Frisch aufs Ohr - Test 2011
16.11.2011
Neue Geräte soweit das Ohr reicht! Es ist wieder Herbstzeit und frischer Wind pustet auch durch den Wald der Aufnahmegeräte. Marktneuheiten, erweiterte Funktionen, günstigere und insgesamt ähnliche Preise. Wofür kann oder soll ich mich entscheiden? Da wurde es dringend Zeit unseren dritten, großen Test 2011 zu starten, um herauszufinden, wie sich die Neuheiten schlagen und welches Aufnahmegerät die Ohren erfreut.
Update 18.01.2012
Wir haben diesen Test mit neuen Geräten auch 2012 noch einmal nachgespielt. Die entsprechenden Ergebnisse für Orchester sind hier nachzuhören: http://www.audiotranskription.de/test-2011-update
Die Testkandidaten
Wie in den vergangenen Tests 2009 und 2010, haben wir aus der großen Menge an Testkandidaten eine Vorselektion von zwölf Geräten getroffen, die uns vorab gut gefallen haben. Alle Geräte müssen sich in drei Testszenarien beweisen und zeigen, was sie zu bieten haben. Dabei haben wir sowohl sehr günstige Vertreter ("was kann ein Billiggerät im Vergleich zu den Guten"), bisherige Topseller, letztjährige Hörsieger und frische Marktneuheiten am Start. Freuen Sie sich mit uns auf die Ergebnisse unserer Probeaufnahmen dieses Vergleichstests. Folgende Geräte sind mit dabei (der Link führt zum jeweiligen Einzeltestbericht): Olympus VN 7000, iPhone 4 Sprachaufnahme, Android-Handy (Samsung Galaxy Mini), Olympus DS-5000, Zoom H2n, Olympus LS-5, Zoom H4n, Olympus LS-3, Tascam DR-40, Olympus DM-650, Roland R-26 und Sony D-50. Für einen der drei Tests haben wir zudem ein Tascam DR-07MKII und ein Zoom H1 dazugenommen.

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Unser Bewertungsraster
Bewertet wurden weder die Optik, noch Funktionen, noch Bedienbarkeit der Geräte. Diese Eigenschaften sind zum großen Teil schon in den Einzeltests beschrieben und eher einsatzbedingt zu bewerten, d.h. in Abhängigkeit der jeweiligen Bedürfnisse. Als Musiker benötigen Sie vielleicht dringend den XLR-Anschluss und Vierspuraufnahme, wohingegen Sie als Wissenschaftler ein möglichst kleines Gerät vorziehen. In diesem Test zählt einzig und allein die Qualität der Aufnahme, die sich für uns durch die Qualität der Stimm-/ Detailwahrnehmung, Rauscharmut und Raumwahrnehmung ableitet.
Zur Bewertung haben wir uns im Viererteam zunächst alle Aufnahmen blind mit einem ausgezeichneten Studiokopfhörer (AKG K701) angehört. Keiner wusste, von welchem Gerät die jeweilige Aufnahme stammte, denn alle haben ja die gleiche Sequenz als Inhalt. Ein Kollege hatte alle Aufnahmen umbenannt (statt Aufnahme Sony D-50 nur "Möwe", statt Roland R-26 nur "Schildkröte" usw.). Situationsbezogen haben wir unsere Wahrnehmungen dann getrennt voneinander auf einem Fragebogen beschrieben - Zum Beispiel: "Möwe: satter Klang, Details sehr präzise, wenig Rauschen, sehr klare, breite Stereoaufnahme - eher im oberen Drittel angesiedelt".
Unsere individuellen Eindrücke haben wir dann zu jedem Test getrennt im Team ausgetauscht, erläutert, Höraspekte überprüft und die jeweils besten 4 Aufnahmen nochmal anonymisiert und erneut angehört und eine Reihenfolge gebildet. Erst dann haben wir für jede der drei Aufnahmesituationen die im Gesamteindruck besten Geräte aufgelöst. Anhand der Tests bestimmen wir den Atmosieger (Empfehlung für differenzierte Aufnahmen leiser Quellen), den Interviewsieger (Empfehlung für Interviewsettings) und den Musiksieger (Beste Aufnahme bei Musiksituation).

Erst danach werden zu jedem Gerät weitere für uns wichtige Aspekte wie Bedienbarkeit, Größe, Stromverbrauch oder Preis analysiert. Daraus entsteht dann der Preis/Leistungssieger.

Unsere Vergleichsaufnahmen
Sie haben in der Regel ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Einsatzgebiete für digitale Rekorder. Vielleicht möchten Sie ihr Klavierkonzert aufnehmen, eine Vorlesung an der Uni mitschneiden, die morgendliche Stimmung im Wald mitnehmen oder sind einfach scharf auf gute Aufnahmen in vielen Situationen. Natürlich lassen sich in unserem Test nicht alle möglichen Situationen einfangen. Wir haben uns aber nach langer Diskussion für drei Szenarien entschieden, die unserer Meinung die Bandbreite möglicher Einsatzgebiete ganz gut abbilden: Atmo-, Musik- und Interviewaufnahme.
Um unsere Testergebnisse und Hörbeispiele nachvollziehen zu können, sollten Sie in jedem Fall einen (guten) Kopfhörer nutzen. In keinem Fall reichen Ihre Notebook- oder PC-Boxen aus, die wesentlichen, feinen Details oder Unterschiede deutlich zu machen. Klicken Sie einfach auf die entsprechenden "Play"-Taste eines Hörbeispiels, um sich die Situation mit einem bestimmten Aufnahmegerät anzuhören. Zudem können Sie durch Anklicken des Rekordernamens auch die entsprechende MP3-Datei für eigene Tests direkt herunterladen.
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Test 1: Atmo (Kirchenglocken in der Ferne)
Für unsere Atmo-Aufnahme mit neun Aufnahmegeräten haben wir das Ufer der Lahn, direkt neben der Marburger Mensa ausgewählt. Ein Ort, der zu einer bequemen Pause einlädt und von dem aus die Stadtglocken um 12 Uhr gut zu
hören sind. Vor allem die Schallreflektionen der Glocken werden hier auf interessante Weise hörbar. Ein stetiges Hintergrundrauschen ist durch die nicht weit entfernte B3 wahrnehmbar, zudem viele Studenten, die in rund 10 Meter Entfernung in die Mensa auf einem vielbefahrenen Radweg pilgern. Ein idealer Ort um die Aufnahmegeräte herauszufordern. Hören Sie die Probeaufnahmen bitte mit einem guten Kopfhörer an.
Um die Aufnahmen zu differenzieren und zu bewerten haben wir uns nach erstem Probehören im Team über relevante und markante Punkte verständigt:
- Verkehrslärm: Wie nehmen Sie das Brummen der Straße war? Eher als undifferenzierbares Rauschen oder lässt es sich trennscharf als Straßenlärm identifizieren?
