jetzt also doch? Das ist ja blöd - jetzt habe ich's doch schon woanders bestellt :-/

Tja, ich hätte das Gerät ja gerne bei euch gekauft - aber die Mikro-Empfindlichkeit ist für mich ein wichtiges Kriterium. So fällt meine Wahl letztlich doch auf das D50 :-}

Herzliche Grüße
Martin Miethke

Vielen Dank schonmal für den ersten Teil des Testberichts! Wirklich toll, wie Sie die Ergebnisse beschreiben und dass Sie auch soviel Input nach dem Sie zuvor gefragt hatten, mit aufgenommen haben! Ich bin sehr gespannt auf die Hörproben!

Auch von mir ein dickes Dankeschön! Ich bin in dem Bereich Aufnahmetechnik bislang noch etwas verloren und fühle mich durch Euren Testbericht sehr gut beraten.

Ich finde es einfach klasse, dass ihr euch diese Mühe macht. Einen solchen Vergleichstest zu machen, stelle ich mir nicht einfach vor - und dann auch noch mit 16 Geräten!!

Könnt ihr vielleicht noch was zur Mikro-Empfindlichkeit der beiden Olympus-Geräte im Vergleich zum Sony D50 sagen?

Herzliche Grüße
Martin

Hallo Martin,
Sony hat im Testfeld die Geräte mit den empfindlichsten Mikrofonen, wobei das D50 nochmal deutlich vor dem M10 liegt.
Hier ein Bild beider Aufnahmen (LS-11/D-50) mit Vollaussteuerung: http://www.audiotranskription.de/bilder/Pegel_D50_vs_LS11.jpg

Die Einstellungen waren ansonsten, wie oben beschrieben, identisch, d.h. jeweils empfindlichste Mikrofongrundeinstellung und identische Aussteuerung anhand eines Signaltons.

Danke für die wie immer sehr guten Infos. Mir ist beim Lesen so ein Gedanke gekommen:
Könnten Sie uns die Hörproben auch anonymisiert präsentieren und uns aufrufen unseren Sieger per Formular Ihnen mitzuteilen?

Gruß Renato

Hallo Renato, das ist ein guter Vorschlag. Werden wir so ähnlich machen. Wir stellen zusätzlich ein ZIP Archiv zum Download bereit mit 16 Aufnahmen (1-16 durchnummeriert) und einer Worddatei mit der Auflösung. Das Formular für den Sieger macht wahrscheinlich keinen Sinn - aber vielleicht könnten wir zum nächsten Weihnachtsrätsel mal Fragen "Welches Aufnahmegerät ist das" :-)
Hier auf der Website lassen wir die Aufnahmen mit Ursprungsinfo - das ist leichter zu lesen.

Dann vielleicht beim nächsten Mal wieder :-)

Ein paar Ergänzungen, da ich sowohl das LS 10, 11 und DM 550 aus der Praxis kenne, aus einer Praxis, die auch von Bearbeitungen der Dateien geprägt ist und sich nicht auf Atmo-Aufnahmen beschränkt, entsprechend also auch andere Aspekte in den Blick nimmt, als es dieser Test, den ich wieder einmal klasse, anregend, spannend und äußerst informativ finde – danke für diese Mühe:

Mir gefällt das DM 550 in seinen Preisleistungsverhältnis äußerst gut. Doch hat es sich bei mir als so windempfindlich erwiesen, dass selbst das normale Einsprechen in einem geschlossenen Raum regelmäßig verlangte darauf zu achten, dass das Mikrofon NICHT direkt vor den Mund gehalten wird. Dass dieses Gerät trotz des günstigen Preises nicht mit einem passenden Windschutz geliefert wird, halte ich für einen echten Mangel. Noch schlimmer wird das mit den Windgeräuschen bei Außenaufnahmen, da das DM 550 schon bei quasi nicht wahrnehmbaren Lüftchen mit Windgeräuschen reagiert.

