Fertig: Zweiter großer Vergleichstest - Rekorder auf dem Prüfstand

Unsere Einzeltestberichte unterstützen Sie bei der Kaufentscheidung, lassen aber nur einen vagen Vergleich bezüglich der Aufnahmequalität zwischen den Geräten zu. Damit Sie die Qualität der Aufnahmegeräte besser vergleichen können, hatten wir im Jahr 2009 einen ersten Vergleichstest erstellt. Nun, ein Jahr später, sind viele neue Geräte auf dem Markt. Daher haben wir am 22.10.2010 wieder einen aufwändigen Vergleichstest abgeschlossen. So können Sie alle relevanten digitalen Rekorder in unterschiedlichen Situationen im Vergleich anhören. Anhand dieses Materials finden Sie bestimmt Ihren passenden Favoriten. Viel Freude beim Lesen / Hören und eine gute Kaufentscheidung!


1. Situationen und Aufnahmeeinstellungen

Wir haben vier unterschiedliche Settings ausgewählt. Diese stehen beispielhaft für die vielfältigen Einsatzgebiete digitaler Rekorder und decken unserer Meinung nach einen breiten Bereich ab. Diese sind:

- Feine Musiknuancen
Wie natürlich wirkt die Aufnahme der Konzertgitarre?

- Gespräch in einem großen Raum (>35m2)
Wie gelingen Gruppenaufnahmen. Wie gut ist die Stimmverständlichkeit für die spätere Transkription?

- Atmo
Können die Geräte die Atmosphäre an der Elisabethkirche Marburg einfangen?

- Orgel
Wie gut zeichnen die Aufnahmegeräte ein Orgelspiel in der Kirche auf

In diesen vier Settings haben wir die von uns selektierten digitalen Aufnahmegeräte in nahezu gleicher Entfernung und Ausrichtung zu den Geräuschquellen positioniert - falls in der Situation möglich wurden die Geräte auf einem Ministativ etwa 15 cm über dem Tisch oder Boden aufgestellt.

Jeder Rekorder bietet eine Vielzahl von Einstellungsoptionen an, sei es MP3 oder WAV, hohe oder niedrige Mikroempfindlichkeit, Low-Cut, Rauschunterdrückung uvm. Damit ein Vergleich besser möglich ist, haben wir bei allen Geräten folgende Einstellungen vorgenommen:

- Bestmögliches Aufnahmeformat, idealerweise unkomprimiertes WAV (Abtastgröße 24 Bit, 96 KHZ)
- Keine zusätzlichen Filter oder Equalizer (Low-Cut off, Rauschunterdrückung off, Limiter off usw.)
- Die Mikroempfindlichkeit und -aussteuerung wird den fünf Settings angepasst und die Geräte ähnlich ausgepegelt.
- Die Dateien wurden unkomprimiert mit der Software "audacity" normalisiert und wurden dann für die Hörproben auf dieser Seite in 320 KbPs mp3 umgewandelt (mit Lame Version 1.32, Engine 3.97). Eine Normalisierung ist klangtechnisch nicht optimal, da ggf. Rauschen und Artefakte produziert werden. Der Vorteil für unseren Vergleichstest ist jedoch a) die Aufnahmen in vergleichbarer Lautstärke hören zu können und b) die Charakteristik der einzelnen Geräte deutlicher wahrzunehmen.

2. Unsere Testgeräte

Für den zweiten großen Vergleichstest haben wir insgesamt 10 Aufnahmegeräte einbezogen. Mit dabei sind natürlich die Hörsieger und Preis/Leistungssieger des letzten Test aus 2009:
- Olympus LS-5 (identisch mit LS-11),
- Olympus DM 550
- Tascam DR-100.
- Zoom H4n
- Zoom H1
- Sony M10
- Sony D50
- Tascam DR-2d
- Marantz PMD661
- Olympus DM-5

Für den Sprachtest sind auch ein Olympus VN und WS mit dabei gewesen. Insgesamt haben wir Equipment und Zubehör für knapp 5.000 Euro in den Test einbezogen.

