Großer Vergleichstest aktueller digitaler Rekorder

Unsere Einzeltestberichte unterstützen Sie bisher bei der Kaufentscheidung, lassen aber nur einen vagen Vergleich bezüglich der Aufnahmequalität zwischen den Geräten zu, da alle Probeaufnahmen immer zu unterschiedlichen Momenten und in unterschiedlichen Situationen getrennt voneinander entstanden sind. Damit Sie die Qualität der Aufnahmen besser vergleichen können, haben wir jetzt für Sie alle relevanten digitalen Rekorder zu gleicher Zeit und in unterschiedlichen Situationen eingesetzt und die Aufnahmen zum Anhören aufbereitet. Viel Freude beim Lesen / Hören und eine gute Kaufentscheidung!

Neu: Der Nachfolgevergleichstest für das Jahr 2010 ist hier zu finden

1. Situationen und Aufnahmeeinstellungen

Wir haben fünf unterschiedliche Settings ausgewählt, die wir für die Probeaufnahmen herangezogen haben. Diese stehen beispielhaft für die vielfältigen Einsatzgebiete digitaler Rekorder und decken einen breiten Bereich ab. Diese sind: Einzelinterview  und kleine Gruppe, Chorgesangsprobe, Geräuschkulisse im Marburger Bahnhof und im Wald. In diesen fünf Settings haben wir jeweils alle uns zur Verfügung stehenden digitalen Aufnahmegeräte in nahezu gleicher Entfernung und Ausrichtung zu den Geräuschquellen positioniert. Jeder Rekorder bietet ja eine Vielzahl von Einstellungsoptionen an, sei es MP3 oder WAV, hohe oder niedrige Mikroempfindlichkeit, Low-Cut, Rauschunterdrückung uvm. Damit ein Vergleich besser möglich ist, haben wir bei allen Geräten folgende Einstellungen vorgenommen:

- Bestmögliches Aufnahmeformat, idealerweise unkomprimiertes WAV (Abtastgröße 24 Bit, 96 KHZ)

- Keine zusätzlichen Filter oder Equalizer (Low-Cut off, Rauschunterdrückung off, Limiter off usw.)

- Die Mikroempfindlichkeit wird den fünf Settings angepasst: Einzelinterview (niedrige Empfindlichkeit), Choraufnahme und Großgruppeninterview (Stereo und mittlere Empfindlichkeit), Atmosphäre (Stereo und höchste Empfindlichkeit)

- Die Dateien wurden unkomprimiert mit der Software "Audacity" normalisiert und wurden dann für die Hörproben auf dieser Seite in 320 KbPs MP3 umgewandelt (mit Lame Version 1.32, Engine 3.97).  Eine Normalisierung ist klangtechnisch nicht optimal, da ggf. Rauschen und Artefakte produziert werden. Der Vorteil für unseren Vergleichstest ist jedoch a) die Aufnahmen in vergleichbarer Lautstärke hören zu können und b) die Charakteristik der einzelnen Geräte deutlicher wahrzunehmen.

2. Unsere Testgeräte

Um alle digitalen Aufnahmegeräte in punkto Eigenrauschen und Stimmqualität besser einschätzen zu können, haben wir uns zunächst für eine Referenz entschieden. Die Referenz ist kein mobiles Equipment, sondern ein stationäres Großmembranmikrofon, eines der rauschärmsten unter 1.000 Euro: RODE NT2000. Angeschlossen haben wir dieses an den Vorverstärker SPL Goldmike 9844, der die benötigten 48V Phantomspeisung liefert und für edelste Aufnahmen bürgt. Hier erwarten wir beste Sprachaufnahmequalität, können es allerdings natürlich nicht für die Atmo-Aufnahme im Bahnhof einsetzen. Zusätzlich haben wir für die Rekorder, die über einen XLR-Anschluss verfügen, ein typisches, hochwertiges Reportermikro erworben: Sennheiser MD 421 II (rund 400 Euro). So können wir auch die Mikrofoneingänge der XLR-Rekorder unter Alltagsbedingungen testen. Insgesamt haben wir Equipment und Zubehör für rund 5.000 Euro in den Test einbezogen:

Einige Rekorder haben wir mangels rechtzeitiger Zusendung oder Aussortierung unsererseits für diesen Test nicht mit einbezogen (bspw. Sony, Yamaha, Microtrack, Panasonic oder Marantz).