- Vögel und Enten: Hören Sie das Piepsen eines Vogels und der Enten? Können Sie deutlich deren Position wahrnehmen?
- Stimmen: Wie deutlich wirken die Stimmen im Hintergrund ?
- Glocken: Wie viele unterschiedliche Glocken können Sie hören? Erkennen Sie einen Widerhall der Glocken?
- Fahrräder: Hören Sie nach der Fahrradklingel das leise Heranrollen des Drahtesels? Die anschließende Beschleunigung (der Weg ist nun frei) des Rades, ist wieder besser zu hören. Wie gut können Sie den Weg des
Rads von Rechts nach Links nachvollziehen?
- Gesamteindruck: Welche Aufnahme wirkt subjektiv natürlich und detailreich?

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Probeaufnahmen "Atmo" (in alphabetischer Reihenfolge)
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Die Aufnahme ist durch einen SD-Kartenfehler leider nicht komplett nutzbar. Alle relevanten Details sind aber auch hier hörbar.
Bewertung zum Setting "Atmo"
Was für eine vielfältiges Klangbild - wow. Wir sind begeistert von der Aufnahmesituation, weil man in ihr relevante Unterscheidungsmerkmale heraushören kann und es für uns einen klaren Testsieger gibt. Aber der Reihe nach:
Die eindeutig und für jeden Laien identifizierbar schlechteste Aufnahme stammt vom Olympus VN-7000, was erwartbar war, handelt es sich doch um einen reinen Notetaker. Deutlich besser als jenes, aber für die Situation leider dennoch nicht geeignet, ist das Olympus DM-650. Obwohl bei Gesprächsaufnahmen unser Sieger, liegt es hier fast ganz hinten. Dies liegt zum einen an der automatischen Aussteuerung (hören Sie das "Wabern" der Lautstärke?), als auch dem zu stark betonten Bass. Auch die internen XY-Mikrofone des Roland R-26 schneiden nicht mit Bravour ab -
die Aufnahme klingt dumpf, rauscht deutlich, die Details wirken verwaschen obgleich die Stereoabbildung gut ist.
Im Mittelfeld sehen wir das Tascam DR-40 (mit hörbaren Grundrauschen, leicht dröhnend) und das Zoom H2n (Details sind hörbar, mit weitem Stereo, dennoch fehlt uns die Ausgewogenheit in der Mitte; insgesamt vergleichsweise dumpf).
Die Aufnahme des Olympus LS-3 hat uns sehr gut gefallen. Durch einen intensiven Bass wirkt Sie jedoch etwas "mächtig" und der Staßenlärm wird leider sehr betont, aber insgesamt ist die Aufnahme dennoch äußerst detailreich und natürlich.
Als beeindruckend gut haben wir im Viererteam unabhängig voneinander die Aufnahmen des Zoom H4n, Olympus LS-5 und dem Sony PCM D-50 wahrgenommen. Das Zoom H4n (Platz 3) ist trotz des leichten Knisterns am Anfang (statische Aufladung unserer Windjacke) klar und ausgewogen. Das Stereobild ist weit, ohne unnatürlich zu wirken. Das Olympus LS-5 (Platz 2) besticht durch feine und lebendige Details. So sind die Stimmen beispielsweise sehr gut wahrnehmbar, die Fahrradklingel klingt sehr klar und das bei einer angenehmen, hellen Gesamtkomposition. Schließlich das Sony D-50 (Platz 1)... Eindrucksvoll! Nur bei dieser Aufnahme rauscht es nahezu nicht und die Autobahn ist klar als solche wahrzunehmen, nur hier ist der Widerhall der Glocken klar als eigenes Geräusch zu erkennen, die Stimmen am klarsten und eine wirklich realistische Stereodarstellung ist gegeben. Auch das leise Knacken des nahenden Fahrrads ist deutlich zu hören. Für Atmoaufnahmen ist es für uns das eindeutig beste Ergebnis im Feld. Daher verleihen wir dem Sony PCM D-50 das Siegel "Atmosieger 2011".
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Test 2: Interview
Die Konferenzsituation haben wir wie immer in unserem rund 30qm großen Besprechungsraum mit etwa 4 Meter hohen Decken aufgenommen. Drei Personen saßen direkt am Tisch, eine Person tippte in rund 2 Metern Entfernung und eine weitere kam etwas verspätet aus rund 5 Metern durch eine Tür herein.
Für diese Situation haben wir zusätzlich zwei Smartphones und ein Diktiergerät dazugenommen, um die realistische Bandbreite der Rekorder Geräte zu erhöhen (viele nutzen ja Ihre Smartphones für solche Aufnahmen). Somit lagen nun zwölf Aufnahmegeräte auf dem Tisch. Alle Rekorder haben wir mit ähnlichen Einstellungen versehen. Soweit möglich haben wir mit mittlerer Mikrofonempfindlichkeit, MP3 320kBit, automatischer Aussteuerung, allen Zusatzeffekte ausgeschaltet und bei klappbaren Mikrofonen im 90Grad Winkel aufgenommen. Alle Geräte haben wir so eingestellt, wie Sie vom Hersteller explizit beworben werden (z.B. das H2n mit 2CH-Einstellung, das LS-3 und DM-650 mit drittem (Bass-) Mikro eingeschaltet usw.)

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Probeaufnahmen "Interview"
(in alphabetischer Reihenfolge)
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Bewertung zum Setting "Interview"
Während des Analysedurchganges sind uns drei Geräte aufgefallen, die wir für diese Situation als ungeeignet empfinden. Ungeeignet deshalb, weil das Grundrauschen zu stark und die Verständlichkeit zu schlecht ist. Die Stimmen klirren wie in einem alten 40er-Jahre Film mit Hans Moser. Der Inhalt ist verständlich, aber das längere Anhören solcher Aufnahmen haben wir als schmerzhaft fürs Ohr empfunden. Es handelt sich um die Aufnahmen vom iPhone4, Olympus DS-5000 und VN-7000. Diese Geräte sind für eine größere Gesprachsrunde nicht zu empfehlen.
Eine weitere Aufnahme ist gerade noch empfehlenswert, hat aber ebenfalls deutliche Mängel in der Aufnahmequalität. Die Stimme flirrt, das Klangbild ist flach, aber gerade noch verständlich: Die Aufnahme mit der Software Tape-a-Talk auf dem Android Handy.