3. Unser Bewertungsraster

Bewertet haben wir in diesem Test zunächst weder die Optik, noch Funktionen, noch Bedienbarkeit der Geräte. Diese Eigenschaften sind zum großen Teil von uns schon in den Einzeltests beschrieben und eher einsatzbedingt zu bewerten, d.h. in Abhängigkeit der jeweiligen Bedürfnisse. Bspw. benötigt der Musiker vielleicht dringend den XLR-Anschluss und Vierspuraufnahme, wohingegen der Wissenschaftler ein möglichst kleines Gerät ohne diese Features vorzieht. In diesem Test zählt einzig und allein die Qualität der Aufnahme. Folgende Merkmale haben wir dabei bewertet: Detailwahrnehmung, Rauschfreiheit und Raumwahrnehmung.

Zur Bewertung haben wir uns im Team zunächst alle Aufnahmen blind mit einen Studiokopfhörer (AKG K271) angehört. D.h. keiner wusste, von welchem Gerät die jeweilige Aufnahme stammt (alle hatten ja die gleiche Sequenz als Inhalt). Situationsbezogen haben wir unsere Wahrnehmungen dann getrennt voneinander auf einem Fragebogen beschrieben - bspw."Aufnahme 1: Details sehr präzise, Rauschen recht deutlich, sehr klare, breite Stereoaufnahme". Eine Benotung der Aufnahmen macht inhaltlich für uns keinen Sinn, zu fein sind die Nuancen und Präferenzen. Wir versuchen eher das Gesamtbild im Auge/Ohr zu behalten: Welches Gerät macht für uns aus welchen Gründen den besten Eindruck in der jeweiligen Situation? Für jede Aufnahmesituation haben wir die im Gesamteindruck besten drei Geräte herausgefiltert. Aus allen Einzelbewertungen bündeln wir dann den Sieger in den Kategorien:
- Hörsieger (Beste Aufnahmequalität aller Rekorder im Test)
- Interviewsieger (Empfehlung für Interviewsettings)

Erst danach werden zu jedem Gerät weitere für uns wichtige Aspekte wie Bedienbarkeit, Größe, Stromverbrauch oder Preis analysiert. Daraus entsteht dann der Sieger der folgenden Kategorie:

- Preis/Leistungssieger

4. Aufnahmeergebnisse in drei Situationen

Um unsere Testergebnisse und Hörbeispiele nachvollziehen zu können, sollten Sie in jedem Fall einen (guten) Kopfhörer nutzen. In keinem Fall reichen Ihre Notebook- oder PC-Boxen aus, die wesentlichen, feinen Details oder Unterschiede deutlich zu machen. Klicken Sie einfach auf die entsprechenden "Play"-Taste eines Hörbeispiels, um sich die Situation mit einem bestimmten Aufnahmegerät anzuhören. Zudem können sie durch Anklicken des Rekordernamens auch die entsprechende MP3-Datei für eigene Tests direkt herunterladen.


1. Bezirzt von der Gitarre

Unser Kollege Oliver Leibrecht war so freundlich, seine gut abgehangene und lagerfeuererprobte Konzertgitarre mitzubringen und in unserem Besprechungsraum einige Akkorde anzuspielen. Der Raum ist etwa 4 Meter hoch bei einer Fläche von 30 . Der Raum hat  keinen Teppich, für die Aufnahme ist dementsprechend kein Studio-Klang zu erwarten, sondern auch ein leichter Raumhall . Die Aufnahmegeräte wurden auf einem Tisch mit Stativen etwa 1,5 Meter von der Gitarre entfernt positioniert. Hier sind unsere Probeaufnahmen:

 Marantz PMD 661(download)

 Olympus DM-5(download)

 Olympus DM-550 (download)

 Olmpus LS-11(download)

 Sony PCM D50 (download)

 Sony PCM M10 (download)

 Tascam DR-2d (download)

 Tascam DR-100(download)

 Zoom H1(download)

 Zoom H4n(download)

Unabhängig davon, wie wir die Aufnahmen bewerteten sind uns beim Anhören zwei prinzipielle Unterschiede im Klangbild aufgefallen. Bei einigen Aufnahmegeräten klingt die Musik nach Livesituation.  Man nimmt den Raum war und kann die Gitarre darin verorten. Andere hingegen klingen eher nach einer Studioaufnahme, bei der die Gitarre fast ohne Raum dargestellt wird. Diese Unterscheidung ist zunächst völlig wertungsneutral. Hier sehen wir eher subjektive Präferenzen als maßgeblich - also was ihnen eher zusagt.  Eher studiotypisch trocken klingen beispielsweise die Aufnahmen von Marantz PMD-661 oder Sony PCM-M10 . Einen Live-Eindruck mit Wiedergabe des Raumes liefern beispielsweise Sony PCM-D50 oder Olympus DM-550.