3. Unser Bewertungsraster

Bewertet haben wir in diesem Test weder die Optik, noch Funktionen, noch Bedienbarkeit der Geräte. Diese Eigenschaften sind zum großen Teil von uns schon in den Einzeltests beschrieben und eher einsatzbedingt zu bewerten, d.h. in Abhängigkeit der jeweiligen Bedürfnisse. Bspw. benötigt der Musiker vielleicht dringend den XLR-Anschluss und Vierspuraufnahme, wohingegen der Wissenschaftler ein möglichst kleines Gerät ohne diese Features vorzieht. In diesem Test zählt einzig und allein die Qualität der Aufnahme. Folgende Merkmale haben wir dabei bewertet: Stimme / Detailwahrnehmung , Rauschfreiheit, Raumwahrnehmung.

Zur Bewertung haben wir uns im Dreierteam zunächst alle Aufnahmen blind mit einen Studiokopfhörer (AKG K271) angehört. D.h. keiner wusste, von welchem Gerät die jeweilige Aufnahme stammte (alle hatten ja die gleiche Sequenz als Inhalt). Situationsbezogen haben wir unsere Wahrnehmungen dann getrennt voneinander auf einem Fragebogen beschrieben - bspw." Aufnahme Wald1: Detail Wasserplätschern sehr präzise, Rauschen recht deutlich, sehr klare, breite Stereoaufnahme". Beim Anhören ist uns recht bald klar geworden, dass die ursprüngliche Idee einer Benotung schwer und nicht wirklich aussagekräftig ist. Zu detailliert sind die Nuancen und Feinheiten, Raum ist nicht gleich Raum, ein großer Stereoklang klingt an bestimmten Orten eher hinderlich usw.. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen, das Gesamtbild im Auge/Ohr zu behalten: Welches Gerät macht für uns aus welchen Gründen den besten Eindruck in der jeweiligen Situation? Für jede der 5 Aufnahmesituationen haben wir die im Gesamteindruck besten drei Geräte herausgefiltert.

Die wirklich überraschende Erkenntnis für uns war, dass wir im Dreierteam wirklich nahezu identische Bewertungen zu jedem Gerät abgaben - trotz getrennter Blindbewertung! Die Unterschiede unserer Favoritenlisten waren marginal und in der Diskussion erklärbar. Prinzipiell hörten und bewerteten wir also gleich - ein gewisses Gütemerkmal für unsere Ergebnisse, wie wir meinen.

4. Aufnahmeergebnisse in vier Situationen

Um unsere Testergebnisse und Hörbeispiele nachvollziehen zu können, sollten Sie in jedem Fall einen (guten) Kopfhörer nutzen. In keinem Fall reichen Ihre Notebook- oder PC-Boxen aus, um die wesentlichen, feinen Details oder Unterschiede deutlich zu machen. Klicken Sie einfach auf die entsprechenden "Play"-Taste eines Hörbeispiels, um sich die Situation mit einem bestimmten Aufnahmegerät anzuhören. Zudem können sie durch Anklicken des Rekordernamens auch die entsprechende MP3-Datei für eigene Tests direkt herunterladen.

Im Wald

Wir haben unsere Geräte in der Nähe von Marburg in einem Wald in etwa 4 Meter Entfernung von einem Brunnen und 20 Meter von der nächsten Straße auf einem großen Steintisch aufgestellt. Auf diesem Tisch waren alle Aufnahmegeräte in gleicher Ausrichtung auf einer Schaumstoffmatte liegend positioniert (außer Zoom H2, das auf seinem Fuß steht). Diese Aufnahme beginnt mit Brunnenplätschern und leichten Wald-/Straßengeräuschen und man hört eine Taube rufen. Achten Sie beim Anhören mal auf die Standorte der anderen Vögel. Die Qualität der Aufnahmen lässt sich auch gut am Plätschern des Brunnens festmachen. Welcher Aufnahme gelingt es hier besser, die Details präzise abzubilden?

Bei den Aufnahmen "Wald" beeinflusste uns das Plätschern des nahen Brunnens, das hohe Vogelpfeifen, die Taube und die Raumwahrnehmung bei der Bewertung. Die Siegerehrung war grundsätzlich nicht so schwer wie beim Test "Bahnhof" - erstaunlich  aber, wie viele unterschiedlichen Hör-Details wir dafür herangezogen haben. Unseren Favoriten sind:
- Tascam DR-100: geringes Eigenrauschen, gute Raumwahrnehmung, klare Details
- Olympus DM-550: dynamisch, sehr klare Details, breite Stereoaufnahme, hohes Vogelpfeifen gut vernehmbar
- Olympus LS 10: sehr klar und natürlich, hohes Eigenrauschen (aber verträglich), Taube klar und nicht unnatürlich verschoben; auch der Brunnen klingt unserem Hörempfinden nach sehr detailgetreu.