Das LS 10 ist ein geniales Gerät, auch wenn das Grundrauschen im Vergleich zum LS 11 deutlich wahrnehmbar ist. Das LS 10 ist klar, höhenbetont und mit den mitgelieferten Mickey-Mouse-Ohren-Schaumstoff-Windschützchen durchaus sehr gut zu gebrauchen, wenn es um Sache Windempfinlichkeit und Plopp-Schutz geht. Die Nutzbarkeit erhöht sich drastisch beim Einschalten des Low-Cut-Filters, der beim LS 10 meiner Wahrnehmung nach aber zu einem deutlichen Abfall der Aufnahmequalität führt. Hier ist das LS 11 in meine Ohren deutlich besser.

Überhaupt ist das LS 11 für mich zum Allrounder geworden. Ich habe es IMMER bei mir, nutze es als USB-Mikrofon, für Field-Recordings, zum Podcasten, für Interviews etc. Es hat einen fantastischen Klang (wurde ja auch hier im ersten Vergleichstest zu Recht zum Hörsieger gekürt), ist auch im MP3-Modus zu hervorragenden Aufnahmen fähig (nur MP3-Mono sollte man meiden, da extrem zu hörenden Kompressionsgeräusche die Aufnahmen begleiten)und hat eine Batterielaufzeit, die ich fast schon als „unendlich“ wahrnehme.

Absehbar ist aber auch beim LS 11, das mit aufgesetzten Schaumstoff-Windschützchen und Low-Cut-Filter einen auch bei leichtem Wind sehr weiten Einsatzbereich abdeckt, dass früher oder später der Windschutz auf der Agenda stehen wird, spätestens, wenn ich mal wieder an die Nordsee fahre und dort mit mittlerem bis starkem Wind rechnen muss…

Doch auch ohne diesen Windschutz, habe ich mein Alltagsgerät gefunden.

Wie Aufnahmen bei mir mit dem LS-11 klingen, auch wenn ein paar dazwischen sind, die via mobilem Telefon aufgezeichnet sind, kann in meinem Podcast auf audioboo.fm unter audioboo.fm/torstenlarbig nachgehört werden.

Insbesondere die Kategorie „Field Recording“ gibt, in Bezug auf diesen Test hier, ein paar Aufnahmen in Sachen Atmo her, bei denen ich meistens mit dem Zoom-Mikro auf „Weit“ gearbeitet habe. Die Aufnahme Playing Basketball near to a funfair (http://audioboo.fm/boos/122566-playing-basketball-near-to-a-funfair) hingegen wurde mit dem Zoom-Mikrofon auf „Zoom“ und direkt als MP3 (128 kb/sec) aufgezeichnet.

Gruß,
Torsten Larbig

Das mit dem fehlenden Windschutz beim DM-550 haben wir auch als Mangel erlebt und daher einen Windschutz für das DM-550 herstellen lassen. Kann über unseren Shop bestellt werden.

Guten Abend an das Audiotranskriptionsteam,
danke für den ersten Teil des Test's. Ich fand es sehr spannend die Geräte ohne Auflösung zu hören. Beim ersten durchhören habe ich das Olympus DM550 und das Olympus LS10 auf anhieb heraushören können. Diese beiden Geräte waren für mich die leichtesten. Da haben mir die Klangeigenschafften dieser beiden Geräte sehr gut geholfen, die doch sehr markannt sind. Etwas ähnliches ist mir bei den beiden Recordern Tascam DR100 und Sony PCM-D50 wiederfahren. Beide klingen sehr ähnlich. Ich wußte zwar schon das es diese beiden Geräte sind, aber nicht sofort welcher der Sony oder der Tascam ist. Ich habe mich dann für A als den Sony PCM-D50 und für D Tascam DR100 entschieden. Meine Entscheidung machte ich an einer stärkeren Basswiedergabe fest, die ich dem Tascam zuschrieb. Den Sony rechnete ich ein wenig mehr Höhen im Gesammtklangbild zu. Dies hat sich glücklicherweise als richtig herausgestellt. Gewurmt hat mich das ich mein Olympus LS11 nicht herausgefunden habe. Nachdem ich die Lösungsliste zweimal durchgelesen habe, ist mir aufgefallen das der LS11 zweimal vertreten ist. Einmal als O und als P. Nach einmaligen hören habe ich mich für P entschieden. O hat mir zu viel Windgeräusche und klingt auch nicht ähnlich wie der LS10. Dagegen das Beispiel P. Wenn P nun der LS11 ist und O der Yamaha W24 hätte ich nach einigen Schwierigkeiten fünf Treffer. Vier davon ohne Lösungsliste! Immerhin 25% hätte schlechter sein können.