Nach dem Probehören waren wir uns im Team einig: Die Aufnahmen vom Tascam DR-2d und Olympus DM-550 / DM-5 gefallen uns persönlich am besten. Sie sind sehr klar und detailreich. Der Raum ist wahrnehmbar, ohne störend zu wirken. Man hat nicht das Gefühl, dass etwas beschnitten wurde. Diesen Eindruck haben wir beispielsweise bei der Aufnahme des Sony M10. Auch Sony D-50 gefällt uns mit einem "leichten", asugesprochen klaren Klang und schöner Raumtiefe sehr gut. Auch der Zoom H1 gefällt. Er scheint fast etwas zurückhaltend aber insgesamt sehr ausgewogen, ein Vertreter der eher trockenen "Studio"-Charakterisitk.

2. Gespräch in großem Raum

Dies ist eine besondere Aufnahmesituation, da die Anforderung vergleichsweise einfach ist: Es geht hier um die Sprachverständlichkeit bei der Aufnahme einer Situation. Feinste Nuancen spielen hier weniger eine Rolle, eher eine gute Darstellung der menschlichen Stimme, idealerweise auch dann, wenn mehrere gleichzeitig Sprechen. Bspw. für den  Seminarleiter, der seinen Unterricht aufzeichnet, den Student, der seine Vorlesung zuhause hören will, den Journalist der, ein Interview mit einer Musikband macht oder eben den Wissenschaftler, der qualitative Interviews führt.

Alle teuren unter den hier vorgestellten Rekordern meistern ein solches Setting perfekt. Aber reichen auch einfachere Geräte aus? Uns interessierte also die Frage, ob man für dieses Setting auch weniger ausgeben kann. Daher haben wir einen besonderen Blick auf die günstigen Rekorder zwischen 60 und 140 Euro geworfen. Reicht die Aufnahmequalität für die spätere Transkription aus? Lässt sich das Gespräch gut verfolgen und lassen sich die Personen gut differenzieren und somit wiedererkennen? In unserem großen Besprechungszimmer haben wir 4 günstige Vertreter antreten lassen: Olympus VN-8600PC (60 Euro), Olympus WS-750 (109 Euro), Olympus DM-450 (139 Euro) und Zoom H1 (99 Euro). Die Sprecher sind quer über den 4 mal 8 Meter großen Raum verteilt, die Aufnahme wurde mit automatischer Aussteuerung erzeugt.

Für die Bewertung ist zu Berücksichtigen, dass die Aufnahmen zum Transkribieren oder Rezipieren oft über lange Zeit angehört werden. Da stört eine basslastige (brummige) und rauschige Aufnahme, folglich haben wir diese Effekte besonders negativ gewertet. Achten Sie besonders auf die zweite Hälfte, in der die Sprecher gleichzeitig reden.

Olympus DM-450 (download)

 Olympus VN-8600 (download)

 Olympus WS-750 (download)

 Zoom H1 (download)

Alle Geräte schneiden grundsätzlich brauchbar ab. Die Sprache ist trotz des großen Abstands (+ 4 Meter) gut verständlich. Gerade auch beim Anhören längerer Passagen haben wir die Aufnahmen des DM-450 am angenehmsten empfunden - direkt gefolgt vom WS-750. Beide sind sehr klar, mit guter Stimmverständlichkeit. Das DM-450 ist zudem deutlich rauschärmer - es lässt sich damit auch bei der Aufzeichnung von Gruppengesprächen mit 10 Personen ganz problemlos OHNE externes Mikro nutzen.

Die Aufnahme des Zoom H1 rückt die Stimmen in den Vordergrund, klingt allerdings etwas brummig, weil recht basslastig. Das ist auf Dauer anstrengend anzuhören. Die Mono-Aufnahme des Olympus VN-8600 klingt etwas dumpf, was sich vor allem beim gleichzeitigen Sprechen negativ bemerkbar macht. Zudem kann es durch die Monoaufnahme ein Gruppengespräch nicht richtig abbilden (erschwert die Transkription deutlich).