Alle anderen Rekorder, immerhin acht Stück, schlagen sich in dieser Disziplin mit Bravour. Es gibt zwar auch innerhalb dieser acht Aufnahmegeräte hörbare Unterschiede im Klangbild, wie beispielsweise die Bassdarstellung (z.B. LS-3 und DM-650 eher mehr, Sony D-50 eher weniger), die Stereobreite (Zoom H2n eher mehr, Roland R-26 eher weniger), den Hall (LS-5 eher mehr, DR-40 eher weniger). Nach unserer Einschätzung ist keiner dieser Unterschiede relevant für die Gesprächsaufnahmen von 2-10 Personen, denn alle acht Aufnahmen stellen überzeugende Mitschnitte dar, bei denen die Gespräche gut und realistisch nachvollzogen werden können - sowohl für die Transkription, als auch die potentielle Veröffentlichung. Ihre Entscheidung für einen geeigneten Rekorder bei Interviewaufnahmen sollten Sie aus der Runde dieser acht vornehmen und sich dabei hauptsächlich vom Preis und Ihrem persönlichen Geschmack und Bedürfnis leiten lassen.
Es zeigt sich, das hochspezialisierte Diktiergeräte perfekt fürs Diktieren geeignet sind, aber bei Interviewsituationen völlig unbrauchbare Aufnahmen erzeugen. Es zeigt sich des Weiteren, dass günstige Aufnahmetechnik, wie man sie im Iphone, Android oder einem billigen Olympus VN findet, deutlich hörbare Einbußen bei der Aufnahmequalität bringt - diese Geräte sind allenfalls Notlösungen.
Neben diesen eher schwachen Geräten liefern jedoch überraschend viele Geräte sehr gute Aufnahmen menschlicher Sprache. Zwar gibt es Unterschiede in der Klangfarbe, doch ist diese für eine gute Verständlichkeit der Gespräche nicht entscheidend. Zieht man den Preis als Entscheidungskriterium mit heran, so sehen wir den günstigsten Vertreter der guten Geräte, das Olympus DM-650 als besonders empfehlenswert für Interviewsituationen von 2-10 Personen an. Wir verleihen ihm daher das Siegel "Interviewsieger 2011/2012".
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Test 3: Musik
Montag Abend 14.11. 19 Uhr war es soweit: Produktives Gewusel mit vielen Geigen, Bratschen, Flöten, Pauken, Kontrabässen und Trompeten, die von den 50 Studierende in Position gebracht und auf den Kammerton A geeicht wurden. Wir fühlen uns geehrt, das wir hier aufnehmen dürfen - hat das Studenten-Sinfonieorchester Marburg unter dem Dirigenten Ulrich Manfred Metzger doch erst im Sommer bei Bundespräsident Wulff (sollten wir diesen Zusatz besser streichen? *g*) im Schloss Bellevue ein Sommerkonzert gegeben. In dem deutlich über 1000m2 großen Audimax der Uni wirken wir ohne andere Zuschauer fast etwas verloren, aber der Saal hat eine interessante Akustik und wurde gerade renoviert - das verspricht eine einzigartige Situation für unseren Musikvergleichstest 2011.
Unsere 11 Aufnahmegeräte bauen wir in der fünften Reihe mittig auf. Im Vorfeld sind alle Rekorder aus Gründen der Vergleichbarkeit nahezu identisch eingestellt worden (z.B. Mikros auf 90 Grad, obgleich 120 Grad bei manchen Modellen wesentlich besser geklungen hätte und zu empfehlen wäre). Mit Beginn der Proben steuern wir zunächst manuell aus und geniessen dann die wirklich interessante Lehrstunde in Sachen Orchester. Spannend auch deshalb, weil wir auch den plastischen Erläuterungen des sehr netten Dirigenten folgen können - eine exklusive Vorlesung der besonderen Art.

Wenn Sie die Probeaufnahmen anhören, machen Sie sich bewusst, dass ein Unterschied der Aufnahmen nicht immer gleichbedeutend mit einer schlechteren oder besseren Qualität sein muss. Jedes Aufnahmegerät hat eine eigene Klang-Charakteristik und bannt das Gehörte leicht gefärbt auf SD-Karte. Ob nun eine gute Aufnahme die Kontrabässe betont oder nicht, ist eher eine Frage der persönlichen Präferenz. Dagegen ist ein hörbares Rauschen oder flache Situationsdarstellung sofort als Makel zu bewerten.
Wir haben uns absichtlich eine sehr frühen Probentermin erbeten, damit wir beim ersten Einspielen eines neuen Stücks dabei sind. Durch das "unfertige" Zusammenspiel, die schiefen Töne und zu frühe oder späte Einsätze lassen sich die Aufnahmegeräte und auch die Instrumente gut voneinander unterscheiden. Unser 2-minütiger Ausschnitt enthält genau solche Eckpunkte für einen guten Vergleich. Hier einige Fragen, die Ihr Probehören leiten können: Gleich in den ersten Sekunden hören Sie die raschen Streicher und Flöten. Können Sie beispielsweise in den ersten Sekunden die Flöte von den Streichern unterscheiden, noch bevor die Flöte nach ca. 7 Sekunden einzeln heraustritt? Um die Minute 1:10 herum wird das Stück deutlich leiser und hier kann man bei einigen Aufnahmen ein Grundrauschen heraushören. Schließlich stellen Trommel und Kontrabass einen Orientierungspunkt für gelungene Bassdarstellung dar. Beide Instrumente müssen klar voneinander unterscheidbar sein, auch wenn Sie wie bei 0:38 oder 1:05 gemeinsam spielen. Für die ganz "Feinohrigen" ist gegen 0:34 ein Klacken zu hören. Wir vermuten, dass es sich um den Taktstock des Dirigenten am Pult handelt. Zu Hören ist das Klacken auf jeder Aufnahme, aber nicht gleichermaßen klar. Die Darstellung des Raumes unterscheidet sich deutlich. Können Sie den Raum zwischen den Instrumenten wahrnehmen? Wie nah oder fern klingen die Instrumente? Eine authentische Aufnahme, die unser Erleben im Hörsaal wiederspiegelt, lässt deutlichen Raum wahrnehmen, ohne dass die Instrumente weit entfernt klingen.

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Probeaufnahmen "Musik"
Ein Auszug aus der Ouvertüre "Coriolan" in c-moll, op.62 von Ludwig van Beethoven
(in Rangfolge der Besten)
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Bewertung zum Setting "Musik"
Beim anonymisierten Anhören war schnell klar: Der Großteil der Rekorder liefert wirklich hervorragende Aufnahmen. Einige Aufnahmen fallen jedoch deutlich aus dem Rahmen, sowohl positiv als auch negativ. So lassen sich auch in dieser Probeaufnahme drei Gruppen von Geräten bestimmen.