Nicht gefallen haben uns Zoom H2 (basslastig, dumpf, breit aber merkwürdig unnatürlich), Zoom H4n (eng, dumpf, Eigenrauschen stark, Taube schlecht wahrnehmbar) und das Edirol (zirrendes Brummen, fast schon mono, dumpf).

Bitte beachten Sie: Die Aufnahmen des Zoom H4N und Tascam DR 07 sind etwas leiser. Bei beiden hat sich ein Windstoß ungünstig bemerkbar gemacht (lag an der Positionierung). Kein Gerät war mit einem Windschutz ausgestattet. 

Geräuschkulisse im Marburger Bahnhof

Hier hat sich unser Team in der Mitte der großen Ankunftshalle aufgestellt. Die Aufnahmegeräte sind auch hier auf Schaumstoff gebettet in Bodenhöhe zum Einsatz gekommen. Kurz vorher ist ein Zug aus Frankfurt eingefahren und jetzt sind einige Menschen auf dem Weg nach draußen und gehen an uns vorbei. Man hört Füße trippeln und viele Gesprächsfetzen. Achten Sie in dieser Aufnahme mal darauf, ob Sie hören, wie die Leute den Griff ihrer Rollkoffer ausfahren.

Die Bewertung der Bahnhofssituation fiel uns einheitlich am schwersten. Hier stellte sich in unserer Diskussion heraus, dass die Wertung deutlich davon abhing, welches Geräusche man als besonders wichtig empfand. Ging es eher um einen vollständigen Gesamteindruck, bei dem auch die entfernt vorbeifahrenden Autos und der Bus gut dargestellt wurden? Oder waren eher Details, wie die Differenzierung der Stimmen und Geldklimpern am Fahrkartenautomat wichtig? Dies haben wir demgemäß getrennt bewertet:

Für den Höreindruck, der auch tiefe Frequenzen wie Autobrummen einbezieht, kürten wir folgende Favoriten:
- Olympus LS-11: klar mit guter Abbildung der Tiefen , dadurch etwas gedämpft und deutliche Wiedergabe der "Geräuschkulisse"
- Tascam DR-100: Klar, präzise und natürlich mit gutem Stereobild

Mit dem Hörfokus auf der Abbildung von eher höherfrequenten Details wie Geldklimpern oder Stimmen haben wir uns dagegen für folgende Geräte entschieden:
- Olympus DM-550: gute Detaildarstellung mit gutem Raumklang, ausgewogen, kaum Rauschen
- Olympus LS-10: klar, etwas hell mit Rauschen, dafür sehr detailgenau
- Tascam DR-100: erweist sich hier als "Allrounder" klar, präzise, natürlich

Als unnatürlich empfanden wir in jedem Fall den EdirolR09 ("alles brummt") und das Zoom H2 ("dumpf, Details ungenau").


Chorgesangsprobe mit etwa 60 Personen

Der Marburger Elisabethkirchen-Chor hat uns freundlicherweise an einer seiner Proben teilnehmen lassen. Der Chor übt mit etwa 60 Personen in einem 15*15 Meter großen Raum. Wir postierten uns frontal vor dem Chor in etwa 3-4 Meter Entfernung. Auch wenn der Gesang noch nicht premierereif war, sind eindrucksvolle Aufnahmen entstanden. (Am LS-10 und LS-11 sind leider durch unsere Unachtsamkeit einige Griffgeräusche zu hören).

Beim Chorgesang sind uns die Unterschiede zwischen den Rekordern recht deutlich aufgefallen. Schnell konnten wir in den Probeaufnahmen eine schlechte oder gute Aufnahme differenzieren. Die besten Geräte dieser Aufnahmesituation sind für uns:
- Olympus DM-550: klare Stimmen, gute Stimmentrennung, S-Laute verständlich, rauscharm, Bass gut ohne dumpf zu sein
- Olympus LS-11: sehr klar ohne Schleier, schöne Breite, ausgewogene Bässe und Höhen, Details und räumliche Verortung gut wahrnehmbar
- Olympus LS-10: sehr viele Höhen (aber nicht unangenehm), insgesamt "leicht", der Tenor ist beim Schlussakkord am besten zu hören, etwas übersteuert (war unser Fehler, nicht der des Gerätes) gut und differenziert außer im Bassbereich.

Besonders schlecht haben wir die Aufnahmen vom Olympus WS ("flach, zu hoch"), EdirolR09 ("dumpf, zu eng") und DR-1 ("breiig, weich") empfunden. 