3. Stadtatmosphäre vor der Elisabethkirche

Für die Atmo-Aufnahme platzierten wir die Geräte vor der Elisabethkirche. Sämtliche Geräte wurden mit einem langfelligen Windschutz versehen.  Zu hören sind Stimmen in verschiedenen Entfernungen, Verkehrslärm, Schritte und das Plätschern eines Brunnens:

Marantz PMD 661(download)

Olympus DM-5(download)

Olympus DM-550 (download)

Olmpus LS-11(download)

Sony PCM D50 (download)

Sony PCM M10 (download)

Tascam DR-2d (download)

Tascam DR-100(download)

Zoom H1(download)

Zoom H4n(download)

Beim Blindhören achteten wir sowohl darauf, wie detailliert die Geräusche im einzelnen dargestellt werden als auch darauf, wie sich die räumliche Anordnung wahrnehmen lässt.  

Bei den unserer Meinung nach zwei besten Aufnahmen waren wir uns im Team wieder exakt einig. Sowohl das Olympus LS-5 als auch das Tascam DR-2d empfinden wir als herausragend gut. Der Olympus LS-5 bietet eine sehr klare Aufnahme und sehr gute Raumabbildung. Die Aufnahme des Tascam DR-2d zeichnet sich darüberhinaus durch überraschend wenig Rauschen und eine sehr natürliche Detaildarstellung aus. Wir hatten das Gefühl mit Kopfhörer und geschlossenen Augen ganz "mittendrin" zu sein.

Zwei weitere Geräte verorten wir ebenfalls recht weit vorne, wenn auch nicht ganz oben: Sony PCM-D50 und Zoom H4n. Im Gegensatz zu den Erstgenannten fehlt hier ein wenig der Bassbereich. Die Aufnahmen wirken etwas flacher, auch wenn die Darstellung des Plätscherns und des Busses nach wie vor präzise ist.

Bemerkenswert erschien uns das nicht so gute Abschneiden des Olympus DM-550 und DM5. Hier fehlt der gute Atmo-Gesamteindruck. Allerdings ist die Darstellung der Stimmen wesentlich besser gelungen, als bei allen anderen - sicher eine ganz klare Stärke und auch das Einsatzziel dieser Baureihe.

Im breiten Mittelfeld finden sich die Aufnahmen des Marantz PMD 661, Tascam DR-100, Zoom H1 (das leider zu leise aufzeichnet obwohl die Aussteuerung laut Display angemessen war) und Sony M-10 (hier sind einzig die Stimmen gut und deutlich zu hören).

4. Erkenntnisse aus unseren letzten Einzelvergleichstests

In den letzten 3 Monaten haben wir zwei Vergleichstest gemacht, deren Resultate wir mit einbeziehen wollen:

1. Orgel-Test: Hier haben wir das Orgelspiel in einer Kirche aufgenommen. Als Favoriten kristallisierten sich das Sony D-50 und Tascam DR-2d heraus. Olympus LS-11 und Zoom H4n erhielten gute Bewertungen. (Zum Orgeltest)

2. Atmo-Test: Wir haben hier Aufnahmen an einer Straße gemacht. Dabei wurde der Klangcharakter des Olympus DM-550, LS-11, Tascam DR-2d, Zoom H4n und Sony D-50 als geeignet für Atmo-Aufnahmen empfunden. Die Favoriten waren auch hier das Tascam DR-2d und das Sony D-50. (Zum Atmo-Test)

5. Bewertung der Aufnahmeergebnisse

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass unsere Hör-Bewertungen stets "blind" getroffen werden. Also ohne das Wissen, welche Aufnahme von welchem Gerät stammt. Trotz dieser Anonymisierung haben wir im Team nahezu identische Bewertungen vorgenommen und in den folgenden drei Kategorien Sieger gekürt:

Hörsieger 2010 - beste Aufnahme über alle Situationen hinweg

Als Hörsieger kristallisieren sich für uns ganz klar das Tascam DR-2d und das Sony D-50 heraus. Beide erhalten in den verschiedensten Situationen sehr gute Bewertungen. Die beiden Hörsieger charakterisieren sich dabei durch eine besonders klare und detailgetreue Aufnahmequalität. Der Sony D-50 ist wirklich sein Geld wert und hat die beste Verarbeitung von allen. Es lohnt bei dem hohen Preis allerdings nur dann, wenn man sehr ambitioniert Einfluss auf das Klangbild nehmen und einfach gern "das Beste" besitzen möchte. Der Tascam DR-2d hingegen hat bei einem Preis unter 300 Euro eindrucksvoll gezeigt, zu was bezahlbare Aufnahmegeräte heute in der Lage sind.