Die deutlich schlechteste Aufnahme im Feld stammt wie zu erwarten vom Olympus VN-7000, einem einfachen Notetaker. Auch das Olympus DM-650 versagt wie auch bei der Atmoaufnahme. Durch die automatische Aussteuerung und insgesamt recht viel Rauschen wird es der Dynamik der Musik nicht gerecht. Die Aufnahme wirkt verloren und "fällt auseinander", es flirrt und rauscht in leisen Passagen. Ebenfalls im Vergleich deutlich hinten liegt die Aufnahme des Zoom H1. Hier hätten wir mehr erwartet. Die Aufnahme klingt dumpf und weit weg. Einer unserer Tester notiert: "Hat jemand einen Deckel vor das Mikrofon gehalten?"
Das breite Mittelfeld erzeugt durchweg guten Aufnahmen der Situation. Die Aufnahmen sind fehlerfrei und klar. Im direkten Vergleich zu unseren Favoriten jedoch nicht so trennscharf, der Raum wirkt vergleichsweise etwas eng. Bass und Pauken können in lauten Passagen nicht ganz so gut differenziert werden. Hier verorten wir den Tascam DR-40, Tascam DR-07MKII, Zoom H4n und das Sony D-50, dem wir deutlich mehr zugetraut haben. Die Plätze 4 und 3 belegen auf Basis dieser Aufnahmen das Olympus LS-3 und LS-5.
Wirklich überzeugt haben uns die Aufnahmen des Zoom H2n und des Roland R-26 - das hat uns völlig überrascht. Diese beiden haben auf hohem Niveau präzise Instrumentenabbildungen hervorgebracht und dabei sehr rauscharm und ausgewogen aufgezeichnet. Der Roland ist "knackscharf" und äußerst präzise. Das Zoom H2n ist etwas gefälliger, klingt weicher - aber das ist eine Geschmacksfrage. In jedem Fall haben sich beide Rekorder damit zu Recht das Siegel "Musiksieger 2011" verdient.

Selbstkritik
Wir haben lange kontrovers über das Ergebnis diskutiert. Es hat uns verwundert, dass der Roland und das Zoom, die im Atmotest nicht so gut abgeschnitten haben, so weit vorne lagen. Wir gönnen es den Siegern wirklich von Herzen, haben uns aber gefragt, wie weit die Mikrofonausrichtung das Ergebnis mitbewirkt hat. Im Zuge der "Gleichberechtigung" haben wir die Mikrofone möglichst auf 90Grad gestellt. Deutlich wird jedoch auch: eine breite Mikrofonausrichtung ist dem Setting einer Orchesteraufnahme deutlich angemessener. Für uns bleibt die Vermutung, dass wir durch die vermeintliche Gleichberechtigung einigen Rekordern unter Umständen nicht voll gerecht wurden. In unserem Test hat das Zoom H2n mit MS Recording aufgenommen (mehr Stereo), das Sony D-50 aber in 90Grad Stellung, was die Aufnahmen flacher wirken lässt. Auch der Roland hat seine 4 Mikros zusammen eingesetzt und somit einen eventuell entscheidenen Vorteil. Sie merken, wir wollen es genau Wissen - leider bedeutet das deutlich mehr Arbeit für uns: Wir werden eine zweite Konzertaufnahme in den nächsten Monaten vornehmen und die Mikrofone wo immer möglich auf Wide/120Grad/MS... schalten. Wenn sich dadurch keine Änderung der Reihenfolge ergibt, ist das Ergebnis wasserdicht.
Zusatz 18.01.2012: Wir haben uns nun die Mühe gemacht, den Test zu wiederholen. Alle Ergebnisse dazu (sie bestätigen weitgehend die hier vorliegenden Testsieger), finden Sie hier: http://www.audiotranskription.de/test-2011-update
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Preis-/Leistungssieger
Bei der Suche nach dem Preis-/Leistungssieger haben wir verschiedenen Aspekte berücksichtigt. Zum einen natürlich die Testergebnisse und Aufnahmequalität. Zum anderen aber auch den Preis, das Handling und Rückmeldungen von AnwenderInnen. Das Olympus LS-5 liegt bei allen Tests immer im vorderen Drittel, es ist sehr gut verarbeitet (besser als die meisten Mitbewerber) und hat bisher keine Garantiefälle bei uns gezeigt. Im Klang ist das LS-3 ein kleines bißchen schlechter (nicht so feine Höhen und dadurch nicht ganz so plastisch), es ist aber kleiner und leichter und verfügt über eine Ladefunktion für die Akkus gleich im Gerät - das spart Kosten. Wir würden das LS-5 eher dann empfehlen, wenn Musik- und Atmoaufnahme überwiegen, das LS-3, wenn Sprache überwiegt. Für uns sind auf dieser Basis beide Geräte auf Augenhöhe und bekommen damit zurecht beide den Titel Preis-/Leistungssieger 2011 verliehen.

Das Test-Team
Zu jedem wissenschaftlichen Untersuchungssetting gehört wie immer auch die transparente Darstellung der eigenen Rolle und Position. Nur so können Sie als LeserInnen abschätzen, von welcher Warte aus wir unsere Bewertungen getroffen haben. Dr. Thorsten Dresing und Thorsten Pehl sind Erziehungswissenschaftler. Unsere Kernfähigkeit ist die Aufnahme von Gesprächssituationen zwecks wissenschaftlicher Analyse der Gesprächsinhalte. Wir haben jahrelang Interviews aufgenommen und diese später selbst transkribiert. Etwas, mit dem wir täglich konfrontiert sind, ist das Anhören von Aufnahmen via Kopfhörer. Unser Standpunkt ist folgender: Je besser die Aufnahme, d.h. je besser verständlich und realistischer die Darstellung ist, umso leichter fällt die nachträgliche Transkription und umso leichter kann man sich in die verschiedenen Stimmen einfinden/eindenken. Unser Mitarbeiter David Georgi war zudem lange Zeit im Journalismus tätig und erstellt Reportagen in den Bereichen Sport, Reisen und Natur, die ein besonderes Augenmerk auf die Klarheit von Natur- und Musikaufnahmen legen. Herr Georgi hat daher die Aufnahmen auf ihre Natürlichkeit und Klarheit hin überprüft. Wir haben ganz bewusst auf die Analyse mithilfe von Frequenzkurven oder Rauschabständen verzichtet. Die Entscheidung, ob eine Aufnahme gut oder schlecht ist, treffen wir mit geschlossenen Augen und dem Kopfhörer auf den Ohren. Damit Sie zu jeder Zeit unsere Einschätzungen nachvollziehen können, werden alle Probeaufnahmen hier zum Download angeboten. So finden Sie am leichtesten Ihren persönlichen Favoriten!
Und zu guter Letzt:
Wir verdienen unseren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Rekordern. Unser Ziel ist, die Produkte so transparent wie möglich darzustellen und damit eine fundierte Information und Entscheidungsmöglichkeit jenseits von Werbeversprechen und rein technischen Informationen zu bieten. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Einkauf in unserem Onlineshop.