Einzelinterview / kleine Gruppe

Hier sind wir wieder in unserem Büro, indem auch die meisten unserer früheren Probeaufnahmen entstanden sind. Es ist ein kleiner 12 m2 großer Raum, der mit Kisten und Tischen recht vollgestellt ist. Auf einem dieser Tischen haben wir die Geräte aufgebaut. Achten sie einmal darauf, wie klar die Stimmen wirken und inwieweit der Hintergrundlärm ( in der zweiten Hälfte der Aufnahme) stört.

5. Bewertung der Aufnahmeergebnisse

Die Testreihe war eindrucksvoll. Via Kopfhörer konnten wir relativ schnell die Unterschiede zwischen wirklich guten und eher schlechten Aufnahmeergebnissen heraushören. Aber als es darum ging, einen Testsieger zu küren, fiel uns die Entscheidung schwerer. Warum? Zum einen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Einsatzgebieten, die Sie als Anwender verfolgen. In den verschiedenen Einsatzgebiete reagiert das gleiche Gerät jeweils etwas anders. Bei der Kaufentscheidung sollten sie am besten genau überlegen, für welche Art von Aufnahmen das Gerät hauptsächlich eingesetzt wird und dementsprechend Ihren Favoriten wählen (oder sich von uns telefonisch beraten lassen). Der zweite Grund ist ein erfreulicher: Die besseren Aufnahmegeräte liegen in puncto Aufnahmequalität  recht nah beieinander. Es gibt also keinen Gewinner mit Abstand, sondern ein Feld guter Rekorder, unter denen es einige gibt, die eben noch ein Quäntchen besser sind.

Diesen Punkten Rechnung tragend haben wir zwei Testsieger erkoren, die für uns insgesamt den rundesten Eindruck mit der kontinuierlich besten Aufnahmequalität gemacht haben. Unsere "Hörsieger" sind das Olympus LS-11 und das Tascam DR-100. Zwei Geräte mit hervorragender Aufnahmequalität in allen Situationen. Hier gilt es für Sie nur zu entscheiden, welche Anschlußmöglichkeiten und Funktionen Sie nutzen wollen/müssen und wie groß das Gerät für Sie sein darf - tolle Aufnahmen gelingen beiden Aufnahmegeräten.

    
Eine Überraschungsergebnis war für uns die Aufnahmequalität des DM-550 von Olympus. Es ist in puncto Sprachaufnahme wirklich ausgezeichnet, hat aber nicht die Brillianz bei Musik und Athmosphäre, wie es den beiden Hörsiegern zu eigen ist. Das wirklich Besondere ist aber der Preis des Olympus DM-550. Es kostet weniger als die Hälfte der beiden anderen Rekorder (deutlich unter 200 Euro) und hat damit zurecht eine Sonderauszeichnung als Preis-/Leistungsieger verdient.

6. Allgemeine Informationen zu verschiedenen Einsatzgebiete

Sendefähiges Material für den Rundfunk (z.B. O-Töne)
Sicher ist dies das anspruchsvollste Setting für Aufnahmegeräte. Um dort eine verlässliche Auskunft zu bekommen, haben wir direkt bei einem öffentlichen Hörfunksender nachgefragt und daraus folgende Rahmenbedingungen gezogen: Eingesetzt wird dort unter anderem ein Marantz PMD660 (mittlerweile veraltet) mit einem Sennheiser MD 421 II.  Dabei werden folgenden Einstellungen vorgenommen: Für normale O-Töne / Interviews: Mono-Aufnahme mit einem Mikrofon (MP3 / 64 kb/s / 48 kHz), für Stereo-Aufnahmen (MP3 / 128 kb/s / 48 kHz), für Stereo-Aufnahmen über den LINE-Eingang (MP3 / 128 kb/s / 48 kHz). Das Hörfunk-Hausformat im digitalen Sendeplan- und Archiv-System ist: MPEG1 Layer2, Stereo, 48.0 kHz, 384 kBit/s. Das bedeutet, dass die Standard-Reporter-Aufnahmen mit nur 64 kb/s mono aufgenommen und dann im Haus-System auf 384 kb/s aufgeblasen werden. In diesem Format werden dann Beiträge geschnitten, sendefertig produziert und gehen dann schließlich auch so auf Sendung.
Schön, denn alle aktuellen digitalen Aufnahmegeräte, die hier getestet werden, produzieren die benötigten Dateiformate. Das bedeutet, wenn in diesem Test die hörbare Aufnahmequalität eines Soloaufnahmegerätes sich nicht wesentlich von einem Rekorder mit externem Mikro Sennheiser MD 421 II unterscheidet, gibt es bis auf wenige Gründe nichts, was gegen den Einsatz von Solo-Aufnahmegeräten für den Rundfunk- und Journalismusbereich spricht.