Nachtrag: beide nicht mehr verfügbar.

Interviewsieger 2010 - beste Aufnahme für Interviews

Für Interviews und Sprachaufnahmen bedarf ist nicht unbedingt dieser hohen Aufnahmequalität (obwohl sich Tascam und Sony auch dafür eignen). Daher haben wir gesondert davon auch eine Empfehlung für Interviews gekürt. Hier gefällt uns das Olympus DM-450 besonders gut. Es liefert sehr gut verständliche und auch auf Dauer angenehm hörbare Aufnahmen von Gesprächssituationen - selbst größeren Gruppen. Zudem sehr robust verarbeitet, klein, leicht, sehr lange Akkulaufzeit und mit einem Preis unter 140 Euro angenehm bezahlbar. Die Olympus DM-450/550 liefern tolle Aufnahme, die Aussteuerung ist allerdings nur sehr unpräzise möglich, weil eine Pegelanzeige fehlt. Daher für ambitionierte Musikaufnahmen eher ungeeignet, für Sprache und Interviews dagegen sehr.

Nachtrag: nicht mehr verfügbar. Nachfolger: Olympus: DM-650

Preis-/Leistungssieger 2010 - bester Gesamteindruck bei günstigem Preis

Unser Preis-Leistung-Sieger ist das Olympus LS-5. Neben der Aufnahmequalität sind auch Bedienbarkeit, Verarbeitung, Batterielaufzeit und Preis wichtige Entscheidungskriterien. Hierzu haben wir unsere Eindrücke aus bisherigen Tests und dem Alltagsgebrauch der Rekorder zusammengetragen, um hieraus eine Preis-Leistungs-Empfehlung abzuleiten. Das LS-5 liefert für 189 Euro die Aufnahmequalität des deutlich teureren LS-11 ohne Kompromisse bei der  Verarbeitung oder Bedienung eingehen zu müssen. Der klangliche Unterschied zum Tascam DR-2d ist nur minimal. Bei einem Preisunterschied von rund 100 Euro könnte man ihn als fast "überhörbar" einstufen.

Warum ist das Zoom H1 nicht der Preis-/Leistungssieger? Das Zoom H1 liefert für unter 100 Euro unkomprimierte und gute Aufnahmen. Das schafft kein anderes Gerät. Dennoch bleibt in vielen Situationen das Gefühl einen Kompromiss eingegangen zu sein: z.B. fehlendes Zubehör, Plastikgehäuse, knappe Batterielaufzeit, kleine Pegelanzeige bzw. mit Defekten rechnen zu müssen (z.B. Batterie entlädt sich im ausgeschalteten Zustand).

6. Das Test-Team

Zu einem objektiven Untersuchungssetting gehört auch die transparente Darstellung der eigenen Rolle und Position. Nur so können Sie als LeserInnen abschätzen, von welcher Warte aus wir unsere Bewertungen getroffen haben.

Unsere Kernfähigkeit ist die Aufnahme von Gesprächssituationen zwecks wissenschaftlicher Analyse der Gesprächsinhalte. Wir haben jahrelang Interviews oder O-Töne aufgenommen und diese später selbst transkribiert. Etwas, mit dem wir täglich konfrontiert sind, ist das Anhören von Aufnahmen via Kopfhörer. Unser Standpunkt ist folgender: Je besser die Aufnahme, d.h. je besser verständlich und realistischer die Darstellung ist, umso leichter fällt die nachträgliche Transkription und umso leichter kann man sich in die verschiedenen Stimmen einfinden/eindenken. Mittlerweile haben wir deutlich über 16.500 Kunden mit Aufnahmegeräten versorgt und beziehen unsere Erfahrung auch aus den Rückmeldungen der NutzerInnen.

Wir haben ganz bewusst auf die Analyse mithilfe von Frequenzkurven oder Rauschabständen verzichtet. Die Entscheidung, ob eine Aufnahme gut oder schlecht ist, treffen wir mit geschlossenen Augen und dem Kopfhörer auf den Ohren.

Dr. Thorsten Dresing und Thorsten Pehl sind Erziehungswissenschaftler. David Georgi war lange Zeit im Journalismus (BBC London) tätig und erstellt Reportagen in den Bereichen Sport, Reisen und Natur.