Ahhh, schön!
Endlich ist es soweit und der nächste Test geht in die Realisierung.
Freu mich schon auf die Ergebnisse. weil in der Teilnehmerliste meine sämtlichen Favoriten
am Start sind.
Bedanke mich jetzt schon für die seriöse Arbeit!
Danke für die ersten Aufnahmen!
Eine Frage zum DM-650:
Ist bei der Aufnahme das Bass-Mikro eingeschaltet?
Die Aufnahme klingt nämlich deutlich bassiger als bei dem DM-550/450 ...
Hallo, ja beim DM-650 ist das dritte Mikro eingeschaltet und dadurch bassiger. Lässt sich natürlich auch ausstellen.
Konkreter Grund, warum ich an einem neuen Hörtest von 'Audiotranskription' interessiert bin: Ich wollte gerne wissen, wie sich der neue Roland R-26 schlägt, konnte aber im Internet mit einer Ausnahme ausser vielen Datenblättern und noch mehr Spekulationen - meist gespickt mit Superlativen und Vorschusslorbeeren - keine Tonbeispiele finden. Und schliesslich ist es DAS, was zählt !
Fazit:
Ich lach mich schräg !
Warum ?
Das hat 2 Gründe:
1.
Weil ich in Ihren Hörbeispielen neben den kühlen Wissenschaftlern je länger je mehr eine beinahe ansteckende 'Spielfreude' mit ironischem Witz und komödiantischem Touch heraushöre (weiter so !) und
2.
Weil mich einfach amüsiert, dass ein Firma mit dem etwas sperrigen Namen 'Audiotranskription' DAS als einzige fertigzubringen scheint, WAS andernorts in 'Taper'-Foren und sonstigen Expertengruppen oder zahlreichen 'PRO Audio'-Seiten bisher nichts als Spekulationen produziert und sich auf Youtube weiterhin auf Marketing-Floskeln beschränkt, die etwas gelangweilt wirkende Produktmanager an längst vergangenen Ausstellungen von sich geben:
Eine 1:1-Probe aufs Exempel durchzuführen! Will heissen, sich einfach mal zusammenzufinden, alle Geräte (inkl. R-26) auf Aufnahme zu schalten und dann schlicht und einfach ein paar Tonbeispiele festzuhalten, um sie anschliessend mit gespitztem Ohr und kühlem Kopf zu beurteilen und fürs staunende Publikum online zu stellen.
Grossartig.
Bravo und weiter so !!!
Fettes Feedback :) Danke! Das motiviert sehr :)
Vielen Dank für Ihren tollen Vergleichstest, es hat mich wieder ein Stück bei der Suche nach dem für mich passenden Gerät (Videovertonung + Musikaufnahmen) weitergebracht.
Allerdings wundert es mich, dass Sie nicht darauf hinweisen, dass beim H2n bei beiden Szenarien die Seiten vertauscht sind.
Wurde das Gerät falschherum aufgestellt oder ist das ein Gerätefehler? Oder haben Sie es vielleicht gar nicht bemerkt?
Trotzdem weiter so, endlich mal jemand der gut AB-Vergleiche anstellt.
Wird es die Musik-Aufnahme auch noch geben?
Es freut mich, dass der Sony D50 auch in diesem Test wieder glänzt.
Ich habe es seit dem letzten Test 2010 und bin nach wie vor von der Audioqualität für Musik und Atmo durchweg begeistert. Kann es jedem empfehlen, der ambitioniert aufnehmen möchte.
@Magic
Stimmt, H2n war "falsch" herum aufgestellt. Der Fehler passiert beim H2n aber auch leichter als bei den anderen Geräten, bei denen die Ausrichtung eindeutig ist. Es ändert aber zum Glück nichts an der Qualität der Aufnahme.
Die Musikaufnahme kommt noch, wir suchen ein geeignetes Setting.
vg
Thorsten
So - es ist geschafft :) Der komplette Test ist im Kasten. Und wie immer haben wir noch weiteren Testbedarf festgestellt, den wir in den kommenden Monaten nachgehen werden :-)
Viele Freude beim Lesen und Hören!
Hallo,
Ich bin gerade beim recherchieren auf ihre Seite gestoßen, und würde sehr gerne etwas fragen:
Ich suche ein Aufnahmegerät für mein Studium, welches ich zum Aufnehmen von Vorlesungen benutzen möchte. Ich habe mich ein wenig umgesehen, und drei Geräte rausgesucht die mir gefallen. Diese sind:
Olympus LS-5; LS-3; DM 650
Welches davon können Sie am ehesten für meine Zwecke empfehlen? Wie groß wird der Unterschied zwischen dem LS3 und LS5 sein?
Ich bedanke mich schon mal über eine Antwort und freue mich auf meinen Kauf!
Mit freundlichen Grüßen
Largo Terranova
P.S: Großartige Seite und sehr schöner Test!!!
Hallo Largo,
DM-650 für ihr Einsatzgebiet auf Platz 1 und wenn es etwas mehr sein darf dann das LS-5. Wenn sie sehbehindert oder blind sind, dann das LS-3, es liest alle menüs angenehm deutlich vor.
VG
Thorsten Dresing
Hallo.
Leider bin ich erst jetzt auf Ihre Seite gestoßen. Aber besser später als nie...
Ich habe mir das Zoom H2 gekauft, da ich ein mobiles, digitales Aufnahmegerät für die unterschiedlichsten Situationen benötige. Sowohl für Atmos, leise Geräsche, Nähe, Ferne aber auch laute Musik bis hin zu Proberaumaufnahmen.
Da schien mir technisch das Zoom, mit seinen räumlich gut angeordneten 4 Kapseln am besten geeignet. Jedoch bin ich von der Verarbeitung geschockt. Es macht absolut keinen Spaß das Gerät in der Hand zu halten, da es mich ständig an seine Vergänglichkeit erinnert. Man muss wirklich Angst haben, es nicht fallen zu lassen.
Gibt es Geräte, die ebenfalls mit 4 Kapseln arbeiten?
Viel besser gefallen mir da schon Ihre Rezensionen zu den Olympus SL Geräten.
Ob der besseren Verarbeitung wegen, würde ich glatt den Kompromiss eingehen, nur in "eine" Richtung aufnehmen zu können, denn in "zwei" wie bei dem H2. Außerdem benötige ich einen Mikrofon Eingang mit Plug-in-Power, welcher ja auch bei den SL Geräten gegeben ist.
Außerdem bin ich auch an einer längeren Akku-Laufzeit interessiert, welche bei dem Zoom Gerät gerade mal 2 Stunden beträgt. 24 Stunden wären da schon besser. Die Möglichkeit, die Akkus im Gerät zu laden, vielleicht per USB, wäre auch sehr hilfreich, aber nicht zwingend.