Viele Grüße Renato

Vielen Dank für den tollen Test und vor allem für den Blind Hörtest im Download. Habe zuerst über Studiokopfhörer und dann über meine Studio Abhöre gehört. Im Ausschluss Verfahren sind dann zwei Geräte übrig geblieben die mir besonders gut gefallen haben. Das Tascam Dr2d und das Zoom H4n. Lustigerweise genau die Geräte zwischen denen ich mich seit Wochen versuche zu entscheiden. Bin sehr gespannt auf die nächsten Hörproben.

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Tests! Die Akribie und Praxisorientiertheit sind beeindruckend, ebenso die möglichst neutrale Beschreibung!

Interessiert hat mich - aber eher für Choraufnahmen - das Yamaha W24. Ich weiß, dass es für frühere Tests noch nicht zur Verfügung stand, daher hat mich auch das Ergebnis hier im "Atmo"-Test interessiert.
Aber außer einem Aufnahmebeispiel (unter "Gesamtkomposition") für YAMAHA C24 gab es dazu keinen weiteren Kommentar: Heißt das, BEIDE Geräte sind eher unter "ferner liefen" einzuordnen - verglichen mit den ausführlicher beschriebenen Exemplaren?

Für eine Antwort dankt recht herzlich
Oswald

in der Tat lief das W24 bei unserem Atmo-Test bezüglich Klang nur im Mittelfeld. Das C24 unter "ferner leifen". Bei einer Gesamtbewertung des W24 würde für mich die Bedienbarkeit (Display, Menüführung) noch als deutliches Manko einfließen.

Hallo und herzlichen Dank für die Mühe und den aufschlussreichen Test! Solche Internetseiten sind echt wertvoll. Von den getesteten Geräten bin ich allerdings enttäuscht, was die Ton-Qualität betrifft. Gut hingegen sind die kompakte Bauweise und die Vielfältigkeiten der Geräte.
Genau ein solch kompaktes Gerät suche ich noch als Ergänzung zu meinem Fostex FR2LE, der ja ein gutes Stück größer ist und ebenfalls Vor- und Nachteile hat. Für meine Reportagen/Features brauche ich ein Zweitgerät, das einen sehr rauscharmen Mikrofoneingang hat, da viele Gespräche in dem Genre leise sind und oft in sehr ruhiger Umgebung stattfinden müssen. Doch da rauchen mir alle Fieldrecorder zu sehr, vor allem mit den eingebauten Mikrofonen. Aber auch die Mikrofoneingänge werden wohl mit ihren Empfindlichkeiten von 0,7 bis 0,9 mV (die beiden Sonys) tüchtig rauschig sein, selbst bei Sennheiser-Mikrofonen. Da haben mein portabler DAT mit 0,17 und mein MD mit 0,25 mV viel mehr zu bieten. Schade, dass da die Oldis noch nicht überholt werden. Testet Ihr bitte auch mal die Mic-Eingänge mit einem gängigen Stereo-Repo-Mikro, wie z.B. dem MCE82 von Beyer?
Trotzdem nochmals vielen Dank und beste Grüße aus Dresden von Jens

Hallo Herr Wagner,
wir arbeiten gerade an einem Bericht über genau Ihre Fragestellung. In kürze unter: www.audiotranskription.de/mikrofoneingangsrauschen

Liebes Team, vielen Dank für die sehr erfreuliche Antwort! Da bin ich sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Es wäre nämlich sehr schade, wenn die kompakten Recorder gerade dort schwächeln würden, wo es um die konkrete Qualität geht. Ich drücke uns allen somit kräftig die Daumen.