Einzelinterview
Hier ist es wichtig, alle Stimmen gut verständlich aufzunehmen. Die besten Aufnahmeergebnisse erzielt man im Monoformat. Der Rekorder sollte klein und unauffällig sein, sodass er während der Aufnahme quasi unbeachtet auf dem Tisch liegt. Er wird zu Beginn des Interviews eingeschaltet, am Ende wieder ausgeschaltet. Angenehm ist natürlich, wenn es nicht so rauscht. Für die Transkription darf aber ein Restrauschen zu hören sein und stört die Arbeit nicht wesentlich.

Gruppe mit vier bis 15 Personen
Für größere Gruppen ist in der Regel eine Stereoauflösung nötig. Nur so können die einzelnen Sprecher beim nachträglichen Anhören auch gut räumlich voneinander unterschieden werden. Und so fällt die Transkription leichter. Ist die Gruppe sehr groß (15+) und relativ weit im Raum verteilt, zum Beispiel durch lange Konferenztische, sind ggf. zusätzliche externe Konferenzmikrofone sinnvoll, die bis zu fünf Meter voneinander entfernt platziert werden.

Diktate
Hierbei muss man mit dem Gerät die Aufnahme öfter zurückspulen können,  um Passagen zu korrigieren und zu übersprechen (Editierfunktion und Schiebeschalter). Es wird nur ein Sprecher aufgenommen, der aus direkter Nähe in das Mikrofon spricht. Die Dateien müssen zudem sehr klein sein, um sie später gut per E-Mail an die Schreibkraft verschicken zu können. Dementsprechend sind Mikrofonempfindlichkeit und Aufnahmequalität an diese Situation angepasst. Diktiergeräte eignen sich in der Regel nicht für Interviews. Geräte, die für Diktate geeignet sind, finden Sie hier.

Telefoninterviews
Für Telefoninterviews benötigt man einen Adapter, den man in der Regel zwischen Telefonhörer und Telefon steckt. An diese Adapter lassen sich dann alle bekannten Aufnahmegeräte anschließen, die über einen Mikrofoneingang mit 3,5mm Klinkenstecker verfügen. Deutlich kostspieliger (im vierstelligen Bereich) sind komplette Telefonanlagen mit Aufnahmefunktion.

Veranstaltungen und Konferenzen
Bei Konferenzen ab etwa 50 Personen eignen sich die hier angebotenen Geräte in der Regel nicht mehr. Jetzt braucht es umfangreichere Konferenztechnik. Aufzeichnungen zu Notizzwecken können aber trotzdem mit den oben genannten Geräten gemacht werden.

7. Über das Test-Team

Zu jedem wissenschaftlichen Untersuchungssetting gehört auch die transparente Darstellung der eigenen Rolle und Position. Nur so können Sie als LeserInnen abschätzen, von welcher Warte aus wir unsere Bewertungen getroffen haben. Dr. Thorsten Dresing und Thorsten Pehl sind Erziehungswissenschaftler und keine Tontechniker. Unsere Kernfähigkeit ist die Aufnahme von Gesprächssituationen zwecks wissenschaftlicher Analyse der Gesprächsinhalte. Wir haben jahrelang Interviews aufgenommen und diese später selbst transkribiert. Etwas, mit dem wir täglich konfrontiert sind, ist das Anhören von Aufnahmen via Kopfhörer. Unser Standpunkt ist folgender: Je besser die Aufnahme, d.h. je besser verständlich und realistischer die Darstellung ist, umso leichter fällt die nachträgliche Transkription und umso leichter kann man sich in die verschiedenen Stimmen einfinden/eindenken. Unser Mitarbeiter David Georgi war zudem lange Zeit im Journalismus tätig und erstellt Reportagen in den Bereichen Sport, Reisen und Natur, die ein besonderes Augenmerk auf die Klarheit von Natur- und Musikaufnahmen legen. Herr Georgi hat daher die Aufnahmen auf ihre Natürlichkeit und Klarheit hin überprüft. Wir haben ganz bewusst auf die Analyse mithilfe von Frequenzkurven oder Rauschabständen verzichtet. Die Entscheidung, ob eine Aufnahme gut oder schlecht ist, treffen wir mit geschlossenen Augen und dem Kopfhörer auf den Ohren.