Außerdem gibt es doch für diese Geräte sicherlich stabile Taschen und andere nützliches Zeug wie z.B. Windschutz.
Können Sie mir anhand dessen eine Empfehlung geben? Das würde mir sehr weiter helfen, da ich von Ihrer Kompetenz überzeugt bin.
Mit besten Grüßen
Hallo Alex,
unseren (negativen) Standpunkt zum H2 (nicht H2n) kannst du in den entsprechenden Tests nachvollziehen. Die 4 Kapseln haben in den vielen Probeaufnahmen keinen positiven Effekt gehabt, ein Zweikapsel Gerät wie das LS-5 war immer und in allen Situationen hörbar klarer und detaillreicher.
Geräte die mit 4 oder mehr Kapseln aufnehmen und empfehlenswert sind: Die Testsieger von oben: Zoom H2n und Roland R-26. Wenn es auch weniger Kapseln sein dürfen: Olympus LS-5
Viele Grüße
Thorsten
Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.
Der Roland scheint mir das geeignetere Gerät zu sein. Aber bezüglich des Preises, tendiere ich eher zum LS 5.
Nochmal vielen Dank. Ich werde mich auf alle Fälle beim Kauf an Sie wenden.
Mit besten Grüßen.
Hey Thorsten,
vielen Dank für den Test. Aber welches Gerät ist denn jetzt eigentlich Preis-/Leistungssieger?
Der Award wird oben angekündigt, unten aber nicht vergeben :)
Und wenn ich noch eine kleine Optimierung vorschlagen darf: Ordnet doch (wie beim Musiktest auch) die Audiofiles bei den zwei Tests darüber auch nach Qualität der Aufnahme, statt alphabetisch.
Ich würde dich außerdem noch um eine Einschätzung bitten.
Ich schwanke zwischen dem DM-670 (dessen Aufnahmetechnik ja die gleiche wie die des 650 ist, soweit ich informiert bin) und dem LS-3.
Mein Anwendungsgebiet ist zu 65% die Aufnahme von Vorlesungen und zu 35% Atmo-/Musikaufnahmen.
Eigentlich eine klare Empfehlung zum LS-3, da für letzt Genanntes das 670 nach eurem Test unbrauchbar ist.
Allerdings höre ich doch einen deutlichen Qualitätsunterschied bei den Interviewfiles der beiden Geräte. Die Aufnahme des 650 ist richtig klar, während die des LS-3 doch vergleichbar eher dumpf wirkt.
Gibt es da Möglichkeiten, z.B. durch das Ausschalten des mittleren (Bass-)Mikrophons, diesen dumpfen Effekt zu minimieren? Oder würde das wieder andere negative Auswirkungen nach sich ziehen?
Und die zweite Frage:
Laut Olympushomepage hat das 650/670 Aufnahmeprogramme wie "Vorlesung, Konferenz, Meeting, Diktat, Spracherkennung, Benutzereinstellungen".
Beim LS-3 steht dagegen nur, dass 3 benutzerdefinierte Einstellungen speicherbar sind.
Welche Einstellung habt ihr da beim Interviewtest jeweils bei beiden Geräten gewählt?
Ich freue mich sehr auf deine Antwort!
Gruß
Martin
Hallo Martin,
danke für deinen ausführlichen Kommentar!
- Der Preis-/Leistungssieg ist vergeben, siehe oben :)
- Die Ordnung ändern wi rnicht, aber, weil es deine Idee vermutlich noch besser verfolgt: Wir laden anonymisierte Dateien als Zip File hoch mit Auflösung, dann kann jeder ebenfalls blind hören. Wird bis 24.11. dauern.
- Für Atmo und Musik weder DM-670 noch LS-3 sondern LS-5!
- LS-3 Aufnahme ist mit dritten Mikro, das lässt sich ausschalten, es wirkt aber etwas flacher dadurch.
- Die Programme der DM sind Augenwischerei. Es ist eine Kombination aus den üblichen Einstellungsmöglichkeiten wie Empfindlichkeit, Lowcut, Format usw. Also kein echter Unterschied!
- Wir nehmen immer die Auslieferungseinstellung bzw. verändern die Empfindlichkeit und das Format aller Geräte identisch. Wir wählen nicht "Aufnahmeprogramme", diese sind keine gesonderte Funktion. Ich wette es war ein Marketingmensch der das "erfunden" hat.
Vg
Thorsten
Danke für deine Antwort!
Das mit der Anonymisierung wäre wirklich genial und das i-Tüpfelchen auf diesem sowieso schon überragenden Bericht.
Ich habe das "Problem" bisher ebenso praktisch wie umständlich gelöst:
Ich habe mir von den in Frage kommenden Modellen die Dateien runtergeladen (die Reihenfolge der den Dateien entsprechenden Modellen habe ich mir gemerkt) und bei der Dateibenennung wild auf der Tastatur rumgehämmert, dass möglichst kryptische Dateinamen entstanden sind. Zwischen den einzelnen Download-Vorgängen lies ich eine Minute Zeit verstreichen.
Danach habe ich die Dateien testgehört und bewertet. Am Ende habe ich dann im Explorer nach dem Zeitpunkt der Erstellung der Datei (geht nur auf die Minute genau) geschaut und konnte so rückschließen, welche Bewertung welcher Datei zuzuordnen war.
Schreibt sich aber irgendwie umständlicher als es im Endeffekt war :)
Zu deinem Kommentar:
Das LS-5 kommt für mich nicht in Frage, da es
1) mir zu unhandlich für die tägliche Mitnahme ist
2) keine Ladefunktion über USB bietet, was mMn schon ein riesiges Plus an Komfort ist
3) nicht ansatzweise so gut wie das LS-3 aussieht ;)
Danke auch für die Info zu den unterschiedlichen Programmen der Geräte.
Eine Frage hätte ich da noch:
Du schreibst, das Ausschalten des mittleren Mikrophons würde alles eher flacher wirken lassen.
Gibt es denn keine anderen Einstellungen am Gerät, die sonst noch irgendwie Auswirkungen auf die Klangeigenschaften der Aufnahme haben? Irgendwie muss diesem dumpferen Klang doch zumindest etwas beizukommen sein.
Ich bin mir nämlich jetzt recht sicher, das LS-3 dem 670 vorzuziehen.
Beste Grüße
Martin
Hallo Martin :-) Ich finde jetzt klären sich deine Fragen eigentlich nur noch durch selbst ausprobieren! Wenn du magst, bitte per Mail/Telefon melden.
Grüße
Thorsten
Danke für den Test. Ich hab mir auch den Test vom letzten Jahr angehört und bin vom Tascam DR-2d ziemlich begeistert (auch wegen der "Doppelaufnahme", damit man den Ton auch leise aufnehmen kann).