Danke für den ausführlichen Test.
Würde das Sony PCM-D50 auch gute Leistungen an einer Tonangel für Sprachaufnahmen (Entfernung ca. 1-3m vom Protagonisten) bringen?
Dann wäre es nämlich auch für Dokumentarfilmproduktionen einsetzbar, als zusätzliche Aufnahmequelle.

Hallo Thomas,
das ist grundsätzlich möglich, aber das D50 hat keine Richtcharakteristik, das bedeutet, dass bei der Aufnahme nicht nur die Protagonisten fokussiert sind. Ggf. macht da ein Richtmikro mehr Sinn. Wenn das aber egal ist, können sie es über den Schraubanschluss an einer Tonangel befestigen und damit aufnehmen, ggf. sogar in die Kamera durchschleifen.
Viele Grüße
Thorsten Dresing

Hallo Thorsten,
danke für die rasche Antwort.

Erst einmal: wow! Euer Inhalt, die Tests mit Hörproben sind einfach klasse!
Ich würde mir jedoch wünschen, dass das Angebot an unterschiedliche Recordern mit Hörproben noch zunimmt, es sind ja noch einige weitere interessante Modelle auf dem Markt.
Ich bin noch auf der Suche im Niedrig-Preissegment, wie z.B. DNT HSQ 2010 POCKET STEREO RECORDER. Es lockt mit günstigem Preis, PCM-Qualität und zusätzlich ansteckbarem Stereo-Micro. Vielleicht auch das ESI Record M.
Beabsichtigt ihr auch euer Sortiment um solche Geräte zu erweitern?
Viele Grüße
Thomas, alias thomThom

Hallo Thomas,
Hohe PCM Qualität hängt nicht allein am Aufnahmeformat sondern ganz wesentlich an den verbauten Mikrofonen. Die genannten Produkte sind hier nicht vergleichbar mit den von uns gewählten Geräten und werden daher auch nicht weiter in Tests einbezogen. Wir wollen grundsätzlich nur die unserer Ansicht nach besten Geräten verkaufen, daher werden wir unsere Palette nicht um diese Angebote erweitern.
Viele Grüße
Thorsten

Hallo,

ich schreibe derzeit meine Diplomarbeit im Fachbereich Fahrzeugtechnik.
Für einen Teil der Problemstellung muss ich verschiedene Aufnahmen im Fahrzeug machen. Dabei müssen Außengeräusche, Fahrgeräusche, Lüftungsgeräusche, Beschleunigungsgeräusche zu verschiedenen Uhrzeiten und in diversen Kombinationen zu einander aufgezeichnet werden.
Die Aufnahmen sollen möglichst exakt die Realität in der Fahrgastkabine wieder geben.
Meine Frage wäre daher, welches der Geräte ihr mir zu diesem Zweck empfehlen würdet!?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Grüße

Marc

Hallo Marc,
das ist ein spannendes Projekt! Da dies keine Alltagssituation ist, hab ich keine direkte Erfahrungslösung dafür. Idee: mit Windschutz arbeiten (wegen Lüfter und ggf. offenen Fenstern), Montage in Kopfohrhöhe der Fahrerperson. Als Gerät würde ich selbst den ls-5 nehmen (schneller austeuerbar und unempfindlicher gegen Übersteuerung.
Gruß Thorsten