Ich brauche ein Aufnahmegerät für Interviews, Musik und Atmo. Sollte man dann besser den Testsieger (Tascam DR2D) vom letzen Jahr bestellen?
Viele Grüße,
mburikatavy
Hallo mburikatavy,
die Funktion der Doppelaufnahme findet sich auch im DR-40.
Leider leider ist das DR-2d nicht mehr verfügbar.
Super Test! Schade, das die Tascam DR-5/7MKII nicht dabei waren, denn die stehen bei mir in Konkurrenz zum H2n - zumal beim Thema Atmo der H2N ja nicht soo doll abgeschnitten hat.
Eine Frage, vielleicht hat ja jemand, auch von den Lesern hier, einen klanglichen Vergleich dieser Geräte zu reinen Microphonen? Also z.B. dem AT2020, welches als USB microphon erste Wahl war, bis ich auf diese mobilen Rekorder gestoßen bin, oder dem Sennheiser MKE-400 als Richtmikrophon.
Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, das die Mikrofone in einer anderen Liga spielen, aber was ich hier gehört habe, klingt so schlecht nicht und bei der vielsietigen Verwendbarkeit ist vielleicht der ein oder andere Kompromiss schmerzfrei hinzunehmen.
Vielleicht sind mir noch ein paar spezifische Frage gegönnt, wobei ich mich gerne auf das H2n und die beiden Tascams beschränken möchte (Bin für Empfehlungen unter 200Euro immer offen)
Bei den Tascams habe ich die Anleitungen gelesen, auf der Zoomseite lies sich das Handbuch gestern und heute nicht herunterladen.
1) Alle drei Geräte können auch als "klassisches" Mikrofon genutzt werden?
Also den Livesound auch direkt (ohne Aufzeichnung) auf den Lineausgang ausgeben - z.B. für den Einsatz an einer Videokamera?
2) Für alle Geräte gibt es Stative und die Möglichkeit, diese an eine Kamera anzuschließen?
3) Das Zoom H2n kann wohl auch als USB Mikrofon fungieren - also Livesound wie eine USB Audiokarte direkt an den PC zu übertragen (im Gegensatz zum Aufnhemen und dann später an den PC zu übertragen) - klappt das auch mit den Tascams? In den Anleitungen habe ich dazu nichts gefunden
4) Wie sieht es mit der (klanglichen) Stabilität bei eher groben Quellen aus - also z.B. Motoren? Damit meine ich, das bei solchen Aufnahmen nicht nur verzerrter Brei rauskommt. Wenn auch sicher nicht so defizil wie die Berliner Philharmnker so haben auch Motoren Nuancen, auch wenn es manchen Musiker nun gruselt :)
Falls sich jemand die Mühe macht, auf den ein oder andern Punkt zu antworten: Vielen Dank.
Obs dann im Endeffekt ein Mikro oder so ein Hi-Tech Diktiergerät wird, steht noch in den Sternen.
Hallo Herr Berbach,
gute Nachrichten: Das DR-07MKII ist im Test dabei! Oben in der Probeaufnahme vom Orchester. einfach reinhören - leider nur im Mittelfeld. Empfehlung unter 200 Euro: Olympus LS-5 (nein, nochmal nein, es ist kein Diktiergerät!)
zu 1: Nein, denn die Mikrofone der Geräte sind nicht vom Gehäuse entkoppelt = Griffgeräusche. Technisch gesehehen geht es aber.
zu 2: Ja
zu 3: Nur Zoom und Olympus
zu 4: Dafür muss es hohe Schalldrücke aushalten, ansonsten kann man sich die Testsieger und Empfehlungen von oben nehmen. Es gibt keine besseren in diesem Preisbereichen.
Viele Grüße
Thorsten Dresing
Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Dresing.
Wenn das Olympus auch als USB Micro genutzt werden kann (habe ich so in der Anleitung nicht herauslesen können), dann hat er sich wohl gerade die Favoritenrolle erarbeitet - auch von den Maßen her (und Metallgehäuse sind immer sympathisch).
Da ich kein Windowsnutzer bin: Das Gerät präsentiert sich in diesem Livemodus dann als klassische USB Soundkarte und benötigt keine speziellen Treiber?
Das Datenaustausch wir ja bei allen Geräten als normales Mass Storage Gerät erfolgen.
Und vor allem der Hinweis mit den nicht vom Gehäuse entkoppelten Mikrophone ist Gold wert. Wenn vielleicht auch gegen so ein nicht-Diktiergerät :)
Hier muß ich noch mal mit dem Weihnachtsmann in den Ring - eigentlich finde ich die Teile super. Aber an einem Mikro geht dann wohl doch kein Weg vorbei & eine Spinne wird es für das LS-5 wohl nicht geben.
Mit der Funktion als mp3 Player habe ich mich sehr undeutlich ausgedrück. Tascam schreibt z.B. das die Wiedergabe (aufnahme ist ja egal) von VBR Dateien unterstützt wird, Olympus schweigt sich zu diesem Thema aus, warnt aber vor Problemen bei mehr als 199 Dateien pro Ordner.
Vielen Dank
Klaus Berbach
Hallo Herr Berbach,
sie stellen im Gerät selbst ein ob es USB Mikrofon ODER USB Laufwerk sein soll - ohne zusätzliche Software und Treiber. Eine Spinne ist für das LS-5 nicht zwingend nötig, ein Ministativ und weiche Unterlagen tun es auch. Zudem Windschutz gegen Atem. Olympus spielt alle mp3, wma, wav Daten ab, aber eben mit Obergrenze von 199 Dateien pro Ordner (5 Ordner vorhanden, pro Speichermedium).
VG
Thorsten Dresing
Hallo Herr Berbach, ich habe sowohl das Sony D50 als auch das Olympus LS 5. Das erstere von Audiotranskription bezogen, für mich die absolute Nr 1 bei digitaler Aufnahmetechnik!
Ich wollte was zur Wiedergabequalität des Olympus LS 5 sagen. Das Füttern mit Musikdaten geht bei mir als Apfel-User völlig unproblematisch. Ich nutze das LS 5 als hochwertiges Abspielgerät und auch kleinen mobilen Recorder. Auf meine SD-Karten kommen nur Wav-Dateien. Abgehört wird über einen AKG K 701 und einen portablen Kopfhörerverstärker (Fiio E 11). Was soll ich sagen, der Klang reicht an meine stationäre High End Anlage mit Edelkomponenten heran. Also nur Mut, das Olympus LS 5 gibt auch einen prima Audioplayer ab und schlägt klanglich locker einige reine Audioplayer (auch die mit dem Apfel drauf...).
Grüße aus München, J. Krick
Danke für den ausführlichen Test!
Das wird mir sicher bei der Kaufentscheidung sehr helfen. Wegen der kompakten Größe und Funktionalität ist das LS-3 z.Zt. mein Favorit. Allerdings war ich enttäuscht über die räumliche Auflösung dieses Gerätes. Speziell beim Interview-Test kommt mir das vor wie eine Mono-Aufnahme. Das H2n ist dagegen die reinste Offenbarung, wegen der 4 Mikros sicher auch kein Wunder. Seid ihr sicher, beim LS-3 nicht etwa aus Versehen etwas falsch eingestellt zu haben? Monoaufnahme? Geht das überhaupt? Oder die Strero-Breite sehr eng eingestellt? War vielleicht die Position ungünstig? Liegend oder stehend? Wenn alles richtig war, wäre das schon krass.
Beste Grüße
Daniel
Hi Daniel,
dein Eindruck ist nachvollziehbar, allerdings berücksichtige bitte auch, das der Eindruck des H2n die Situation nicht unbedingt so darstellt wie sie war. Es überzeichnet den Eindruck im Vergleich zum dort sitzen - so wie ein nachträglich eingefügter Hall bei manchen Aufnahmen gut wirken kann, aber nicht der Originalquelle entspricht. Er hat "unfairerweise" mit MS aufgenommen. Im LS-3 lässt sich die Stereobreite vergrößern (ich glaube um insgesamt 3 Stufen).
Viele Grüße
Thorsten
Da das LS-5 so gut in der Kategorie "Musik" abgeschnitten hat, hoffe ich, dass es auch auf Festivals und im Club die richtige Wahl ist;) Schöner Test!
Hallo lieber Thorsten und Team
Vielen Dank für die ausführlichen Tests. Echt Klasse, was ihr da macht. Hat mir auch schon vor zwei Jahren recht weitergeholfen als ich mich für ein Gerät entscheiden musste.
Hab' mir damals das Olympus LS-11 gekauft und bin sehr zufrieden damit. Leider ist vor zwei Tagen eine Wasserflasche in meiner Handtasche ausgelaufen und auch das Gerät wurde nass, weil ich es (leider) nicht in seiner Tasche versorgt hatte. Nun ist es tot und ich bringe es nicht mehr zum Laufen.
Nun stehe ich vor der Entscheidung, mir ein neus Gerät kaufen zu müssen.
1)Gerne würde ich klären, was der Unterschied zwischen dem LS-11 und dem LS-5 ist.
2)Mir ist nur aufgefallen, dass der interne Speicher bei LS-5 kleiner ist und der Lieferumfang beim Ls-11 grösser.
3)Ist es richtig, dass ich die Fernbedienung als auch das Netzladegerät des Ls-11 ans Ls-5 anschliessen könnte?Dieses Zubehör hab' ich ja schon
Vielen Dank und ein Frohes Neues Jahr und viel Spass beim Weitertesten!
herzliche Grüsse
Dunja
Hallo Dunja,
ohje das klingt nicht schön. Aber zu deinen Fragen:
zu 1: du beantwortest es in Punkt 2.
zu 2: ja genau
zu 3: ja!
Viele Grüße
Thorsten
Danke Thorsten für die super schnelle Antwort!
Wünsche dir eine gute Zeit.
Viele Grüsse
Dunja
Es ist soweit: Wir haben diesen Test mit neuen Geräten auch 2012 noch einmal nachgespielt. Zusätzlich waren auch das Tascam DR-100MK2 und der Korg MR-2 mit dabei! Die entsprechenden Ergebnisse für Orchester sind hier nachzuhören:
http://www.audiotranskription.de/test-2011-update
Hallo,
ich habe für Gesangsaufnahmen zwei Geräte in der Auswahl, das h2n und das yamaha. Beide zum gleichen Preis. Können Sie mir weiterhelfen?
Bezüglich Verarbeitung und Klangqualität würde ich persönlich dem H2n auf jeden Fall den Vorzug geben.
Hallo
Das Olympus DM-650 das bei Ihrem Test bei Gesprächsaufnahmen sehr gut abgeschnitten hat, scheint sich für Atmo-Aufnahmen gemäss obigem Test nicht zu eignen. Sie bemängeln das "Wabern" welches durch die automatische Aussteuerung zustande gekommen ist.
-> Ich habe soeben die Bedienungsanleitung dieses Geräts studiert, und herausgefunden, dass es auch bei diesem Gerät möglich ist, Aufnahmen mit manueller Aussteuerung zu machen. (Das wird auf Seite 54 der Bedienungsanleitung beschrieben (http://www.olympus.de/diktiergeraete/bedienungsanleitung.cfm?articleID=N...)).
Diese Einstellung hätte bei diesem Test unbedningt vorgenommen werden müssen, damit die Aufnahmen vergleichbar sind. Denn offenbar wurden ja die Aufnahmen der anderen Geräte manuell ausgesteuert.
Nebenbei:
Sie bemängeln bei diesem Gerät auch den tiefen Bass.
-> Achtung: Dieses Gerät hat ein zusätzliches 3tes Mikrofon (ein Center-Microfon), dessen Zweck es ist, besonders tiefe Frequenzen zu erfassen, was einem Mehrwert entspricht. Dieses Center-Mikrofon kann für die Aufnahme ausgeschalten werden. (Das wird auf Seite 53 der Anleitung beschrieben).
Central Mic on: 20 Hz bis 20 kHz
Central Mic off: 70 Hz bis 20 kHz (Seite 108 der Bedienungsanleitung)
Es wäre interessant den Atmo Test mit diesen Einstellungen nochmals zu wiederholen.
Viele Grüsse
Marc
Hallo Marc,
vielen Dank für deine aufmerksame Wahrnehmung und gute Rückmeldung! Wir hatten auch Probeaufnahmen ohne das Zusatzmikro, die Ergebnisse waren aber nicht brauchbar. Klar ist, dass wenn man das dritte Mikro ausschaltet, der Bass dadurch nicht nur schwächer, sondern wirklich als fehlend identifiziert werden kann. Die Aufnahmen wirken dann leider nicht auf LS-5 Niveau, sondern wesentlich schlechter. Ist leider so - identisch zum LS-3 und DM-670. Die manuelle Aussteurung ist für uns aber in der Tat eine Überraschung. Eventuell hat sich seit Veröffentlichung etwas verändert oder ist uns durch die Lappen gegangen. In jedem Fall ist das, und das Roland R-05, welches hier noch bei uns liegt ein guter Grund den nächsten Tests zu planen! Aktuell entwickeln wir aber gerade unsere neue Software weiter, also bitte noch etwas Geduld mitbringen. Ich denke im Mai/Juni haben wir wieder ausreichend Ressourcen frei.
Viele Grüße
Thorsten
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