Hallo, ich finde Ihre Testreihe ausgezeichnet. Für mich sind es bisher die informativsten Test der Geräte, die ich (neben Testreihen in diversen Fachzeitschriften) gefunden habe. Besonders toll finde ich die Orientierung an den vielfältigsten Situationen im Alltagsgebrauch und die dazugehörigen Audiobeispiele. Eine Frage habe ich. Mich würde interessieren, ob das PCM D-50 von Sony auch Monoaufnahmen machen kann? Vor diesem Hintergrund habe ich auch die Frage, ob dieses Gerät auch für Interviewsituationen geeignet ist?
Beste Güße
Friedemann

Hallo Friedemann,
danke für die Blumen ;)
Das D-50 hat leider keine Mono-Aufnahme. Für Interviews im Rahmen von Radio/Podcast-Reportagen ist das Klangbild des D-50 wahrscheinlich zu breit. Hier wäre ggf. das Marantz PMD661 eine bessere Wahl.
Wenn um die Dokumentation bzw. Transkribtion von Interviews geht ist das D-50 sicher sehr gut geeignet.

Hallo Herr Friedemann,
ganz offen gesagt: Das Sony D-50 ist wirklich prima und auch sehr gut für Interviews geeignet, aber sie bekommen die nahezu gleiche Aufnahmequalität für weniger als die Hälfte des Preises, indem sie einfach das Olympus LS-5 nutzen. Für Interviews, egal ob Einzel- oder Gruppe, eignet es sich (zumal auch einiges kleiner) besser.
Viele Grüße
Thorsten Dresing

Hallo,
herzlichen Dank für die schnelle Reaktion.
Ich möchte das D-50 für die Aufzeichnung von Interviews im Bereich der Sozialforschung verwenden, die anschließend zur Transkription versendet werden sollen. Hier aber ebene als Monofiles. Dies könnte ich ja am Rechner umwandeln. Darüber hinaus wollte ich das Gerät für diverse Field- und Audiorecordingsachen nutzen. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das D-50 durchaus für beide Ansprüche geeignet.
Besten Dank
Friedemann

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Testfazit Dr.Thorsten Dresing

"Beim Hören der Probeaufnahmen habe ich ein unterscheidendes Merkmal herausgehört: die Darstellung des Straßenverkehrs im Hintergrund. Es gibt Geräte, die den leisen Hintergrundlärm deutlich hervortreten lassen und diejenigen, die ihn eher abdämpfen. Ich persönlich fand die Aufnahmen besser, die den Hintergrund dämpfen. Vogelstimmen, Busgeräusche und das Fahrrad kommen so einfach besser zur Geltung und mein Ohr "ruht" zwischendurch aus. Wesentliche Details gehen dadurch nicht verloren, die Aufnahme wirkt trotzdem oder gerade deshalb sehr präzise. Das Tascam DR-2D, das Olympus LS-10 und der Sony D-50 entsprechen hier voll meinem Geschmack. Wenn ich die Preisgestaltung, Batterielaufzeit und das Zubehör mit einbeziehe, so ist meine Empfehlung das Olympus LS-10 mit Windschutz WJ1."

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Testfazit Thorsten Pehl

"Liebhaber eines satten Sounds werden bei Atmo-Aufzeichnung das Olympus LS-11 mögen. Mir gefällt, dass es einen satten, tiefenbetonten Klang hat, ohne dass Details im hohen Frequenzbereich übertönt werden. Wer hingegen eher auf ein helles, klares Klangbild steht, trifft mit dem LS-10 oder Sony D50 eine sehr gute Wahl. Die klare Darstellung der Höhen ist für mich ein wichtiges Element, um neben einem Stereoeffekt in der Breite auch ein Gefühl von der Tiefe des Raumes zu bekommen. In den Probeaufnahmen kann man das gut nachvollziehen, wenn man versucht, die Entfernung zwischen dem Geldklimpern am Parkscheinautomat und dem vorbeifahrenden Auto zu hören."